HANDBALL: HCK verliert gegen Pfadi Winterthur

Fehlstart korrigiert, den Gegner eingeholt, am Schluss aber doch als Verlierer vom Platz: Der HC Kriens-Luzern verliert die letzte Heimpartie der Finalrunde gegen Pfadi Winterthur mit 20:25.

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Nicolas Raemy erzielte gegen Pfadi einen Treffer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Nicolas Raemy erzielte gegen Pfadi einen Treffer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Es war wohl dieser Unterschied, der an diesem Abend eben auch über Sieg oder Niederlage entschied: Pfadi Winterthur wollte den Sieg und damit die Chance auf Rang 1. Für den HC Kriens-Luzern ging es zwar noch um Prestige und Ehre - letztlich aber läuft für die Zentralschweizer bereits der Countdown für die Playoffs, die am Ostermontag beginnen. Mit diesen Vorgaben ging der Gast aus Winterthur denn auch deutlich entschlossener ans Werk und drückte einem Spiel den Stempel auf, das man aus Krienser Sicht wohl möglichst schnell im Kapitel «Potenzial angedeutet - Ergebnis unbefriedigend und wohl doch korrekt so» abbuchen wird.

HCK-Spieler Fabio Baviera beim Abschluss. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
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Thomas Hofstetter spielt einen Pass auf den Kreisläufer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Trifft einmal: HCK-Spieler Nicolas Raemy. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Nicolas Raemy vor der Pfadi-Abwehr. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Erzielte fünf Tore: Tobias Baumgartner. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Tobias Baumgartner spielt einen Pass durch die Pfadi-Abwehr hindurch. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Traf zweimal gegen Pfadi: Thomas Hofstetter. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

HCK-Spieler Fabio Baviera beim Abschluss. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Pfadi legte los wie die Feuerwehr und markierte schnell einmal das Terrain. Mit dieser zackigen Gangart in der Defensive tat sich der HCK lange Zeit schwer. 3:8 lagen die Zentralschweizer zurück, als Coach Heiko Grimm nach 18 Minuten die grüne Karte fürs Time Out ein erstes Mal auf den Tisch legte. Der HCK war dabei kaum wiederzuerkennen im Vergleich zu den letzten Spielen. Lag das an der Absenz von Boris Stankovic (Tribüne) und Luca Spengler (Ersatzbank, nicht eingesetzt)? Beide waren mit Bauchmuskelzerrungen ausser Gefecht. Oder lag es daran, dass einigen Spielern die harten internationalen Einsätze des letzten Wochenendes noch allzu fest in den Knochen sassen? Immerhin hatte eine stattliche Fraktion des HCK das Mammutprogramm mit zwei EM-Quali-Spielen und zwei Länderspielen inklusive Reisen nach Estland sowie von St. Gallen nach Lausanne in wenigen Tagen mitgemacht. War dies jetzt der Tribut, den man dieser Parforce-Leistung zollte?

Jedenfalls trat der HCK defensiv wenig spritzig auf. Und in der Offensive fehlten Ideen, Witz, vorallem aber auch Entschlossenheit und Durchschlagskraft. Mit dem Timeout wurde es zwar nicht wirklich besser - immerhin aber aber auch nicht schlechter. Der HCK fand zu Stabilität, noch lange aber nicht zur wirklichen Form. Das mag mit an den beiden Refs gelegen haben, die sich teilweise unverständliche Pfiffe leisteten und damit zwar das Spiel im Endresultat nicht beeinflussten, aber für weitere Unsicherheit sorgten.

