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Schweizer Handballer zeigen Herz gegen Serbien

Die Schweiz gewinnt gegen Serbien mit 29:24 und stösst die Tür zur EM weit auf. Während Andy Schmid auf dem Platz zaubert, sorgen die Zuschauer in der Zuger Bossard-Arena für Heimspielatmosphäre.
Stephan Santschi
Regisseur von Weltformat: der Stadtluzerner Andy Schmid (am Ball). (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018))

Regisseur von Weltformat: der Stadtluzerner Andy Schmid (am Ball). (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018))

Am Schluss spazierten die Spieler der Schweizer Nationalmannschaft über den Platz und präsentierten den Zuschauern ein Banner mit der Aufschrift: «Vielen Dank für eure Unterstützung.» Auf diese Weise bedanken sich Sportler normalerweise bei ihrem Anhang, wenn die Saison vorbei oder ein grosses Ziel erreicht worden ist. Beides ist hier nicht der Fall, die Partie gegen Serbien war erst das zweite von sechs EM-Qualifikationsspielen.

Der Dank für die Unterstützung der Supporter drückte aber aus, wie wichtig dieses erste Heimspiel auf dem Weg an die EM 2020 gewesen ist. Mit dem 29:24-Sieg gegen Serbien haben die Schweizer die erste EM-Teilnahme seit dem Heimturnier 2006 in greifbare Nähe gerückt. Erleichterung war spürbar in der Bossard-Arena, «Erlösung aber noch nicht. Die stellt sich erst ein, wenn wir uns qualifiziert haben», betonte der Stadtluzerner Andy Schmid.

Die Bedenken von Andy Schmid in der Pause

Er, der 35-jährige Spielmacher von Weltformat, war erneut die prägende Figur im Angriff der Schweiz. Zehnmal traf er ins gegnerische Netz, darüber hinaus setzte er immer wieder seine Mitspieler mit präzisen Zuspielen in Szene. Dabei war der Auftakt in die Partie noch gründlich missglückt. Nach sechs Minuten lagen die fehlerhaften und nervös wirkenden Schweizer mit 2:5 zurück. Michael Suter griff deshalb schon früh zu einem Schachzug, der schon beim starken Auftritt am Donnerstag am Auftakt der EM-Kampagne in Kroatien (28:31-Niederlage) zum Zug gekommen war: Der Nationaltrainer ersetzte den Torhüter durch einen siebten Angreifer. Die Schweizer griffen daraufhin deutlich effektiver an, drehten das Skore und gingen bis zur 21. Minute mit 9:6 in Führung. Auch die Defensive fand nun zu mehr Stabilität und zahlte gegen die hart auftretenden Serben mit gleicher Münze zurück. Dennoch blieb das Spiel bis zur Pause offen, weil die Schweizer den Gegner mit einem verschossenen Penalty, einer unnötigen Strafe und technischen Fehlern wieder ins Spiel brachten. «Uiuiui», dachte sich Schmid in der Kabine und forderte von seinen Teamkollegen: «Jetzt müssen wir Herz zeigen und in die Offensive gehen.»

Über 4000 Fans sorgten in der Bossard-Arena für eine tolle Atmosphäre und trugen das Schweizer Team zum Sieg.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Der Stadtluzerner Andy Schmid (am Ball): Der Spielmacher setzt sich gegen seine serbischen Kontrahenten Zivan Pesic und Miljan Pusica durch.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Mann des Spiels: Andy Schmid trifft ganze zehn Mal ins gegnerische Netz.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Zwei Schlüsselfiguren im schweizerischen Team: die grossgebauten Spieler Andy Schmid (links) und Alen Milosevic.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Der 1,91 grosse Schweizer Kreisläufer Alen Milosevic ist schwer zu bremsen. Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Als Kreisläufer hat Alen Milosevic (links) viel Körperkontakt von den gegnerischen Spielern.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Der Serbe Nemanja Ilic (links) kann Luka Maros (am Ball) nicht aufhalten.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Spieler Roman Sidorowicz (am Ball) setzt zum Schuss an.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
So sehen Sieger aus: Die Spieler Maximilian Gerbl (links) und Alen Milosevic bejubeln ihren Erfolg.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
Schweizer Trainer Michael Suter ist zufrieden mit seinem Team: mit diesem Sieg steht die Tür zur EM 2020 offen.
Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zug, 28. Oktober 2018)
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Schweizer Handballer zeigen Herz

Genau das taten die Schweizer dann auch. Unter der Regie von Schmid blieben sie stets in Front und gingen nach 45 Minuten sogar mit 22:16 in Führung. Selbst als Schmid vorübergehend in Manndeckung genommen wurde, kam es nicht zum Bruch im Offensivspiel. Dafür sorgte der eingewechselte Lenny Rubin, der seine 2,05-Meter gekonnt einzusetzen wusste und viermal wuchtig aus dem Rückraum traf. Im Tor lief derweil Champions-League-Sieger Nikola Portner zur Grossform auf. Neben einer Abwehrquote von 33 Prozent erzielte er auch zwei Tore ins leere Netz des Gegners.

Über 4000 Fans in der Bossard-Arena

Und dann war da eben das Publikum in der Zuger Bossard-Arena, wo sonst der EV Zug seine Heimspiele austrägt. Über 4000 Fans waren gekommen, sorgten für eine grossartige Atmosphäre und trugen das Heimteam zum Sieg. Damit stiessen die Schweizer auf Platz zwei der Tabelle vor – und die Tür zur EM 2020 weit auf.

2. Runde. Gruppe 2: Schweiz – Serbien 29:24. Belgien – Kroatien 25:30.Rangliste (je 2 Spiele): 1. Kroatien 4. 2. Schweiz 2. 3. Belgien 1. 4. Serbien 1.

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