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HANDBALL: Der Zweck heiligt die Mittel – HCK kann wieder gewinnen

Der HC Kriens-Luzern boxt sich aus der Krise: Beim 26:23-Sieg gegen Suhr zeigt er starke kämpferische Eigenschaften und entlockt Trainer Heiko Grimm ein grosses Kompliment.
Roland Bucher
Der Krienser Luca Engler (in Blau) wird am Torwurf gehindert. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 24. September 2017))

Der Krienser Luca Engler (in Blau) wird am Torwurf gehindert. (Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 24. September 2017))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Der heimliche Matchwinner für die Krienser war Albin Alili. Eine Sphinx, in seinen handballerischen Aktionen absolut unberechenbar. 21 Jahre jung, talentiert – aber alles andere ausgreift. Fehleranfällig, schnell verunsichert. Oft überfordert, jene Rolle elegant zu interpretieren, welche der designierte, aber noch bis im November rekonvaleszente Regisseur Tom Hofstetter sehr wirkungsvoll normalerweise einnimmt. «Ich will nichts anderes, als das Beste tun», sagt er. Das gelang ihm gestern in der Startviertelstunde nicht.

Suhr Aarau schritt bis zu einer 10:8-Führung resolut voran. Dann erwachte Albin Alili, der von Schaffhausen ausgeliehene 1,97-Meter-Brocken, fädelte aus der Lethargie aus und in die Spielführerrolle ein: «Er hat seine Sache heute stark erledigt, ich freue mich für ihn», lobte Heiko Grimm, der Trainer, «er hat den Ausschlag dafür gegeben, dass wir das Spiel in den Griff bekamen.» Alili sagte artig Dankeschön, aber auch: «Ich habe noch längst nicht alles gut gemacht. Ich kann noch mehr.» Das stimmt zuversichtlich.

Die kleinen Panikattacken einfach weggewischt

Alili war der Fels in der Rückraumbrandung, lieferte viele entscheidende Impulse. Die Trouvaille im Team war gegen Suhr Aarau aber Luca Engler. Der kam von Amicitia mehr oder weniger als Notnagel für die rechte Aufbauerposition – und demonstrierte gestern, dass er viel mehr wert ist. Engler warf seine Tore immer dann, wenn’s eng wurde, wie in der Startphase nach der Pause, als Suhr hartnäckig das Resultat immer wieder zum Gleichstand korrigierte. «Luca hat mir imponiert», betonte Grimm, der vor dem Spiel einige Sorgenfalten aufgeladen bekam, weil die Nummer 1 auf dieser Position – Aleksandar Radovanovic – erneut verletzt ausfiel.

Kriens, in den letzten beiden Partien mit Niederlagen gegen Gossau und Bern gebeutelt, wischte kleine Panikattacken in der ersten Halbzeit, als viele Schussversuche keine Wucht, sondern Verzweiflung zeigten, kräftig weg. «Wir haben uns durchgeboxt», brachte es Heiko Grimm auf den Punkt: «Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir diesmal nicht einen schönen, eleganten Handball zelebrieren – sondern gewinnen wollen.»

Nein, berauschend war der Auftritt der Krienser Handballer auch gestern nicht, aber ordentlich und rechtschaffen, genau so, wie der Handwerker in einer heiklen Situation auftritt. Der Zweck heiligt die Mittel: «Ich bin froh, dass die Mannschaft das kapiert und optimal umgesetzt hat», erklärte Grimm. Ja sogar: «Ich bin nicht nur zufrieden. Ich bin sogar stolz auf diese Willensleistung.» Ein Befreiungsschlag sei es gewesen.

Was, um mit Alili einen der bemerkenswerten Exponenten dieses Sieges noch einmal ins Gespräch zu bringen, nicht ganz unbeantwortet blieb: «Der Saisonstart war nicht gut, aber wir haben nie an uns gezweifelt.» Also: eigentlich kein Befreiungsschlag – sondern «neues Selbstvertrauen getankt». Und frischen Mut: «Wenn wir nächsten Samstag diese Leistung bestätigen können, sind wir auch bei Pfadi Winterthur nicht chancenlos.» Und Pfadi Winterthur ist immerhin ein Titelfavorit.

Kriens-Luzern – Suhr Aarau 26:23 (13:13)

600 Zuschauer. – SR Keiser/Rottmeier. - Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Kriens- Luzern, 2-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau. Kriens-Luzern: Willimann (16. Bar); Fellmann, Wipf (1), Blättler (5/4), Engler (5), Spengler (5), Vögtli (2), Alili (4), Baviera (1), Brücker (1), Ramseier (1), Schramm (1). Suhr Aarau: Radovanovic (41. Ferrante); Reichmuth (2), Isailovic (2), Skvaril (3/2), Romann, Aufdenblatten (10), Rohr (1), Strebel (1), Slaninka (4). Bemerkungen: Je ein verschossener Penalty.


NLA:4. Runde: Kriens-Luzern – Suhr Aarau 26:23 (13.13). St. Otmar St. Gallen – Fortitudo Gossau 29:29 (15:16). Tabelle:
1. Wacker Thun 4 3 1 0 129:94 7. 2. Pfadi 4 3 1 0 110:92 7. 3. Bern Muri 4 2 1 1 119:108 5. 4. Suhr Aarau 4 1 2 1 98:100 4. 5. Kriens-Luzern 4 2 0 2 100:104 4. 6. GC Amicitia 4 2 0 2 102:111 4. 7. Kadetten 3 1 1 1 89:87 3. 8. Gossau 3 1 1 1 74:85 3. 9. St. Otmar 4 0 1 3 110:124 1. 10. Endingen 4 0 0 4 95:121 0.

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