Handball
Ist im Krienser Angriff der Knopf drin, kommt Moritz Oertli

Die Krienser Handballer empfangen Leader Schaffhausen und möchten die Ausgangslage vor den Playoffs verbessern.

Stephan Santschi
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Der Krienser Moritz Oertli (am Ball) ist einer der Spielmacher.

Der Krienser Moritz Oertli (am Ball) ist einer der Spielmacher.

Alexander Wagner/ (Siggenthal, 12. Dezember 2020)

Der Einzug in den Cupfinal ist geschafft, als Nächstes liegt der Fokus des HC Kriens-Luzern wieder auf einer möglichst guten Ausgangslage für die Playoff-Viertelfinals in der Meisterschaft: Zwei Spieltage stehen in der Qualifikation der QHL noch aus, zweimal treffen die drittklassierten Zentralschweizer auf einen Konkurrenten aus der Spitzengruppe: am Samstag zu Hause gegen Leader Kadetten Schaffhausen (18 Uhr), am kommenden Donnerstag auswärts gegen das viertrangierte Suhr Aarau. Zwischen Platz vier und eins ist für Kriens-Luzern noch alles möglich, mit einem Punktgewinn am Samstag gegen Schaffhausen wäre mindestens Rang drei gesichert. «Wir nehmen Schritt für Schritt, um in den Playoffs möglichst weit zu kommen», sagt Spielmacher Moritz Oertli.

Eine Nummer zwei mit Entfesselungsqualitäten

Der 20-jährige Luzerner spielte bei den bisherigen Saisonduellen mit Schaffhausen eine zentrale Rolle. Beim 32:24-Heimsieg im letzten September führte er 60 Minuten lang Regie, weil die nominelle Nummer eins Janus Lapajne angeschlagen war. Und beim 25:25-Remis im März beteiligte sich Oertli nach seiner Einwechslung massgeblich an der Aufholjagd, die in den Punktgewinn mündete. Bereits letzte Saison, in seinem ersten Profijahr beim HCKL, übernahm der frühere Junior der SG Pilatus wegen der Verletzung von Tom Hofstetter viel Verantwortung. Nun verkörpert er hinter dem im vergangenen Sommer neu verpflichteten Slowenen Lapajne eine valable Alternative. Mit seinen Einsätzen gelingt es Oertli des Öfteren, den Knopf im Krienser Angriffsspiel zu lösen. Der Sohn von Geschäftsführer Nick Christen hält fest:

«Mein Spiel ist nicht hektisch. Ich kann Ruhe reinbringen, wenn es der Mannschaft nicht läuft, wenn sie sich zu stark ins Spiel verbissen hat.»

Mit dieser Aufgabe will sich der Schweizer U21-Internationale, der wegen der Coronamassnahmen seit eineinhalb Jahren kein Länderspiel mehr bestritten hat, indes nicht zufriedengeben. «Ich bin mittlerweile weggekommen von meiner Juniorenrolle. Janus beginnt meistens, aber auch ich habe Spielanteile, möchte den Konkurrenzkampf aufrechterhalten und künftig häufiger in der Startaufstellung stehen», erklärt der 1,87 Meter grosse Oertli.

Auch zusammen mit Lapajne funktioniert es

Dass die beiden auch zusammen etwas bewirken können, zeigten sie beim erwähnten 25:25-Unentschieden in Schaffhausen. Als es den Rückraum­shootern Hleb Harbuz und Tim Rellstab nicht nach Wunsch lief, sorgten Oertli und der sechs Jahre ältere Lapajne gemeinsam für spielerische Lösungen, generierten viele Lücken in der Abwehr. Dabei ist Oertli eher darauf bedacht, seine Nebenleute zu lancieren, während Lapajne mit seiner ligaweit gefürchteten Täuschung häufiger in Einzelaktionen steigt.

In der jüngeren Vergangenheit setzte sich aber auch Oertli immer wieder selbst in Szene. Zuweilen tut er dies auch im ungewohnten rechten Aufbau, wo er für den zurückgetretenen Jernej Papez einspringt. So wie am letzten Dienstag, als er im Cup-Halbfinal in Genf vier Tore zum 30:25-Sieg beisteuerte. Auf der dreistündigen Heimfahrt stiessen die Spieler dann mit ein, zwei Bierchen auf die erste Finalteilnahme eines Zentralschweizer Männerteams an. Der Erfolgsdurst ist damit aber noch längst nicht gestillt.