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Schweizer Handballer verlieren gegen Kroatien: Andy Schmid alleine reicht nicht

Die Schweiz verliert in Zug gegen Kroatien mit 28:33 und vergibt den ersten Matchball für die EM 2020. Nun wartet die ultimative Reifeprüfung – im serbischen Hexenkessel vor 7000 Zuschauern.
Stephan Santschi
6000 Fans kamen in die Bossard-Arena, darunter viele Kroaten. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)6000 Fans kamen in die Bossard-Arena, darunter viele Kroaten. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Lenny Rubin steigt höher als alle anderen. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Lenny Rubin steigt höher als alle anderen. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Andy Schmid wirft einen Penalty. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Andy Schmid wirft einen Penalty. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Kroatische Fans bejubeln einen Treffer. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Kroatische Fans bejubeln einen Treffer. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Andy Schmid (links) verabschiedet sich von Kroatiens Domagoj Duvnjak. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Andy Schmid (links) verabschiedet sich von Kroatiens Domagoj Duvnjak. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Der Schweizer Andy Schmid (links gegen Kroatiens Domagoj Duvnjak. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Der Schweizer Andy Schmid (links gegen Kroatiens Domagoj Duvnjak. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Abschlussversuch von Philip Novak. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Abschlussversuch von Philip Novak. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Wurf von Andy Schmid. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Wurf von Andy Schmid. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Kroatiens Trainer Igor Vori feuert seine Spieler an. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Kroatiens Trainer Igor Vori feuert seine Spieler an. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Nikola Portner, Torhüter der Schweizer Handball-Nati, kassiert einen Treffer. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Nikola Portner, Torhüter der Schweizer Handball-Nati, kassiert einen Treffer. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Jubel beim Luzerner Andy Schmid. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Jubel beim Luzerner Andy Schmid. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Lenny Rubin beim Torwurf. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Lenny Rubin beim Torwurf. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Jubel bei Marvin Lier. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Jubel bei Marvin Lier. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Kroatiens Manuel Strlek schiesst aufs Tor. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Kroatiens Manuel Strlek schiesst aufs Tor. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Nati-Trainer Michael Suter. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Nati-Trainer Michael Suter. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Enttäuschung bei Andy Schmid nach dem Spiel. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Enttäuschung bei Andy Schmid nach dem Spiel. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Kroatiens Luka Stepancic posiert mit Fans. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Kroatiens Luka Stepancic posiert mit Fans. (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
Andy Schmid begrüsst Welthandballer Domagoj Duvnjak (rechts). (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)Andy Schmid begrüsst Welthandballer Domagoj Duvnjak (rechts). (Bild: Philipp Schmidli, Zug, 12. Juni 2019)
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6000 Zuschauer in Zug – aber die Kroaten jubeln

Der Frust war greifbar bei Andy Schmid, schon in der Pause beim Stand von 13:17 war der Spielmacher aus Luzern nicht glücklich mit dem Auftritt der Schweiz. «Uns fehlt die Gierigkeit, wir sind zu passiv. Wir müssen härter decken, sonst haben wir in der zweiten Halbzeit keine Chance.» Und nach dem Schlusspfiff hielt der 35-jährige Superstar der Rhein-Neckar Löwen fest: «Für den Sieg kamen wir nicht in Frage, wir waren zu wenig geil darauf. Wir hatten vor diesem Weltklasse-Gegner zu viel Respekt.»

28:33 verloren die Schweizer gegen Kroatien, womit sie im zweitletzten Qualifikationsspiel den ersten Matchball für die erstmalige EM-Teilnahme seit 2006 verspielten. Dem prominenten Konkurrenten waren sie von Beginn weg unterlegen, weil bei ihnen nur ein Akteur Weltklasseformat verkörperte – und das war eben Andy Schmid. 15 der 28 Schweizer Treffer gingen auf sein Konto, was über 53 Prozent der gesamten Torausbeute sind. Um eine Auswahl wie jene von Kroatien, das seit 2003 jedes grosse Turnier in den Top 6 beendet hat, zu schlagen, verfügt die SHV-Auswahl (noch) über zu wenige Schmids in ihrem Kader. Keiner kommt nur annähernd an das Palmarès des zweifachen Deutschen Meisters und fünfmaligen MVP der Bundesliga heran, niemand im Kader hat zehn Jahre Auslanderfahrung wie Schmid in seinem Rucksack.

Absenzen in der Abwehr wiegen zu schwer

Einfach nur schlecht war er deshalb nicht, der Schweizer Auftritt vor 6135 Zuschauern in der Zuger Bossard Arena. «Grosses Kompliment an die Mannschaft, wir kämpften wie Löwen», sagte Nationaltrainer Michael Suter sogar. Angesprochen war die zweite Hälfte, in der man sich mit dem Favoriten auf Augenhöhe befand. Doch da waren eben auch die ersten 30 Minuten, in denen vor allem die Kroaten für Stimmung sorgten – sowohl auf dem Platz wie auch auf der Tribüne.