Für Bessererung auf Krienser seite sorgte Halbzeit 2, als die Zentralschweizer erstaunlicherwiese zurückkamen. Einige Saves des eingewechselten Roman Schelbert gaben dem HCK Aufwind. Adi Blättler glich aus nach 52 Minuten erstmals zum 19:19 aus und der HCK wurde für eine defensiv deutlich stärkere Leistung und eine offensiv markante Leistungssteigerung belohnt. Nun plötzlich schien die Halle zu brennen.
Doch so plötzlich der HCK wieder ins Geschäft gekommen war, so schnell erlebte er auch wieder einen totalen Filmriss: Nach Baumgartners 20:20-Ausgleich in der 53. Minute stellte der HCK seine Torproduktion ein. Der Tabellenzweite wankte zwar - fiel aber nicht. Mit sechs Fehlversuchen in Serie schloss der HCK die Finalrunde vor heimischem Publikum ab. Pfadi nahm das Geschenk dankend an und zog auf 25:20 davon. Verdient, zweifellos. Aber wohl dann doch zu hoch.

Beim HCK hatte sich in der Schlussphase sicher der Mangel an Kaderbreite bemerkbar gemacht. Spengler wurde nicht eingesetzt, und auf der rechten Seite spielten Vögtli (dessen erstes NLA-Tor einer der Lichtblicke war an diesem Abend) und Baumgartner. Denn der Leader auf der Linkshänder-Position, Nicolas Raemy, war nach einer rüden, aber mehr unglücklichen als groben Attacke von Severin Brüngger mit einem Schlag ins Gesicht ins Land der kreisenden Sterne geschickt. Die Gehirnerschütterung verhinderte eine Rückkehr des Linkshänders - und engte die taktischen Möglichkeiten noch mehr ein.  

So blieb dem HCK am Schluss nur die Zuschauerrolle. Zu sehen, wie Pfadi Tor an Tor reihte und auf 25:20 davonzog, war ein schlechter Lohn für das Gezeigte in der zweiten Hälfte. Die Phase davor aber war aus Krienser Sicht durchaus auch ein Indix dafür, dass dieser Gegner nicht übermächtig wäre, sollte er für die Playoffs tatsächlich der Halbfinal-Widersacher des HCK in den Playoffs sein.  

Weil auch Kadetten (mit nur einem Tor in St. Gallen) siegte, wird jetzt am kommenden Samstag im Direktduell zwischen Pfadi Winterthur und Schaffhausen entschieden, wer der Playoff-Gegner des HC Kriens-Luzern sein wird. Einfluss nehmen auf diese Entscheidung kann der HCK nun nicht mehr. Muss er aber auch nicht - denn es gilt, trotz Niederlage vorwärts zu schauen, seriös weiterzuarbeiten und rechtzeitig auf Ostermontag wieder bei Kräften und in Vollbesetzung zu sein. Dann, ja dann ist am Mittwoch gegen Pfadi rein gar nichts passiert...  

HC Kriens-Luzern - Pfadi Winterthur 20:25 (9:15)

Krauerhalle Kriens, 600 Zuschauer. SR Stalder/Boskoski
Spielverlauf: 1:0, 2:1, 2:5, 3:6, 3:8, 5:8, 6:11, 7:12, 8:13, 9:15; 9:16, 12:16, 14:17, 16:17, 16:19, 19:19, 20:20, 20:25.
Strafen: HC Kriens-Luzern 4x2 Minuten. Pfadi 7x2 Minuten
HC Kriens-Luzern: Portmann/Schelbert (ab 31.); Fellmann, Mühlebach (1), Raemy (1), Blättler (2), Spengler, Vögtli (1), Stojanovic (5/3), Baviera, Hess, Baumgartner (5), Schramm (3), Hofstetter (2).
Pfadi Winterthur: Bringolf/Pramuk (41.-48. und 1 Penalty); Maros (3), Ott, Tynowski, Hess (3), Krieg (8/4), Brüngger (1), Lier (2), Konecnik (2), Bajram (4), Scheuner, Freivogel, Svajlen (2).
Bemerkungen: Kriens ohne Stankovic. Pfadi ohne Jud. Beidseitig schlechte Schiedrichter-Leistung.
J.P. Chenet Best Player Award: Vukasin Stojanovic (HC Kriens-Luzern) und Julian Krieg (Pfadi)

Benedik Anderes / HC Kriens-Luzern