HANDBALL: Der HC Kriens-Luzern verpflichtet jungen iranischen Nationalspieler

Der HC Kriens-Luzern verpflichtet für die kommenden zwei Saisons den jungen iranischen Nationalspieler Amin Yousefinezhad. Der 22-jährige Rückraum-Rechtshänder wechselt aus Tunis in die Schweiz. Dort sammelte er nach einem Einsatz in Skopje in der vergangenen Saison Spielpraxis. Der Iraner überzeugte in zwei Probetrainings.
Der Neuzugang des HC Kriens-Luzern Amin Yousefinezhad. (Bild: PD)

Der Neuzugang des HC Kriens-Luzern Amin Yousefinezhad. (Bild: PD)

Amin Yousefinezhad übernimmt beim Zentralschweizer NLA-Club die Rolle des Deutschen Peter Schramm, der den HC Kriens-Luzern am Ende der laufenden Saison verlassen wird. Yousefinezhad bildet nächste Saison zusammen mit Luca Spengler und dem Nachwuchsspieler Basil Gnos das Trio im linken Rückraum.

Mit einer Grösse von 1,97 Metern und 92 Kilogramm Körpergewicht bringt Yousefinezhad beste Voraussetzungen mit, um sowohl in der Defensive als auch in der Offensive wichtige Impulse von der «Königsposition» zu setzen. Auf der Suche nach einem Schramm-Ersatz liess sich der HC Kriens-Luzern bewusst viel Zeit: «Mit Amin sind wir sicher, dass wir einen Spieler gefunden haben, der ganz besondere Akzente setzen wird,» sagt CEO Nick Christen. Er liess den Iranischen Nationalspieler eigens in die Schweiz fliegen und bildete sich zusammen mit dem neuen Coach Goran Perkovac in zwei Probetrainings eine eigene Meinung über ihn: «Er reiste zwar mit vielen Hindernissen in die Schweiz und kam entsprechend müde an. Trotzdem konnte er mit Sprungkraft, Wurfrepertoire und gutem Deckungsverhalten überzeugen», sagt Goran Perkovac. Dabei sei Yousefinezhad doch erst 22 Jahre alt: «Er hat noch viel Potential, das wir jetzt fördern wollen.»

Die Neuverpflichtung passt ins Spielkonzept

Genau das ist auch das Ziel des Spielers selber: «Ich freue mich, in der Schweiz einen nächsten Schritt in meiner Entwicklung als Spieler machen zu können,» sagt Amin Yousefinezhad. «Ich will mich zu einem kompletten Spieler entwickeln. Dazu brauche ich qualitativ hochwertige Trainings und starke Teamkameraden.» Er habe von Kriens-Luzern einen sehr guten Eindruck gewonnen: «Ich wurde sehr gut aufgenommen. Doch ich weiss, dass die Mannschaft nächste Saison auf einigen Positionen verändert sein wird.» Er freue sich auf die neue Herausforderung – sportlich wie auch kulturell: «Ich werde alles dafür tun, dass ich im neuen Umfeld schnell Fuss fasse und der Mannschaft und dem Verein helfen kann, die ehrgeizigen Ziele zu erreichen.»
Er passe mit seiner Spielanlage ins Konzept seines Teams des nächsten Jahres, sagt auch Olympiasieger Perkovac, der nächste Saison Chefcoach der Zentralschweizer NLA-Handballer sein wird: «Wir wollen schnellen Handball spielen mit viel Zug aufs Tor. Da kann Yousefinezahd mit seinen Fähigkeiten und seinem Potential eine wichtige Rolle spielen.»

Bringt Erfahrungen auf dem internationalen Parkett

Der junge und ehrgeizige Iraner startete seine internationale Karriere 2016. Der aus der nordiranischen Stadt Nowshar stammende Yousefinezahd wechselte von seinem Stammverein Shahrdari Tabriz HC zum mazedonischen Topclub Metalurg Skopje und machte dort erste Schritte auf dem internationalen Parkett. Sein Trainer und Förderer dort war die kroatische Trainerlegende Lino Cervar, der aktuelle kroatische Nationaltrainer. Mit Metalurg kam er unter anderem auch in der osteuropäischen SEHA-Liga zum Einsatz. In der laufenden Saison spielt der Iraner bei Esperance Sportive de Tunis (TUN) und legte im Halbfinale des Superglobe-Turniers im Qatar seine Visitenkarte ab. Der 31fache und amtierende tunesische Landesmeister kämpft aktuell unter der Leitung des ehemaligen französischen Nationalspielers Denis Lathoud um die Titelverteidigung.

Seit fünf Jahren ist Yousefinezhad auch Mitglied der verschiedenen Auswahlteams aus dem Iran. Zu seinen ersten Einsätzen mit dem iranischen A-Nationalteam kam er beim Olympia-Qualifikations-Turnier für die Spiele von Rio de Janeiro in Schweden. Zuletzt erreichte er mit dem Nationalteam des Iran Rang 5 bei den asiatischen Kontinentalmeisterschaften. Die Asiaten sind bestrebt, ihre herausragenden Spieler bei mitteleuropäischen Vereinen zu platzieren. Mit Pouya Norouzi spielt nächste Saison neben Yousefinezahd ein zweiter iranischer Nationalspieler in Europa. Er steht im Kader der kommenden Saison beim VfL Gummersbach unter Vertrag und war letzte Saison in der Schlussphase beim Bergischen HC im Einsatz.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern

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