Auffällig war die fehlende Stabilität in der Defensive. Ohne die verletzten Bundesligaprofis Samuel Röthlisberger und Alen Milosevic, beides starke Verteidiger, bekam sie nie Zugriff auf den Angriff der Gäste. Wenn die Schweizer zu flach deckten, schossen ihnen die wurfkräftigen Rückraumspieler Domagoj Duvnjak, Marko Mamic und Luka Stepancic die Bälle um die Ohren. Machten sie den Schritt nach vorne, entwischte ihnen im Rücken der bewegliche Kreisläufer Marin Sipic. Auch der Schweizer Goalie Nikola Portner vom letztjährigen Champions-League-Sieger Montpellier fand nicht ins Spiel, seine Fangquote sank zeitweise auf belanglose 14 Prozent.

Hinzu kam, dass das zweite Element, das den Schweizern zuletzt bei den Siegen gegen Serbien und Belgien so hilfreich gewesen war, ebenfalls nicht funktionierte. In der 22. Minute beorderte Suter im Angriff einen siebten Feldspieler auf Kosten des Torhüters auf den Platz. Doch den Ruf, diese taktische Massnahme so strukturiert zu beherrschen wie nur wenige Nationen, bestätigten sie diesmal nicht. Im rechten Aufbau mangelte es an Durchschlagskraft, der linke Aufbauer Lenny Rubin, 2,04 Meter gross, aber eben auch erst seit einem Jahr im Ausland engagiert, liess die nötige Ruhe im Abschluss vermissen, und Kreisläufer Lucas Meister, der nun in die Bundesliga wechseln wird, war nur selten anspielbar.

Schützenhilfe von Belgien bleibt aus

Und so blieb am Ende die Erkenntnis, dass die Schweiz der internationalen Spitze in den letzten drei Jahren zwar näher gerückt ist, dass ihr aber sowohl die Erfahrung als auch die Breite im Kader noch fehlt, um einem Brocken wie Kroatien das eigene Spiel aufzuzwingen.

Als zwei Stunden später aus Belgien dann noch die Kunde vom klaren 37:26-Auswärtssieg der Serben die Runde machte, zerschlug sich die Hoffnung auf die vorzeitige EM-Qualifikation vollends. Am nächsten Sonntag in Serbien bietet sich den Schweizern vor 7000 heissblütigen Zuschauern der zweite und letzte Matchball. Der aufstrebenden Truppe von Suter steht also gleich die nächste grosse Reifeprüfung bevor. «Ich hoffe, dass wir unsere Bleiwesten ablegen können», sagte Andy Schmid noch. Eine Niederlage mit vier Toren Differenz darf sich die Schweiz dabei erlauben, um Platz zwei zu wahren. Selbst bei einer höheren Niederlage kann sie als einer der vier besten Gruppendritten noch das EM-Ticket lösen.

EM-Qualifikation. 2. Phase. Gruppe 2.

5. Runde. In Zug: Schweiz – Kroatien 28:33 (13:17). – In Leuven: Belgien – Serbien 26:37 (10:20). Rangliste (je 5 Spiele): 1. Kroatien 9. 2. Schweiz 6. 3. Serbien 4. 4. Belgien 1. Nächstes Spiel. Sonntag, 16. Juni (18.00 in Novi Sad): Serbien – Schweiz. Modus: Die ersten zwei Teams pro Gruppe (total 8) plus die vier besten Gruppendritten qualifizieren sich für die EM-Endrunde 2020.
Schweiz – Kroatien 28:33 (13:17) Zug. – 6135 Zuschauer. – SR Lopez/Ramirez (ESP). Torfolge: 0:1, 4:5, 6:5, 8:7 (16.), 8:10, 10:11 (21.), 10:14 (25.), 13:17; 13:18, 15:20, 17:20, 19:22, 19:24, 21:24, 21:26, 24:28, 24:30, 26:30, 28:33. Strafen: je 4-mal 2 Minuten. Schweiz: Portner (6 Paraden)/Bringolf (2); Schmid (15/4), Meister, Rubin (5), Tynowski (1), Svajlen, Lier (3), Sidorowicz (1), Raemy (2), Küttel (1), Maros, Mühlemann, Novak. Kroatien: Ivic (5 Paraden)/Asanin (ab 34./9); Duvnjak (7), Stepancic (8), Vida, Bozic Pavletic (1), Strlek (2/2), Musa, Mamic (6), Mandic (4), Sipic (5). Bemerkungen: Schweiz ohne Röthlisberger, Milosevic, von Deschwanden, Delhees, Markovic, Vernier (alle verletzt), Tominec (überzählig), Gerbl und Zehnder (beide nicht eingesetzt).

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