HANDBALL: Emmen setzt «ein starkes Zeichen»

Emmen verhindert erstmals die sofortige Rückkehr ins Unterhaus. Die 1.-Liga-Abstiegsbarrage gegen die SG Kadetten/Pfadi Youngsters hätte kaum enger sein können.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen
Wurde immer wieder in Abschlussposition gebracht: der Emmer Rückraumspieler und elffache Torschütze Lukas Huwiler (am Ball). (Bild: Manuela Jans (Emmen, 20. November 2016).)

Wurde immer wieder in Abschlussposition gebracht: der Emmer Rückraumspieler und elffache Torschütze Lukas Huwiler (am Ball). (Bild: Manuela Jans (Emmen, 20. November 2016).)

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Sechs Sekunden waren noch zu spielen, als Emmens Trainer Stephan Meier ein letztes Time-out nahm. «Ich wollte meiner Mannschaft nochmals etwas Zeit geben, um durchzuschnaufen. Danach haben wir es solide heruntergespielt.» 29:28 verloren die Luzerner zwar, dank dem 20:19-Heimsieg vor einer Woche setzten sie sich am Ende gegen die SG Kadetten/Pfadi Youngsters aber dank der mehr erzielten Auswärtstore durch.

Die Emmer Supporter, die in der Schaffhauser BBC-Arena mit Pauken, Blasinstrumenten und in schwarzrote Vereinsfarben gekleidet für Heimspielatmosphäre sorgten, feierten mit ihrem Team den Verbleib in der 1. Liga. «Fantastisch, das waren gefühlte 500 Zuschauer», schwärmte Meier über das Publikum, das offiziell aus 142 Anwesenden bestand.

Sonderlob für Torhüter Schnellmann

Es war also eine äusserst enge Geschichte, diese 1.-Liga-Abstiegsbarrage mit Hin- und Rückspiel im Europacup-Modus. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur letzten Sekunde. Vor einer Woche beim 20:19-Hinspielsieg legte Emmen die Basis mit einer starken Deckung. In der Reprise gefiel dann auch der Angriff, den Meier über einen Grossteil der Partie mit sieben Feldspielern agieren liess. Immer wieder gelang es dem Kollektiv, die beiden Rückraumschützen Lukas Huwiler (11 Tore) und Luka Ravlija (8) in Szene zu setzen. «Wir zogen unsere Lehren aus dem ersten Spiel, wir haben mit mehr Auge und Übersicht abgeschlossen.» Das Sonderlob sparte sich der Trainer aber für Goalie Yannick Schnellmann auf: «Er hat diese Abstiegsspiele geprägt, Yannick war auf den Punkt parat.»

Die Emmer, die in den letzten sieben Jahren dreimal in die 1. Liga aufgestiegen und zweimal sofort wieder abgestiegen sind, konnten damit erstmals den sofortigen Rückfall ins Unterhaus verhindern. «Ich bin extrem stolz auf meine Mannschaft, wie sie trotz der Widrigkeiten in dieser Saison alles ins Trockene gebracht hat», sagte Meier. Letzte Saison war man ja nur dank des Verzichts der Surseer am grünen Tisch aufgestiegen, «nun haben wir bewiesen, dass wir uns zu einer 1.-Liga-Auswahl entwickelt haben. Das ist ein starkes Zeichen.» Die SG Kadetten/Pfadi Youngsters hätten im finalen Duell zwar individuell starke Spieler in ihren Reihen gehabt, Emmen sei aber besser eingespielt gewesen.

Mit den angesprochenen Widrigkeiten meinte Meier die regelmässig wiederkehrenden Verletzungssorgen. Und dann meldete sich im März nach sechs Spielen und 36 Toren auch noch der erst zur Winterpause verpflichtete, ehemalige Profi Goran Djuricin aufgrund privater Umstände ab. «Dadurch sind wir noch enger zusammengerückt und haben diesen Ausfall, den man auf diesem Niveau nicht 1:1 ersetzen kann, im Kollektiv kompensiert.

Zuerst der Genuss, dann die Saisonplanung

Damit haben die Emmer ihr Saisonziel, zu welchem sie sich von Beginn weg klar bekannt haben, erreicht. «Die 1. Liga hatte für uns absolute Priorität, nun können wir dieses Projekt weiterführen», freute sich Meier. Ob er Trainer bleiben und wie nächste Saison das Kader aussehen wird, dazu wollte er sich nach dem Exploit in Schaffhausen noch nicht äussern. «Jetzt geniessen wir erst mal den Moment, dann sitzen wir zusammen und besprechen alles.» Fest steht: Das Image eines Liftklubs möchten sie beim 2009 gegründeten Handball Emmen definitiv ablegen.

Männer, 1. Liga

Abstiegs-Entscheidungsrunde 1./2. Liga: SG Kadetten/Pfadi Youngsters – Emmen 29:28 (15:15). – Rangliste: 1. Emmen 2/2. 2. SG Kadetten/Pfadi Youngsters 2/2. – Emmen verbleibt in der 1. Liga.