HANDBALL: Heiko Grimm: «Ich hoffe, das Team hat kapiert»

Kriens-Luzern verzeichnet den schwächsten Saisonstart in der Ära von Heiko Grimm. Der Trainer ist höchst überzeugt von der Wende heute (20 Uhr, Krauerhalle) im Heimspiel gegen St. Otmar St. Gallen.

Roli Bucher
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Heiko Grimm, Coach HC Kriens-Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Heiko Grimm, Coach HC Kriens-Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Heiko Grimm, der Zorn nach der Schlappe in Winterthur, die Sie als «sehr peinlich» einstuften, war gross. Ist er inzwischen verraucht?

Ich war sehr aufgewühlt. Ich benötige nach einer solch miserablen Vorstellung einen Tag, um zu verdauen. Das Team und ich haben uns ausgesprochen.

Hat’s gepoltert?

Ich habe sehr deutliche Worte an die Mannschaft gerichtet. Wir hatten uns zwei, drei taktische Sachen vorgenommen. Zum Beispiel resolut in der Abwehr zu stehen, das Tempo zu verschleppen, weil wir ja aufgrund der Verletztensituation nicht gerade vor Substanz strotzen. Das Team hat diese Anweisungen negiert. Das hat mich enorm enttäuscht. Aber wir sind erwachsene Männer: Ich bin bei der Videoanalyse nicht laut, aber sehr bestimmt aufgetreten.

Und die Mannschaft …

… hat im Anschluss sehr konzentriert trainiert. Ich habe gespürt, dass die Spieler trotz der Schärfe meiner Kritik nicht beleidigt ­waren.

Immerhin. Aber was läuft falsch? Hat Kriens zu sehr auf die Karten Europacup und Schweizer Cup gesetzt? Falsch priorisiert, wichtige Spieler in den Meisterschaftsspielen geschont?

Nein, wir haben in dieser Beziehung überhaupt nicht taktiert. Bei uns ist niemand «ein bisschen» verletzt. Schlüsselleute wie Schramm oder Radovanovic werden auch heute gegen St. Otmar fehlen, und sie sind auch am Samstag im Europacup gegen Holstebro nicht dabei. Wir kommunizieren ehrlich.

Welchen Stellenwert hat die Partie am nächsten Samstag im Maihof gegen die Dänen?

Wir wollen den Fans einen genussvollen Handballabend bieten. Aber wir machen uns keine Illusionen: Weil auch Luca Spengler gesperrt ist, sind unsere Aussichten nicht ausserordentlich, um zu überraschen. Sehen Sie, wir haben uns etwas geschworen: Wir wollen die nächsten drei Mittwochspartien gewinnen, das ist unsere Zielvorgabe. Otmar und Endingen in der Meisterschaftsqualifikation, Bern-Muri im Schweizer Cup. Gelingt uns das, haben wir einen Bergpreis der kleinen Kategorie erreicht.

Sie verlassen Ende dieser Saison den HC Kriens-Luzern. Sind Sie in Gedanken schon in Deutschland, bei Ihrem nächsten Arbeitgeber?

Wenn schon, ist exakt das Gegenteil der Fall. Manchmal denke ich, dass ich in diesen Tagen eher übermotiviert bin. Ich will hier in Kriens eine gute Arbeit perfekt zu Ende führen.

Am Mittwoch kommt Schlusslicht St. Otmar.

Ich habe vor zehn Tagen im Vorfeld der ebenfalls enorm wichtigen Partie gegen Suhr behauptet: Wir wollen und wir werden gewinnen. Das ist uns gelungen. Heute will ich gegen St. Gallen mehr als zwei Punkte: ich will einen souveränen Auftritt meiner Mannschaft. Ich glaube, sie hat nach unserer Auslegeordnung kapiert, was in den nächsten Tagen auf dem Spiel steht.

Interview: Roli Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

NLA, 6. Runde. Heute, 19.30: Wacker Thun – GC Amicitia Zürich. – 20.00: Kriens-Luzern – St. Otmar St. Gallen, Fortitudo Gossau – Pfadi Winterthur.

Samstag, 7. Oktober, 19.30: Kadetten Schaffhausen – Endingen. – Sonntag, 8. Oktober, 16.00: Suhr-Aarau – Bern-Muri.

Rangliste: 1. Pfadi Winterthur 5/9. 2. Wacker Thun 5/7 (+31). 3. Bern-Muri 5/7 (+18). 4. Suhr-Aarau 5/6. 5. Schaffhausen 4/5. 6. Kriens-Luzern 5/4 (-11). 7. GC Amicitia 5/4 (–20). 8. Fortitudo Gossau 4/3. 9. Endingen 5/2. 10. St. Otmar St. Gallen 5/1.