HANDBALL: HC Kriens: Niederlage im zweiten Playoff-Spiel

Der HC Kriens hat das zweite Playoff-Spiel gegen die Kadetten Schaffhausen mit einem Spielstand von 23:29 verloren. Der Krienser Handballverein kämpfte zwar seinerseits, kam aber bezüglich Intensität und Effizienz vor 1'400 Zuschauern nicht mehr an die Leistung von Ostermontag heran.

Drucken
Teilen
Sie haben gekämpft und trotzdem verloren: Der HC Kriens in Aktion. (Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch)

Sie haben gekämpft und trotzdem verloren: Der HC Kriens in Aktion. (Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch)

Trotz der Niederlage steht fest: Ein Verlängern der Playoff-Serie liegt für Aussenseiter HC Kriens-Luzern nach wie vor drin. Denn dazu braucht es am Samstag «nur» einen Sieg in Spiel Nummer 3 in Schaffhausen. Die Serie aber noch zu wenden, dazu braucht es jetzt schon fast ein kleines sportliches Wunder, wie der Verein nach dem Spiel mitteilt. Eines, das noch grösser ist als jenes, dass es für den HCK ohnehin schon gebraucht hätte. Denn die Kadetten aus Schaffhausen kommen auf dem Weg zum Titel offenbar spät, aber eben auch rechtzeitig so richtig in Fahrt.

Sie lieferten im zweiten Halbfinal-Spiel denn auch eine starke Leistung ab und spielten alle Trümpfe gekonnt aus. Klasse, Masse insbesondere in der Defensive und im Angriff auf den Zweierpositionen und im Tor, Kaderbreite, Effizienz, Konzentration und nicht zuletzt eine Riesenportion Ausgebufftheit. Wer sonst würde es wagen, vor 1'400 fantastisch mitgehenden Fans in der fremden Halle schon nach 10 Minuten ein Fliegertor zu wagen?

Die resignierten Krienser nach dem Spiel in der Krauerhalle in Kriens. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
25 Bilder
Auf dem Bild zu sehen ist der Krienser Boris Stankovic. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
HC Kriens (grün) gegen Kadetten Schaffhausen (orange) in der Krauerhalle in Kriens. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Krienser Boris Stankovic (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Krienser Boris Stankovic. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Krienser Thomas Hofstetter und der Schaffhauser Thomas Heer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Tobias Baumgartner (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Thomas Hofstetter (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Krienser Tobias Baumgartner im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Peter Schramm nach dem Spiel (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Boris Stankovic (links), Yves Mühlebach und Daniel Fellmann (rechts) nach dem Spiel. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch
Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch

Die resignierten Krienser nach dem Spiel in der Krauerhalle in Kriens. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Begünstigt wurde der starke Auftritt des Favoriten allerdings auch durch einen HC Kriens-Luzern, der auf zu vielen Positionen nicht mehr an die Leistung von Schaffhausen anknüpfen konnte. Ganz offensichtlich hatte die hauchdünne und unglückliche Niederlage in Schaffhausen ihre Wirkung nicht verfehlt in den Köpfen der Spieler. Diese waren zwar auch diesmal enorm willig und leistungsbereit. Was aber fehlte, waren Entschlossenheit und Selbstvertrauen.

Nach einem geglückten Start  (2:0-Führung) markierte der Gast schnell einmal das Feld und zog davon. Jurcas  Brachialgewalt in den Würfen aus der Distanz und vom Siebenmeterstrich, vorallem aber auch Starczans Effizienz im Abschluss (9 Tore bei 10 Versuchen) waren für den HC Kriens-Luzern letztlich «tödlich». Zusammen mit einem Altmeister Arunas Vaskevicius im Tor (12 Paraden, 39% Effizienz), der mit 41 Jahren noch immer ganz grosse Klasse verkörperte und den HCK-Schützen bald einmal den Zahn gezogen hatte. So zog Kadetten davon, kontrollierte das Spiel abgezockt und liess den Gast nie mehr näher als vier Tore herankommen.

Dem HCK blieb damit in Halbfinal Nummer 2 die Erkenntnis, genau dort die grössten Mängel gehabt zu haben, wo der Gegner stark war. Immerhin aber kämpfte der HCK tapfer weiter, zeigte sich den Fans von einer willigen Seite, war letztlich aber machtlos gegen einen übermächtigen Gegner. Da spielte es dann auch keine Rolle mehr, das man sich auf Seiten des HCK mehr als einmal völlig zu recht über die Unparteiischen aufregte, weil sich diese ganz offensichtlich krampfhaft damit abmühten, den Heimclub unter keinen Umständen zu bevorteilen. Dass man ihn damit aber automatisch eben auch benachteiligt, ist die logische Konsequenz einiger «Misspfiffe» – wenngleich sie diesmal in der Summe nicht spielentscheidend, deswegen aber nicht minder ärgerlich war.

Die Fans liessen sich die Handball-Party aber auch davon nicht vermiesen. Sie feuerten einen willigen HC Kriens-Luzern an, sahen ihn aber physisch und psychisch an seine Grenzen kommen. Wohl auch deshalb wusste am Schluss das Publikum nicht so recht, ob das jetzt der letzte Heimauftritt der Saison 2013/14 war? Eigentlich hätte das Team einen glanzvolleren Abschluss einer Supersaison verdient. Aber so gnadenlos, brutal und herzlos kann der Playoff-Alltag sein. Was die Erkenntnis fördert: Auch das gehört zum Lernprozess der jüngsten Mannschaft in der Finalrunde: «Was einen nicht umbringt, man einen hart».
 
 

HC Kriens-Luzern - Kadetten Schaffhausen 23:29 (8:14)

Krauerhalle Kriens - 1'400 Zuschauer (ausverkauft) - SR Brunner/Salah.

Spielverlauf: 2:0, 2:3, 3:3, 4:4, 4:6, 5:10, 6:11, 7:13, 8:14; 10:15, 11:15, 12:17, 14:18, 15:20, 17:22, 18:22, 19:24, 20:27, 21:28, 23:29.

Strafen: Kriens 4, Kadetten 8 x 2 Minuten.

HC Kriens-Luzern:Portmann/Schelbert (ab 47.); Fellmann, Mühlebach, Raemy (2), Blättler (1), Spengler, Stojanovic (1), Baviera, Hess, Baviera, Hess, Stankovic (8), Baumgartner (3), Schramm (1), Hofstetter (7).

Kadetten Schafhausen: Vaskevicius/Maier (ab 51.); Cvijertic, Kukucka 4), Emrich (2), Graubner, Pendic (1), Mamic (3), Starczan (9), Stojanovic (1), Heer, Jurca (6/4), Muggli (2), Tominec (2).
Bemerkungen: Kadetten ohne Göpfert (verletzt).

J.P. Chenet Best Player Award: Tom Hofstetter (HC Kriens-Luzern) und Arunas Vaskevicius (Kadetten).

pd/nop