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HANDBALL: Heiko Grimm: «Das Angebot muss ich packen»

Heiko Grimm (39) wird seine Trainerkarriere im Sommer 2018 in der Bundesliga fortsetzen. Schenkt er dem HC Kriens-Luzern zum Abschied den ersten Titel in der Vereinsgeschichte?
Roland Bucher
Heiko Grimm (Mitte) instruiert seine Spieler. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 16. Dezember 2016))

Heiko Grimm (Mitte) instruiert seine Spieler. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 16. Dezember 2016))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Dass die Handball-Bundesliga – die wohl beste Liga der Welt – ein Auge auf Heiko Grimm (39) gerichtet hat, war schon längst kein Geheimnis mehr. Wer sich dort und in der Auswahl mit dem Adler auf der Brust einen so guten Namen gemacht hat, der geht nicht vergessen – auch wenn er zwischenzeitlich in der – pardon – Provinz in Kriens landete. «Heiko Grimm sprüht vor Tatendrang, ist ehrgeizig wie kein anderer», sagt HCK-CEO Nick Christen, «wohin sollte denn sein Weg in Zukunft führen, wenn nicht zurück in seine Heimat, wo Handball doch so einen enormen Stellenwert geniesst?»

Christen will sich bei Trainersuche Zeit lassen

Grimm selbst sagt, er sei eines Morgens erwacht und habe gewusst: «Ich will die neue Herausforderung annehmen.» Das war im Mai, kurz nach Saisonende. Die Kommunikation zum Verein war äusserst transparent, er sei halt «ein Gentleman», betont CEO Christen. «Es ist der Lauf der Zeit, dass Heiko jetzt eine Stufe weiter nach oben klettert.» Wohin genau? Top secret! Im Umfeld der Krienser Handballgemeinschaft hält man dicht. Nur so viel dringt nach aussen: Heiko Grimm wird als Cheftrainer einen Verein betreuen, der höchste Ambitionen hegt. Grimm: «So ist es, mehr gibt’s in diesen Tagen noch nicht zu sagen.» Nur so viel: «Das Angebot ist so gut, dass ich es packen muss.»

Grimm will jetzt, da sein Entschluss offizialisiert ist, alles daransetzen, einen markanten Schlusspunkt hinter seine fünfjährige Arbeit bei Kriens zu setzen: «Wir werden angreifen, und es gäbe nichts Schöneres, als unsere letzte starke Saison mit dem dritten Schlussrang nun zu toppen.» Aber, wie weiter auf der sportlichen Chefposition? «Wir haben dank Heikos frühzeitigem Bekenntnis zum Wechsel nun sehr viel Zeit, den richtigen Nachfolger zu finden», betont Christen. Einer wie ihn, Grimm, einen Aufstrebenden also, oder einen wie sein Vorgänger, Torben Winther, den eher spröden Ausbildner? Er sei für alles offen, antwortet Christen, und wagt ein Bonmot: «Die Spannweite ist riesig, es kann einer aus unserer Region sein, doch wenn wir den richtigen in Adi Gabul finden, dann ist auch das in Ordnung.» Und ohnehin: «Jetzt starten wir bald in die neue Saison, die Trainersuche wird nur ein Nebengeräusch sein.»

Hofstetter: «Das ist eine Zusatzmotivation»

Ein treuer Weggefährte Grimms bei Kriens war Tom Hofstetter (26), der Captain, der nach einem im Frühjahr erlittenen Kreuzbandriss gut auf Kurs ist und daran glaubt, dass «ich im November wieder Ernstkämpfe bestreiten kann». Bei Grimm und Hofstetter vereinen sich im Tagesgeschäft gegenseitiger Respekt und spannende Ansichten über den modernen Handball, prallen aber auch die ausserordentlichen Führungseigenschaften, Ehrgeiz, Stolz und hie und da auch sture Köpfe aufeinander. Die beiden fochten in den letzten Jahren diesen und jenen verbalen Strauss aus, doch Hofstetter sagt ohne Umschweife: «Ich habe in meiner Entwicklung keinem so viel zu verdanken wie Heiko. Er ist ein Supertrainer und aus jenem Holz geschnitzt, die ihren Weg so direkt angehen, dass der Erfolg programmiert ist.» Der Erfolg, im Klartext der erste Titel in der Vereinsgeschichte, blieb in der höchsten Dimension bislang indes aus, was Hofstetter behaupten lässt: «Dass Heiko uns Ende dieser Meisterschaft verlässt, ist eine absolute Zusatzmotivation, dieses Versäumnis nachzuholen.» Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wer würde wem den Titel schenken: Grimm dem Team oder umgekehrt ...?

Auch eine weitere Unwägbarkeit wird in den nächsten Wochen noch für Gesprächsstoff sorgen: Bedient sich Grimm beim Wegzug in die Bundesliga beim HCK und nimmt die besten Pferde aus dem Stall mit? Hofstetter, vor zwei Jahren an einem hochkarätigen Länderturnier in Tunesien zum besten Spieler des Anlasses gelobt, wäre ja durchaus einer, der seinem handballerischen Ziehvater in die Spuren Richtung Norden treten könnte. «Kein Thema ...», zögert der Berner Giel. Oder doch? «Mit solchen Spekulationen befasse ich mich erst, wenn ich meine Verletzung zu 100 Prozent auskuriert habe.»

Grimm hat mit seiner überaus transparenten Kommunikation kräftig Zündstoff in die bald beginnende Saison gebracht. Tut gut: Noch ein bisschen mehr Zunder in dieser und jener Beziehung kann der HC Kriens-Luzern für die nahe Zukunft durchaus brauchen.

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