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HANDBALL: Ein Triumph in Pink: Spono Eagles ist Cupsieger

Geschafft! Die Spono Eagles gewinnen im Final gegen den LC Brühl mit 27:23 und feiern den vierten Cupsieg der Vereinsgeschichte. Zur Matchwinnerin avanciert eine Spielerin, die vor kurzen noch an sich zweifelte.
Stephan Santschi
Die Spono Eagles gewinnen im Final gegen den LC Brühl und feiern den vierten Cupsieg der Vereinsgeschichte. (Bild: Alexander Wagner)

Die Spono Eagles gewinnen im Final gegen den LC Brühl und feiern den vierten Cupsieg der Vereinsgeschichte. (Bild: Alexander Wagner)

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Da war es wieder, das gute Gefühl von Lisa Frey im Vorfeld eines grossen Spiels. «Ich wusste, dass wir in Form sind und dass jede Spielerin 150 Prozent Einsatz geben wird», sagte die Rückraumspielerin der Spono Eagles und strahlte. Als Ausdruck ihrer Zuversicht lackierte sie sich die Fingernägel in Pink, in jener Farbe also, die auch auf den Trikots dominiert. «Es war symbolisch gemeint, wie beim letzten Meistertitel.» Damals, im Mai 2016, hatte sich Frey die Fingernägel vor dem entscheidenden Finalspiel gegen den LC Brühl goldig angestrichen. Kurz darauf trug sie die Goldmedaille um den Hals.

Gestern traf Spono wieder auf Brühl, und wieder trog sie ihr gutes Gefühl nicht. Der Cupfinal in der Zürcher Saalsporthalle gegen den grossen Rivalen aus St. Gallen wurde sogar zu einer überraschend klaren Angelegenheit, die sich im Schlussergebnis von 27:23 nicht widerspiegelt.

«Frauen, was ist los?» – Brühls Trainer verzweifelt

Der aktuelle Titelverteidiger und mit zehn Erfolgen Rekord-Cupsieger befand sich nämlich von Beginn weg auf verlorenem Posten. Nach einer Viertelstunde nahm Trainer Werner Bösch beim Stand von 4:8 das erste Time­out und forderte eine aktivere Abwehrarbeit. «Sonst funktioniert es nicht!» Zehn Minuten später standen sie wieder am Seitenrand, Bösch bat zur zweiten Auszeit, mittlerweile einen 6:13-Rückstand zur Kenntnis nehmend. «Frauen, was ist los? Was haben wir uns vorgenommen?», fragte er bereits mit Resignation im Unterton. Besserung aber trat keine ein, in der 54. Minute nahm das Geschehen angesichts eines Zehntoredefizits (17:27) sogar demütigende Züge an. Am Ende gelang gegen ein nachlassendes Nottwil wenigstens noch Resultatkosmetik.

An der souveränen Art und Weise, wie Spono zum vierten Cupsieg seiner Vereinsgeschichte kam, änderte dies freilich nichts mehr. Es war ein eindrücklicher Start-Ziel-Sieg, den sich Trainer Urs Mühlethaler genau so vorgestellt hatte: «Wir waren auf alles vorbereitet, der Gegner konnte nichts machen, was uns hätte überraschen können. Wir wollten von Beginn weg die Pace bestimmen.» Die Defensive war kompakt, die starke Torhüterin Lea Schüpbach wehrte fast 40 Prozent der Würfe ab. Nie fanden die St. Gallerinnen zu ihrem Spiel, nur die Engländerin Kathryn Fudge deutete zwischendurch an, zu was sie fähig ist, wenn man sie denn lässt – mit acht Toren war sie mit Abstand die beste Schützin ihres Teams.

Lisa Frey mit Galaauftritt

Im Angriff gingen die Luzernerinnen derweil mit einer «gewissen Lockerheit» ans Werk, wie Lisa Frey feststellte. Das war vor allem für sie keine Selbstverständlichkeit, hatte sie doch vor kurzem an sich gezweifelt. «Lisa und ich hatten ein Gespräch. Sie fand, dass sie vorne nicht in Form sei. Ich wies sie auf ihre Trainingsleistungen hin und betonte: Du bist in Form!», erklärte Mühlethaler.

Wie recht er hatte, zeigte sich gestern in aller Deutlichkeit. Lisa Frey traf elfmal ins gegnerische Netz und damit so oft wie nie seit ihrer Rückkehr nach dem Kreuzbandriss von Ende 2016. «Ich versuchte an die positiven Worte von Urs zu glauben. Wunderbar, wie das funktioniert hat», schwärmte die 23-jährige Schweizer Nationalspielerin. St. Gallens Goalie Sladana Dokovic, die den Adlern vom Sempachersee schon öfters die Flügel gestutzt hat, war phasenweise zu bemitleiden, derart unglücklich wehrte sie sich gegen die Geschosse von Frey und Co. In der 37. Minute traf Ivana Ljubas sogar von der eigenen Neunmeterlinie über das ganze Feld hinweg ins leere Gehäuse, weil Dokovic einer zusätzlichen Angreiferin Platz gemacht und es nach dem Ballverlust nicht rechtzeitig auf ihre Position zurückgeschafft hatte.

Mühlethaler: «Nun wollen wir das Double»

Für Mühlethaler war es dabei der erste Cupsieg in einer ansonsten reich dekorierten Trainerkarriere und der zweite Titel mit den Spono Eagles, die er seit 2014 coacht. Diese Premiere und die abgeklärte Leistung im Final machten den fordernden Handball-Doyen rundum glücklich. Erwähnt sei auch, dass Spono auf dem Weg zur Trophäe mit dem LK Zug im Viertelfinal und RW Thun im Halbfinal auch noch die anderen Spitzenteams eliminiert hatte.

Zufrieden geben sie sich damit in Nottwil aber noch nicht, Mitte Mai beginnt der Final in der Meisterschaft (best of 3), wieder ist der LC Brühl der Kontrahent. «Jetzt wollen wir das Double», stellt Mühlethaler klar – es wäre das erste für Spono seit dem Jahr 2001. Welche Farbe Lisa Freys Fingernägel wohl dann haben werden?

Spono-Polonaise mit Xenia Hodel, Pascale Wyder, Gianna Calchini, Lisa Frey und Tamara Aegerter (von rechts). (Bild: Alexander Wagner/Foto-net (Zürich, 29. April 2018))

Spono-Polonaise mit Xenia Hodel, Pascale Wyder, Gianna Calchini, Lisa Frey und Tamara Aegerter (von rechts). (Bild: Alexander Wagner/Foto-net (Zürich, 29. April 2018))

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