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HANDBALL: Gublers Poker geht auf

Welch eine Dramatik im Eichli: Die Stanser erleiden einen Fehlstart, schaffen die Wende und bezwingen Winterthur in den Schlusssekunden – auch dank ihrem mutigen Trainer.
Stephan Santschi
Stans-Goalie Stipan Maric sieht sich mit einem Schuss des Winterthurers Yannick Ott (links) konfrontiert. (Bild: Roger Grütter (Stans, 17. Februar 2018))

Stans-Goalie Stipan Maric sieht sich mit einem Schuss des Winterthurers Yannick Ott (links) konfrontiert. (Bild: Roger Grütter (Stans, 17. Februar 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Andy Gubler nimmt sein letztes Time-out, und bevor er zu seinen Spielern spricht, ballt der Stanser Trainer seine Faust und jubelt kurz. Elf Sekunden sind gegen die SG Yellow/Pfadi Espoirs noch zu spielen, 30:30 lautet das Skore. Gubler weiss, dass seine Mannschaft mindestens einen Punkt auf sicher hat. Doch ganz so klar ist das eigentlich nicht, denn nun setzt er alles auf eine Karte. Er nimmt Goalie Stipan Maric raus, ersetzt ihn durch einen siebten Feldspieler und schafft damit im letzten Angriff eine personelle Überzahl. Was, wenn einer seiner Akteure den Ball nach Wiederanpfiff vertändelt und dem Gegner einen Wurf ins eigene, leere Tor ermöglicht? Der BSV würde sogar leer ausgehen. Gubler nimmt es in Kauf. «Weil wir in unserer Situation nicht einen, sondern zwei Punkte brauchen. Nicht alle Spieler hatten Freude an diesem Entscheid.»

Worte, die er schmunzelnd sagt, und das macht deutlich: Der Poker geht auf. Eine schnelle Passkombination, der Ball landet am linken Flügel bei Christian Imfeld, und der drischt den Ball vier Sekunden vor Schluss über die Linie zum 31:30. Kurz darauf branden Siegesschreie durch die Eichlihalle, die Stanser drehen sich im Kreis, feiern, erhalten von der Tribüne warme Standing Ovations. «Ein Hitchcock-Finale», sagt einer und atmet wie die meisten der 340 Zuschauer durch. Dank den zwei Punkten verlassen die Nidwaldner erstmals seit Monaten die Abstiegszone der NLB.

Stans mit einem «hüftsteifen» Beginn

So stimmungsvoll und energiegeladen, wie der Abend endete, hatte er nicht begonnen, ganz im Gegenteil. Ein fasnächtlicher Kater war zu spüren, sowohl auf dem Platz als auch daneben. Die Stanser fanden keinen Zugriff aufs Spiel, standen vor allem in der Abwehr neben sich. Christian Arnosti erlebte in Spiel zwei nach seinem Comeback wohl einen der bittersten Momente im Stanser Dress, keinen einzigen Ball kriegte er zu fassen, nach 14 Minuten wurde der sonst so zuverlässige Keeper ausgewechselt. Abwehrchef Roger Scherer fehlte es derweil in zwei verschiedenen Situationen auf identische Weise an Muskelkraft, um den Gegenspieler am erfolgreichen Durchstoss zu hindern.

Erst in der 10. Minute schaffte es der BSV erstmals, einen gegnerischen Angriff im Verbund abzuwehren, in der 18. Minute zeigte Maric die erste Stanser Goalie-Parade, gar erst zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang der erste Block. «Wir waren hinten hüftsteif und nicht beweglich auf den Beinen», stellte Gubler fest. Die Konsequenz: Nach 25 Minuten lagen die Einheimischen mit 11:16 zurück. Kurz vor der Pause begann sich die Trendwende allerdings abzuzeichnen. Der Kampfgeist, eine der grossen Stärken der Nidwaldner, erwachte – sinnbildlich hierfür stand der Auftritt von Kreisläufer David Riederer. Der 25-jährige Berner aus Münchenbuchsee legte sich mit Gegenspielern an, sorgte für Emotionen und hatte am Ende sechs Treffer bei einer 100-prozentigen Abschlussquote auf seinem Konto. «Es ging ein Ruck durch die Mannschaft», bemerkte er. Der Anschlusstreffer zum 16:17 kurz vor Ablauf der ersten Halbzeit weckte auch das Publikum, erstmals bedachte es einen Torerfolg der eigenen Mannschaft mit einem Emotionsausbruch, der diese Bezeichnung auch verdiente.

Fünfter Sieg mit einem Tor Differenz

Was folgte, war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Mannschaften, die doch einige Fehler machten, sich aber nichts schenkten. Stans zog zweimal auf drei Tore davon (21:18 und 24:21), wurde aber beide Male von den im Ranking um fünf Positionen besser klassierten Winterthurern wieder gestellt. Die Abwehr verteidigte nun zumindest im Zentrum weitaus aggressiver, und im Angriff fand Spielmacher Fernando Skrebsky Dutra jene Lücken, um sein Team im Spiel zu halten. Als der Brasilianer dann allerdings eine Minute vor Schluss beim Stand von 30:30 einen Penalty verschoss, drohte doch noch die bittere Niederlage.

Letzte herzhafte Abwehr­aktionen drängten Yellow/Pfadi Espoirs jedoch ins Zeitspiel, dann folgte Gublers Time-out – und Imfeld traf vom Flügel. Der sechste Sieg der Saison, der fünfte mit einem Tor Differenz, war Tatsache. Und die Eichlihalle um ein Handballfest reicher.

Nationalliga B

17. Runde: Stans – SG Yellow/Pfadi Winterthur 31:30. Altdorf – Möhlin 38:24. Birsfelden – Lakers Stäfa 29:36. STV Baden – HS Biel 30:25. Horgen – Kadetten Espoirs SH 28:36. Steffisburg – Solothurn 32:28. Siggenthal/Vom Stein – RTV Basel 17:28.

Rangliste (alle 17 Spiele): 1. RTV Basel 32. 2. STV Baden 28. 3. Solothurn 21. 4. Kadetten Espoirs SH 21. 5. Möhlin 21. 6. Lakers Stäfa 18. 7. HS Biel 15. 8. SG Yellow/Pfadi Winterthur 15. 9. Altdorf 13. 10. Stans 12. 11. Birsfelden 11. 12. Siggenthal/Vom Stein 11. 13. Horgen 10. 14. Steffisburg 10.

Stans – Yellow/Pfadi Espoirs 31:30 (16:17)

Eichli. – 340 Zuschauer. – SR Anthamatten/Wapp. – Strafen: je 6-mal 2 Minuten. – Stans: Arnosti/Maric (ab 14.); Wanner (2), Lussi (2), Skrebsky Dutra (6/1), Perovic (5), Imfeld (2), Riederer (6), Kuster (2), Scherer (5); Odermatt (1), Henrich, Schumacher, Christen. – Bemerkungen: Schärer wirft Penalty über das Tor (22./10:13). Bräm wirft Penalty an die Latte (35./17:17). Staub hält Penalty von Skrebsky Dutra (59./30:30).

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