HANDBALL: HCK für tolle Leistung schlecht belohnt

Der HC Kriens-Luzern verliert die erste Playoff-Partie in Schaffhausen denkbar knapp mit 21:23. Der Sieg des Heimteams geht zwar insgesamt in Ordnung. Aus Krienser Sicht aber ist es zwar ein schlechter Lohn für eine aufopferungsvolle Leistung.

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Der Krienser Daniel Fellmann setzt sich gegen Leszek Starczan (Links) und Aleksandar Stojanovic durch. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Der Krienser Daniel Fellmann setzt sich gegen Leszek Starczan (Links) und Aleksandar Stojanovic durch. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Es war eine Partie, in der die Kadetten aus Schaffhausen so ziemlich alles in die Waagschale werfen mussten, was sie hatten, um den tapfer kämpfenden HC Kriens-Luzern in die Knie zu zwingen. Die Schaffhauser mussten in Sachen Masse, Routine und Cleverness alle Register ziehen. Gezwungen wurden sie dazu vom HC Kriens-Luzern, der eine einstellungsmässig bewundernswerte Leistung zeigte und den Glauben an den Sieg auch dann nicht aufgab, als der haushohe Favorit mit vier Toren in Front lag.

Nachdem in der ersten Halbzeit beide Teams nervös agierten, nahm die Partie nach dem Seitenwechsel deutlich Fahrt auf. Der HCK fasste Mut, als er merkte, dass sein Defensivkonzept gegen den Favoriten mehr und mehr griff. Immer mehr wurde offensichtlich, dass die Schaffhauser gegen die geordnete und hervorragend eingestellte HCK-Defensive kaum mehr Lösungen hatte. Mit dem Mut dieser Einsicht steigerte er auch die Effizienz in der Offensive, kam immer besser ins Spiel und brachte nach 46 Minuten die erste Führung zu Stande.

Bild: Nadia Schärli / Neue LZ
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Dass der entscheidende zweite Vorsprungs-Treffer nicht gelang, lag daran, dass dem HCK in wichtigen Phasen eben auch immer wieder Fehler unterliefen. Gegenstösse, ein Siebenmeter, zwei Mal in freier Wurfposition das Tor nicht zu machen, das ist gegen einen Gegner mit dieser Routine letztlich tödlich. So hatte Schaffhausen am Schluss die Nase nicht zu unrecht vorn. Aber sie merkten auch, dass sich dieser HC Kriens-Luzern nicht so schnell geschlagen gibt. Und immer kann sich Kadetten auch nicht auf die Unterstützung des «achten Mannes» verlassen.

Die Schiedsrichter zogen zusammen mit dem Offiziellen am Tisch einen schwarzen Tag ein. Den Vogel abgeschossen hatten die Refs, als Adi Blättler beim Gegenstoss in vollem Lauf auf gröbste Art gefällt wurde, und sich die beiden «Unparteischen» auf die originelle Lösung «Stürmerfoul» einigten. Nach der Logik dieses Entscheides suchen sie wohl noch immer.

Mit den eigenen Fans im Rücken wird der HCK am Mittwoch nicht chancenlos den Ausgleich in der Playoff-Serie anstreben. Denn im Gegensatz zu früheren Jahren ist ein Sieg kein Wunschdenken mehr, sondern greifbar nahe Realität. Ein Heimsieg in der Krauerhalle würde die Serie verlängern. Damit hat Kadetten wohl ebenso wenig gerechnet wie mit dem Widerstand der Zentralschweizer im Eröffnungsspiel.

HCK7Benedikt Anderes/zim

Kadetten Schaffhausen – HC Kriens-Luzern 23:21 (10:7)

BBC Arena Schaffhausen. – 1140 Zuschauer. SR Baumann/Cristallo. – Spielverlauf: 0:2, 2:2, 2:3, 6:3, 8:5, 10:6, 10:7; 11:7, 13:9, 13:13, 14:14, 15:14, 15:16 (44.), 17:17, 19:20, 22:20, 22:21, 23:21 Strafen: Kadetten 5 x 2 Minuten. HC Kriens-Luzern 4x2 Minuten.

Kadetten Schaffhausen:Vaskevicius/Maier; Kukucka (3), Emrich (2), Goepfert, Graubner (3), Pendic, Mamic (1), Starczan (1), Stojanovic (2), Heer, Jurca (6/2), Muggli, Tominec (5).

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Portmann (ab 41.); Fellmann (2), Mühlebach, Raemy (2), Blättler (2), Spengler (3), Stojanovic (1/1), Baviera (1), Hess, Stankovic (5/1), Baumgartner (3), Schramm, Hofstetter (2)

Bemerkungen: 32. Stankovic scheitert mit Penalty an Maier (11:7).