HANDBALL: HC Kriens-Luzern unterliegt dem BSV Bern Muri mit 23:24

Enttäuschung pur beim HC Kriens-Luzern: Er verliert das NLA-Spiel gegen den BSV Bern Muri mit 23:24. Wieder war der HCK lange auf gutem Weg. Wieder verlor er in den Schluss-Sekunden. Diesmal aber hatte der HCK die letzten drei Chancen - aber das reichte nicht mal zum Unentschieden.

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Peter Schramm vom HC Kriens-Luzern mit einem Abschlussversuch. (Bild Roger Grütter)

Peter Schramm vom HC Kriens-Luzern mit einem Abschlussversuch. (Bild Roger Grütter)

Der HC Kriens Luzern verliert sein Heimspiel gegen den BSV Bern Muri mit 23:24. Wieder kippte das Spiel in der Schlussphase gegen den HCK. Und diesmal erkämpfte sich das Heimteam sogar die drei letzten Chancen. Aber auch diese gingen an den Pfosten. Fürs Selbstvertrauen der Mannschaft wird dieses Ergebnis nicht gesorgt haben - auch wenn man sagen muss, dass die Leistung des HCK trotz Niederlage über weite Strecken in Ordnung war. Aber es bewahrheitete sich wieder einmal, dass Handball-Spiele halt einfach in der Schlussphase entschieden werden.

Vukasin Stojanovic vom HC Kriens-Luzern (mitte) gegen Berns Dominic Rosenberg. (Bild: Roger Grütter)
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Thomas Hofstetter vom HCK (links) gegen Berns Benjamin Steiger. (Bild: Roger Grütter)
Der Krienser Boris Stankovic (links) setzt sich durch. (Bild: Roger Grütter)
Setzt zum Wurf an: der Krienser Luca Spengler. (Bild: Roger Grütter)
Luca Spengler vom HC Kriens-Luzern wird von Berns Valentin Striffeler zurückgehalten. (Bild: Roger Grütter)
Wuchtiger Abschlussversuch des Kriensers Philipp Reuter (Bild: Roger Grütter)
HCK-Spieler Thomas Hofstetter (links) beim Angriff. (Bild: Roger Grütter)
HCK-Torhüter Noah Ineichen wehrt einen Schuss ab. (Bild: Roger Grütter)
HCK-Trainer Heiko Grimm mit der Auswechelbank (Bild: Roger Grütter)

Vukasin Stojanovic vom HC Kriens-Luzern (mitte) gegen Berns Dominic Rosenberg. (Bild: Roger Grütter)


Dabei hätte der Gastgeber Chancen genug gehabt, das Spiel schon lange vorher in die richtigen Bahnen zu lenken. Nach 47 Minuten führte das Heimteam mit drei Treffern. Das dank einem erstarkten Noah Ineichen im Tor, der die Deckung gut unterstützte. Aber auch dank einer soliden Leistung im Angriff. Dabei wendete der HCK eine drohende Wende mehr als einmal ab. Etwa, als Fellmann dreimal in Serie am starken serbischen Nationalkeeper Marjanac scheiterte. Das Team deckte in dieser Phase stark und ermöglichte es so dem Gast nicht, zu nahe aufzuschliessen. 

Der vierte Treffer Abstand wäre dann wohl die endgültige Entscheidung gewesen und die Grundlage für einen entspannten Finish. Stattdessen aber brachte eine (der nicht gerade seltenen) umstrittene Ref-Entscheidung das fragile Gebilde HCK völlig durcheinander. Stojanovic musste auf die Strafbank, obschon er den Gegenspieler weniger foulte als vielmehr dieser schon im Stolpern in ihn lief. Solche Entscheidungen gibt es immer wieder - diesmal aber hatte das fatale Konsequenzen. Während der zweiminütigen Unterzahl hatte der BSV ausgeglichen und war zurück im Spiel. 

Der Ball war nun plötzlich wieder glühend heiss, die Hände auch. Der BSV Bern Muri hatte das Momentum auf seine Seite gezogen, während beim HCK das Déjà-vu des letzten Spieltages in St. Gallen vor den Augen durchzog: Alles schon mal erlebt, einen sicheren Sieg in der Schlussphase «vergeigt»...Zeit genug bestand dafür - denn es kamen die (einmal mehr) berühmten letzten fünf Spielminuten - für den HCK wohl eine gefühlte Ewigkeit. Der BSV hatte soeben das 24:23 vorgelegt. In der Folge scheiterten beim HCK Baviera, Stojanovic (er setzte in dieser Phase sogar einen Siebenmeter übers Tor) und Schramm. Es wollte einfach nicht klappen an diesem Abend. Und es war wie schon so oft: Es war der eine oder andere Fehler zu viel. 

So jubelte am Schluss der Gast aus Bern über einen Erfolg, den er sicher nicht gestohlen hat. Aber der gerade so gut an den Gastgeber hätte gehen können. Ja hätte gehen müssen. Denn am Schluss fehlte es beim HCK wohl am Kopf - und am fehlenden Erfolgserlebnis in den letzten Wochen. Einmal mehr hatte der HCK nicht die breite Brust, um einen Gegner angesichts einer klaren Führung aus der Halle zu stossen. Stattdessen zerfiel die gute Ausgangslage in einen Moment, und nichts und niemand konnte den Lauf der Dinge in diesem Moment ändern.

Um es klar zu sagen: Passiert ist mit der Niederlage gegen den BSV Bern Muri wohl nichts (ausser des fehlenden Erfolgserlebnisses). Denn noch immer hat der HCK sein Playoff-Schicksal in den eigenen  Händen und kann mit einem Erfolg im Direktduell gegen St. Otmar die ganze Saison wieder ins gleissende Sonnenlicht rücken. Nur steht das wohl im Moment eher im Hintergrund. Denn zuerst einmal braucht die Mannschaft ein Erfolgserlebnis, um im Kopf die negativen Bilder der letzten knappen Niederlagen löschen zu können. 
 

HC Kriens-Luzern - BSV Bern Muri 23:24 (13:12)
Maihofhalle, 1'000 Zuschauer. SR Bernet/Wick
Spielverlauf:1:0, 1:1, 2:2, 3:4, 4:6, 6:6, 7:9, 8:10, 9:11, 11:11, 11:12, 12:12; 13:12; 13:13, 14:14, 15:15, 17:17, 18:18, 20:18, 22:19, 22:22, 23:23, 23:24 (56.). 

HC Kriens-Luzern: Ineichen/Portmann; Blättler (1), Spengler (1), Vögtli (1), Stojanovic (2/1), Baviera (3), Stankovic (6), Reuter (3), Schramm (2), Hofstetter (3).

BSV Bern Muri: Rosenberg/Marjanac (ab 31.); Lengacher (3), Reber (2), Baumgartner (3), Gionvanelli, Steiger (6), Getzmann, Striffeler (3), Kurth (3), Rohr, Räz, Heer (1), Arn (3).

Bemerkungen: Kriens ohne Mühlebach und Schelbert. BSV Bern ohne Nyffenegger.
Penalties: 59. Stojanovic setzt Penalty übers Tor (23:24). Strafen: HCK 5, BSV 4x2 Minuten.
J.P. Chenet Best Player;: Ineichen (HC Kriens-Luzern) und Marjanac (BSV Bern Muri)
 

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern