HANDBALL: HCK will mit Konstanz und Wille in die Playoffs

Der HC Kriens-Luzern nimmt am 29. August die 9. NLA-Saison in Serie in Angriff. Nach den kontinuierlichen Steigerungen hat sich das Team in der nationalen Spitze etabliert. Auf die neue Saison gibt es nur geringfügige Veränderungen im Kader.

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Mit Biss zum Erfolg: der Krienser Handballer Boris Stankovic. (Bild Eveline Beerkircher)

Mit Biss zum Erfolg: der Krienser Handballer Boris Stankovic. (Bild Eveline Beerkircher)

Das Kader des HC Kriens-Luzern mit dem neuen Motto «Strong. Tough. We!» (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
20 Bilder
#1 Andreas Portmann, 200 cm, 90 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#12 Roman Schelbert, 185 cm, 80kg, (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#16 Noah Ineichen, 186 cm, 97 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#3 Daniel Fellmann, 194 cm, 96 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#4 Yves Mühlebach, 194 cm, 92 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#5 Samuel Weingartner, 191 cm, 85 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#6 Adrian Blättler, 172 cm, 73 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
# Andri Lehmann, 188 cm, 85 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#8 Luca Spengler, 200 cm, 98 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#9 Claudio Vögtli, 193 cm, 86 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#10 Jan Gwerder, 180 cm, 75 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#13 Vukasin Stojanovic, 194 cm, 94 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#15 Fabio Baviera, 191 cm, 94 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#18 Boris Stankovic, 192 cm, 98 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#24 Tobias Baumgartner, 188 cm, 95 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#33 Peter Schramm, 195 cm, 94 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
#38 Thomas Hofstetter, 190 cm, 95 kg (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
Trainer Heiko Grimm (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)
Assistenztrainer / Manager Nick Christen (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)

Das Kader des HC Kriens-Luzern mit dem neuen Motto «Strong. Tough. We!» (Bild: HC Kriens-Luzern / Fabienne Krummenacher)

Nur am Torverhältnis scheiterten die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern letzte Saison auf dem Weg zum erneuten Einzug in die Playoffs der besten vier Teams. Einige durchzogene Leistungen in der Qualifikation genügten, um zuerst sogar die Teilnahme an der Finalrunde in Frage zu stellen. Danach aber fand die Mannschaft zur alten Stärke, zeigte eine beeindruckende Finalrunde (unter anderem mit dem Punktemaximum gegen jene beiden Teams, die am Schluss den Meister unter sich ausmachten) und schloss die Saison auf Rang 5 ab. Das Team hatte die Fans damit wieder für sich gewonnen. Und darauf will das Team jetzt in der nächsten NLA-Saison aufbauen – mit klarem Fokus auf das nationale Spielgeschehen, nachdem die Zusatzbelastung mit dem Europacup entfällt. Anspruchsvoll genug wird es aber auch so, denn bei den Fans sind die Erwartungen gestiegen: «Je näher wir der Spitze kommen, desto dünner wird die Luft,» sagt Trainer Heiko Grimm. Und er weiss: «Das geht allen Teams so.»

Dem Weg treu bleiben

Anlass, den eingeschlagenen Weg zu verlassen, sieht man beim Aushängeschild des Zentralschweizer Handballs gleichwohl nicht. Die starke Verankerung in der Zentralschweiz und die wichtige Rolle der Nachwuchsförderung bleiben die zentralen Pfeiler für die Zukunft. Das zeigt sich in der Kadergestaltung: Alle neu zum Kader gehörenden Spieler haben einen sehr engen Bezug zur Region. Aus der eigenen Nachwuchsbewegung, der SG Pilatus Handball, stossen mit Samuel Weingartner, Claudio Vögtli und Jan Gwerder drei Nachwuchstalente fest zum Kader. Dazu zählt auch Torhüter Noah Ineichen jetzt fest zum Kader: Der Ruswiler sammelte zuletzt bei Zofingen wichtige Spielpraxis und wird jetzt zum Torhüter-Trio des HC Kriens-Luzern zurückkehren. Neu im Kader ist zudem Linkshänder Andri Lehmann, der zuletzt beim 1. Ligisten BSV Stans aktiv war.

Nur 1 Abgang

Die Konstanz im Team ist beachtlich: Einzig Linkshänder Nik Tominec ist nicht mehr dabei, der Kriens nach einem Jahr wieder verliess. Der zweite Abwesende ist Linkshänder-Nachwuchsspieler Gian-Luca Lima, der allerdings auch in der vergangenen Saison nicht Fuss fasste und nur wenig Spieleinsätze erhielt. Bei soviel Konstanz im Team ist klar: Der Altersschnitt ist leicht gestiegen auf 24.6 Jahre (Vorjahr: 23.7). Trotzdem aber setzt der Verein nach wie vor sehr stark und konsequent auf die Jugend. Insbesondere soll auch der Aufstieg des «Farmteams», der Aktivequipe der SG Pilatus-Handball, der Handball-Bewegung in der Agglomeration Luzern Auftrieb geben. «Der NLB-Aufstieg der SG Pilatus Handball ist für alle enorm wertvoll, weil er uns die Möglichkeit gibt, junge Spieler schrittweise ans NLA-Level heranzuführen,» sagt Nick Christen, Geschäftsführer der HC Kriens-Luzern AG.

Konstanz als Trumpfkarte?

Trainer Heiko Grimm ist denn auch überzeugt, dass die personelle Konstanz durchaus zu einer Trumpfkarte werden könnte: «Die Spieler kennen sich, wir konnten an Details feilen und nehmen gemeinsame Erfahrungen aus zwei Saison mit. Das kann helfen,» glaubt der Handballer aus der deutschen Europameister-Equipe von 2004. Allerdings weiss auch er: «Selbstverständlich ist das nicht. Wir müssen etwas dafür tun und uns stets am Leistungsmaximum bewegen.» Die letzte Saison sei da lehrreich gewesen, als sich das Team durch ungenügende Auftritte bei «Kleinen» selber um den Playoff-Platz brachte. Dazu sei die Konkurrenz in der Liga ausgeglichener geworden. Gemeinsam habe die Mannschaft ihre Ziele für die kommende Saison festgelegt: «Wir wollen als Team mit Freude auftreten, wollen mit Ausstrahlung und Leidenschaft auf dem Platz stehen und das Publikum für uns und unseren Sport begeistern,» sagt Grimm. Was das rangmässig sein soll, lässt er offen. Aber es ist klar: «Wir wollen einen Schritt weiter kommen. Das kann nach Rang 5 in der letzten Saison nur heissen: Unter die Topvier der Schweiz. In Cup und Meisterschaft.» Die Ansage ist klar. Doch der Trainer ist auch überzeugt, dass dieses Ziel zu schaffen ist: «Die Mannschaft hat in zwei Phasen der Vorbereitung wirklich gut mitgearbeitet. Vorallem hat sich gezeigt, dass sie bereit ist, in Sachen Leistungsbereitschaft immer ans Limit zu gehen. Deshalb wurden in der Vorbereitung der eine oder andere Reizpunkt bewusst gesetzt: «Körperlich ist die Mannschaft sicher bereit, denn sie hat sich wirklich gut vorbereitet.»

Team mit Ausstrahlung

In vielen Gesprächen wurde aber auch die mentale Komponente angegangen: «’Leistungsbereitschaft’ bedeutet eben, zu Leistung bereit zu sein. Dazu zwar fähig, aber nicht dazu bereit sein genügt nicht,» sagt Nick Christen und nimmt damit die wichtigste Erkenntnis aus dem letzten Jahr ins Zentrum. Man spüre, dass die Mannschaft gemeinsam etwas erreichen wolle. Gleichzeitig sei dies auch der beste Weg, die Herzen der Fans für sich zu gewinnen. Freude und Leidenschaft für den sportlichen Erfolg sollen spürbar werden bei den Spielen. «Wir sind uns bewusst, dass wir den Funkten aufs Spielfeld tragen müssen, der dann auf die Fans überspringt,» sagt Grimm.

Defensive stabilisiert

Dementsprechend wurde auch die Vorbereitung konzipiert. Neben viel athletischer Arbeit, die sich schon in der Vorsaison mit einer starken Finalrunde ausgezahlt hat, hat die Mannschaft im Defensivverhalten intensiv trainiert. Dabei ging es nicht nur um eine Stabilisierung der Deckung, sondern auch um mehr taktische Variabilität: «Wer gut deckt, erschwert dem Gegner das Toreschiessen – und zwingt den Gegner, sein Spielkonzept anzupassen,» sagt Grimm.

Verletzungen und Absenzen

Nicht ganz störungsfrei verlief die Vorbereitung. Mit Goalie Roman Schelbert (Kreuzbandriss im letzten Meisterschaftsspiel) und Claudio Vögtli (Fussoperation) fallen zwei Spieler noch einige Zeit aus. Zwischenzeitlich ausser Gefecht waren zudem Linkshänder Boris Stankovic (Infekt) und Adrian Blättler (Fussverletzung). Ins Gewicht fielen aber auch die Absenzen: Mit Tobias Baumgartner, Fabio Baviera und Tom Hofstetter waren drei gestandene Spieler mit der Schweizer Auswahl bei der Universiade. Samuel Weingartner war mit der Schweizer U19-Auswahl an der Weltmeisterschaft in Russland. Dass alle vier mit einem Erfolgserlebnis zurückkamen (Bronzemedaille an der Universiade, Rang neun in Russland) sollte den Spielern helfen, den Zusatzaufwand bzw. die Absenz vom Teamtraining wegzustecken. «Die Mannschaft hat sich über die Erfolge der Teamkollegen echt gefreut,» sagt Grimm. «Das zeigte den guten Geist in der Mannschaft – und wirkte als zusätzliche Motivation, auch mit dem HCK Toperfolge anzustreben.»

Konkurrenz ist erstarkt

Die Zielsetzung ist für den HC Kriens-Luzern mit einem Rang in den Topvier ehrgeizig. Denn die Konkurrenz hat teilweise massiv aufgerüstet. Meister Kadetten Schaffhausen dürfte auch in diesem Jahr wieder der grosse Titelfavorit sein. Eine auf vielen Positionen neu besetzte Mannschaft greift nicht nur in der Champions League, sondern auch in der nationalen Meisterschaft an. Das Team mit den klar grössten finanziellen Möglichkeiten der Liga dürfte «l’équipe à battre» sein. Hinter dem Titelverteidiger hat Pfadi Winterthur, im letzten Jahr souveräner Sieger in der Qualifikation, noch einmal massiv aufgerüstet und tritt mit einem breiten und qualitativ hochwertigen Kader zur Mission Meisterschaft an. Dahinter sind Vizemeister St. Otmar St. Gallen, Wacker Thun oder auch der BSV Bern im Kreis der weiteren ernsthaften Playoff-Anwärter zu finden. Aber auch GC Amicitia Zürich ist einiges zuzutrauen, womit schon der Kampf um den Finalrunden-Einzug heiss umkämpft sein dürfte. Umso mehr, als den Lakers Stäfa, Liganeuling RTV Basel oder Fortitudo Gossau durchaus auch eine überraschende Rolle zuzutrauen ist. Trotz erstarkter Konkurrenz: In Sachen Kaderplanung will man beim HC Kriens-Luzern am eigenen Weg festhalten. Mit 3 Ausländern (Stankovic, Schramm, Stojanovic) gehört der HC Kriens-Luzern auch in diesem Jahr zu jenen Clubs, die stark auf einheimisches Schaffen setzen. Dieses Versprechen will der Verein mit der engen Zusammenarbeit mit der SG Pilatus Handball (die gemeinsam betriebene Nachwuchsförderung der Partnervereine HC Kriens, Borba Luzern und TV Horw) einlösen.

Zwei neue Partner

Finanziell steht der HC Kriens-Luzern heute gesund da. Zwar hat das Europacup-Abenteuer in der letzten Saison das Budget belastet, sodass die laufende Saison unter dem Thema der finanziellen Konsolidierung steht. Erleichtert wird dies durch die Tatsache, dass internationale Verpflichtungen in diesem Jahr fehlen. Dazu treten mit dem Personalvermittler Dommen Nadig AG Luzern sowie dem Eventtechnik-Spezialisten Auviso AG Kriens zwei neue Partner auf dem Dress auf: «Wir freuen uns natürlich, dass zwei Innerschweizer Firmen den Kreis unserer Partner ergänzen,» sagt Nick Christen. «Inzwischen ist unser Partnerteam in der ganzen Zentralschweiz breit abgestützt. Das gibt uns zusätzlichen Schub, weil wir sehen, dass die Zentralschweizer Wirtschaft an unsere Ideen glaubt und unseren Weg unterstützt.»

Hallenprojekt in entscheidender Phase

Für die weiteren Perspektiven wird im Moment auf und neben dem Handball-Platz gearbeitet. Im Zentrum steht dabei das Projekt der «Pilatus-Arena». Der Bau der Eventarena im Krienser Mattenhof-Quartier soll noch in diesem Jahr einen weiteren Schritt auf der politischen Bühne machen. Gelingt es, im Stadtparlament und in der Luzerner Bevölkerung für den Landverkauf einen Mehrheit zu erhalten, würde das regionale Projekt mit nationaler Ausstrahlung eine weitere grosse Hürde überspringen und käme der Realisierung näher. Und damit würden sich für die Handballer völlig neue Horizonte erschliessen. Sportlich und organisatorisch will der Verein bis dann bereit sein. Wie nötig es ist, zeigten dieses Jahr die Probleme bei der Spielplangestaltung: «Es wäre wirklich gut, wenn wir eine neue Spielstätte hätten und die Fans wüssten, dass sie den NLA-Handballer an einem fixen Ort vorfinden,» sagt Christen. In der kommenden Saison werden die Heimspiele erneut aufgeteilt in der Krauerhalle Kriens und der Maihofhalle Luzern stattfinden. Beide Hallen haben ihre Vorzüge und ihre Nachteile – beide aber sind auch extrem stark ausgelastet durch Veranstaltungen.

HINWEIS: Alle Infos über den Spielplan und die Teamfakten unter www.hckriens.ch

Die Transfers des HC Kriens-Luzern

Zuzüge

  • Noah Ineichen (SG Pilatus/Ruswil, letzte Saison ausgeliehen an TV Zofingen), Andri Lehmann (BSV Stans)
  • Von der SG Pilatus Handball jetzt definitiv im NLA-Kader:
  • Jan Gwerder (SG Pilatus / KTV Muotathal)
  • Claudio Vögtli (SG Pilatus, TV Horw)
  • Samuel Weingartner (SG Pilatus/HC Kriens)

Abgänge:

  • Nik Tominec (zu Kadetten Espoirs NLB)
  • Gian-Luca Lima (?)

Die sportliche Zielsetzung des HC Kriens-Luzern

  • «In Kriens zu Hause – in der Zentralschweiz verwurzelt - in der Schweiz erfolgreich.»
  • «Strong. Tough. We!» als neuer Claim
  • Wir wollen ein Team mit Ausstrahlung auf die Zentralschweiz sein

-- Etappe 1: «Erreichen der Finalrunde»
-- Etappe 2: «Erreichen der Top-4 in Meisterschaft (Playoff) und Cup (Final4)
-- Etappe 3: «Die positive Entwicklung fortsetzen als Team mit Ausstrahlung»

Grundsätze für die Kaderbildung

  • Konstanz halten
  • Krienser und Zentralschweizer Talente fördern, ausbilden und ihnen Perspektiven bieten
  • Enge Kooperation mit Nachbarvereinen über die SG Pilatus Handball durch Nutzung sportfördernder Strukturen (Sportschule Kriens, Sport-Gymnasium und weitere)
  • Wirtschaftlich verkraftbarer Leistungssport
  • Sportlich sinnvoll für eine vernünftige Vorwärts-Strategie
  • Hohe Identifikation mit Club und Region

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern