HANDBALL: HCK geht in Schaffhausen unter

Aus mit allen Ambitionen für den HC Kriens-Luzern in den Playoffs 2013/14. In Schaffhausen verlieren die Zentralschweizer NLA-Handballer das dritte Playoff-Halbfinale mit offensichtlich leeren Batterien gegen Kadetten Schaffhausen (zu) deutlich mit 18:32 (11:16) und beenden damit die laufende Saison.

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Der HC Kriens-Luzern war gegen die Kadetten Schaffhausen schlicht chancenlos. (Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch)

Der HC Kriens-Luzern war gegen die Kadetten Schaffhausen schlicht chancenlos. (Bild: Benedikt Anderes / www.hckriens.ch)

Gut 100 HCK-Fans in grünen Playoff-Shirts erwiesen dem Team unter akkustischer Führung des Fanclubs auch in Halbfinal-Spiel Nummer 3 ihre Referenz. Damit zeigten sie: «Wir glauben an euch!» Am Schluss mussten sie die Niederlage und das Ausscheiden aus den Playoffs zwar eingestehen – aber sie verabschiedeten das Team trotz einer letztlich missratenen Partie mit einer Standing Ovation aus der Saison. Und dies war auch das richtige Zeichen. Denn die Mannschaft wird zum Saisonende nun Schlussrang 3 belegen und qualifiziert sich zum zweiten Mal für den Europacup.

Dazu verfügt die Mannschaft auch über enormes Potential für die Zukunft. Das jüngste Teams der Playoffs, den höchsten Anteil eigener junger Spieler – und geschickte Zuzüge bereits getätigt: Die Aussichten für die Zukunft sind rosig. Da kann man das «Abenteuer Playoffs» gegen die routinierten früheren Serienmeister aus Schaffhausen getrost als lehrreiche Stunde für die eigene Zukunft abhaken.

Entschieden war das dritte Spiel gegen Kadetten Schaffhausen schnell einmal. Spätestens nach der Pause führten die Kadetten Schaffhausen die Entscheidung herbei. Dem HCK unterliefen in der entscheidenden Phase (zu) einfache Fehler in der Deckungsarbeit, aber auch in den Angriffsentwicklung, was die Kadetten gnadenlos ausnutzen. Dass der Favorit dabei nicht an seine Leistungsgrenze gehen musste und trotzdem glänzen konnte, bestätigt nach zuletzt starken Auftritten des HCK gegen diesen Gegner: «Habe fertig – Flasche leer...» Der HCK betrieb einen enormen Aufwand für seine Tore, rieb sich dabei in der Schaffhauser Deckung auf und hatte dann keinen Punch mehr, um Defensiv gegen die wirbligen Kadetten wirkungsvoll dagegenhalten zu können.

Es war wohl schon so: Der HC Kriens-Luzern hatte mit der knappen Niederlage am Ostermontag jenen Knacks erlitten, der die Formkurve nach unten zeigen liess. Was schon am Mittwoch in Kriens sichtbar war, bestätigte sich jetzt erneut. Die Zentralschweizer waren auf zu vielen Positionen nicht mehr schlagkräftig genug, um gegen dieses Kadetten-Team in die Nähe eines Punktgewinns zu kommen. Es fehlten im Vergleich zu den besten Auftritten dieser Saison die Dynamik, die Entschlossenheit, der Zug aufs Tor. Mit Wille allein waren diese Defizite nicht zu kompensieren. Und der Gegner war zu breit besetzt, hatte technisch und taktisch die deutlich grösseren Spielräume.

Für den HC Kriens-Luzern ist die Saison 2013/14 damit abgeschlossen. Und es wird wohl bei allen Spielern des HCK nicht schaden, wenn sie nach neun Monaten gemeinsamer Arbeit nicht sofort, sondern mit etwas Distanz zu den zwei letzten Spielen Rückblick halten werden. Denn trotz missratenem Abschluss und vielleicht auch etwas Frust, den Gegner nicht mehr gefordert zu haben: Das Team kann insgesamt stolz sein auf diese Saison. Und kann für die Zukunft auf den gesammelten Erfahrungen aufbauen. Das Team zeigte in sehr vielen Spielen Charakter, Stil und Leidenschaft. Attribute, die garantieren, dass die Fans (und die vielen Ehrenamtlichen im Hintergrund) auch nächstes Jahr wieder mit enormen Aufwand fürs Team da sein werden.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern

Kadetten Schaffhausen – HC Kriens-Luzern  32:18 (16:11)

BBC Arena Schaffhausen. 1'118 Zuschauer (effektiv??) – SR Jergen/Zaugg.

Spielverlauf: 1:0, 1:1, 3:1, 5:2, 6:5, 9:7, 12:7, 13:9, 10:10, 16:10, 16:11; 16:12, 17:13, 21:13, 22:15, 25:15, 26:16, 28:16, 30:18, 32:18.

Strafen: Kadetten 4, HC Kriens-Luzern 6x2 Minuten plus rote Karte Spengler (57., nach Foul unsportliche Frustreaktion).

Kadetten: Vaskevicius/Maier (ab 45.); Cvijetic (1), Emrich (3), Goepfert (3), Graubner (2), Pendic (4), Mamic (2), Straczan (4), Stojanovic, Heer (2), Jurca (7/3), Muggli (2), Tominec (1).

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Portmann (ab 43.); Fellmann (4), Mühlebach (1), Raemy (1), Blättler, Spengler (1), Stojanovic (3), Baviera, Stankovic (5/3), Baumgartner (1), Schramm (2), Hofstetter.