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HANDBALL: Der Aufstieg von Daphne Gautschi geht immer weiter

Daphne Gautschi hat den Wechsel vom LK Zug zu einem Team in einer Topnation gewagt – seither jagt ein Höhepunkt den nächsten. Sie bereut keinen Moment, vermisst aber ihre Familie und ihren Ex-Verein.
Michael Wyss
Daphne Gautschi über Handball in Frankreich: «Es ist einfach mehr Geld vorhanden, was einen Profibetrieb ermöglicht.» (Bild: PD)

Daphne Gautschi über Handball in Frankreich: «Es ist einfach mehr Geld vorhanden, was einen Profibetrieb ermöglicht.» (Bild: PD)

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

17 Jahre wurde sie im vergangenen Juli. Trotz ihres zarten Alters ist sie bereits eine ganz Grosse. Die Rede ist von Daphne Gautschi (Rückraum). Aufgewachsen ist sie in Muri. Mit 9 Jahren begann sie beim TV Muri mit Handball. «Ein Leben ohne diesen Sport ist kaum vorstellbar», sagte Gautschi am vergangenen Sonntag. Am Tag, als sie mit Metz erstmals in der Champions League spielte. Doch dazu später mehr.

Auf sich aufmerksam gemacht hat die Murianerin im LK Zug, wo sie während dreier Jahre bis im letzten Frühjahr spielte. Sie erklomm die Stufen vom U17-Elite-Team bis zur SPL1-Equipe innert kürzester Zeit. «Ich konnte sehr viel profitieren. Dafür bin ich dem LKZ sehr dankbar. Ich durfte hier eine wichtige Ausbildung geniessen», sagt Gautschi. Sie wurde Schweizer Meisterin mit der U17 und der U19 und mit der ersten Mannschaft Zweite.

Beeindruckende Werte

Ihr Talent und ihre Skorerqualitäten beim LK Zug blieben natürlich nicht unbemerkt, respektive unentdeckt. Im vergangenen Sommer verabschiedete sich Gautschi nach Frankreich, zum Meister Metz. «Der Verein kontaktierte mich zuerst telefonisch, und ich sagte ab. Doch dann liessen sie nicht locker. Ich fühlte mich geschmeichelt und unterschrieb den Vertrag», schildert Gautschi schmunzelnd. Entdeckt wurde sie von Scouts, die an einem Turnier in Deutschland im letzten Frühling waren. «Meinen Entscheid bereue ich nicht. Metz gehört zu den Topadressen in Europa, und Frankreich ist eine Handballnation. Hier kann ich ein grossartiges Ausbildungskonzept geniessen und meinen Abschluss der Kantonsschule machen.» Gautschi kommt in der Meisterschaft noch nicht in der Elitemannschaft, sondern der zweiten Mannschaft (dritthöchste Liga) zum Einsatz. Trainiert wird jedoch täglich. Gautschi kann schon jetzt ihren Lebensunterhalt mit dem Handball finanzieren.

Am vergangenen Sonntag erlebte Gautschi ihre Feuertaufe wie erwähnt im Fanionteam. Sie durfte in der Champions League gegen Bietigheim (Deutschland) das letzte Qualifikationsspiel in der Gruppe D bestreiten. Gautschi erzielte beim 27:21-Sieg der Französinnen den letzten Treffer. «Ein unbeschreibliches Glücksgefühl war das. Ich hatte schon etwas Gänsehaut», sagte Gautschi nach Spielende. Metz war schon vor diesem Duell für die Hauptrunde qualifiziert gewesen und gewann die Gruppe.

Am 27. September wurde sie zudem erstmals für die Schweizer A-Nationalmannschaft aufgeboten. In bislang drei Partien erzielte sie zwei Treffer. Auch für das Vierländerturnier in Tschechien in dieser Woche ist Gautschi berücksichtigt worden. «Es macht mich natürlich stolz, dass ich für die Schweiz auflaufen kann. Es ist ein schönes Gefühl, das Land zu vertreten», schwärmt sie.

Berge, LKZ und Schokolade

Gautschi, die während der Woche im Schulinternat lebt und das Zimmer mit zwei Mannschaftskolleginnen teilt, lebt am Wochenende im «Centre de Formation», der Spielstätte von Metz. Die Sprache bereite ihr im Alltag noch Probleme. «Und ich vermisse meine Familie», sagt sie. «Dank Facebook und Face-Time stehen wir jedoch immer in Kontakt. Sie besuchen mich auch ab und zu in Frankreich.» Sie vermisse aber auch die Berge, die Schokolade – und den LK Zug.

Wo liegen die grössten Unterschiede zwischen der Schweiz und Frankreich im Handball? «Es ist einfach mehr Geld vorhanden, was einen Profibetrieb ermöglicht. Schon als Spielerin einer unteren Liga kannst du vom Sport leben. Der Stellenwert ist hoch, und Handball ist nebst Fussball wirklich populär. Die Spielerinnen werden in der Stadt wahrgenommen und angesprochen, was in der Schweiz eigentlich unvorstellbar ist.» Die französische U20-Nationalmannschaft wurde soeben Europameister, was für die Qualität und Professionalität des Frauenhandballs in Frankreich zeugt. Hat Gautschi eigentlich auch Vorbilder? «Ja, klar. Die deutsche Xenia Smits, die bei Metz spielt, und Andy Schmid bewundere ich.»

Wie steht es um die Kontakte mit den früheren LKZ-Spielerinnen? «Ich habe mit einigen immer noch Kontakt über Social Media. Ich schaue auch die Spiele im Internet, wenn ich Zeit habe. Der LKZ ist und bleibt Teil meines Lebens. Und einige ehemalige Teamkolleginnen sehe ich ja in der Nationalmannschaft wieder. Auch in diesen Tagen –und darauf freue ich mich.»

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