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HANDBALL: Jacqueline Hasler-Petrig: «Ich erwarte noch immer viel von mir»

Die ehemalige Zuger Meisterspielerin Jacqueline Hasler-Petrig erzielt beim 30:25-Sieg von Einsiedeln in Malters zum dritten Mal in dieser Saison 20 Treffer in einem Spiel. Ein Comeback auf höchster Stufe würde die 30-Jährige nicht von vornherein ausschliessen.
Stephan Santschi
Einsiedelns Jacqueline Hasler-Petrig (am Ball) ist in der 1. Liga nicht zu stoppen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Malters, 16. Dezember 2017))

Einsiedelns Jacqueline Hasler-Petrig (am Ball) ist in der 1. Liga nicht zu stoppen. (Bild: Manuela Jans-Koch (Malters, 16. Dezember 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Es sind Zahlen, die beeindrucken. In neun Spielen für Einsiedeln hat Jacqueline Hasler-Petrig 130 Mal getroffen. Das sind rund 14,5 Tore pro Spiel und 47 Prozent aller Treffer, welche der 1.-Ligist in dieser Saison bisher erzielt hat. In den beiden Spielen gegen den LK Zug und am letzten Samstag in Malters standen am Ende sogar jeweils 20 Tore auf ihrem Konto. Selbstredend, dass sie mit grossem Abstand an der Spitze der Torschützenliste steht.

Gegen Leader Malters, das ohne Goalieroutinier Susi Erni antrat, lief erneut alles über die Spielmacherin. Neben ihren Abschlüssen aus dem Rückraum und vom Penaltypunkt nutzte sie ihre vorgestellte Position in der Abwehr zu einigen Gegenstössen. Ihre Mitspielerinnen würden ihr dabei nicht Egoismus vorwerfen, vielmehr könnten sie von ihr profitieren, sagt Hasler-Petrig. «Wenn ich mehrere Gegenspielerinnen auf mich ziehe, gibt das Räume für meine Nebenleute. Und wenn es der Spielstand erlaubt, gebe ich Verantwortung ab.» In Malters verliess sie das Feld bereits nach 50 Minuten.

Nummer sechs in der ewigen Torschützenliste

Die Frage aber sei erlaubt: Wird es der 30-Jährigen dabei nicht langweilig? «Nein», entgegnet sie bestimmt. «Ich spiele Handball nicht nur wegen der Herausforderung, sondern auch aus Spass. Viele ehemalige NLA-Spielerinnen sagen, dass sie nie in einer tieferen Liga weitermachen würden. Ich aber tue das gerne. Ich bin ein Bewegungsmensch. Könnte ich das nicht sein, würde mir die Decke auf den Kopf fallen.»

2013 war Hasler-Petrig als 26-Jährige vom Leistungssport zurückgetreten. In elf NLA-Saisons gewann sie mit dem LK Zug zweimal den Meistertitel. In der ewigen Torschützenliste steht sie mit 1172 Toren aus 224 Spielen an sechster Stelle, für die Schweiz absolvierte sie 35 Länderspiele. Weshalb sie damals so früh abtrat? «Ich hatte fast alles erreicht und war am Ende nur noch Ersatz. Das stellte mich nicht mehr zufrieden. Zudem war mir die Familie sehr wichtig», erzählt die Mutter von drei Kindern zwischen dreieinhalb und siebeneinhalb Jahren (Nina, Anja, Janik).

Kein Angebot seit dem Abschied aus der SPL1

Seit drei Saisons spielt die Einsiedlerin nun für den Klub ihrer Heimatgemeinde, stieg mit ihm aus der 2. in die 1. Liga auf. Trotz dem dominanten Auftritt von Hasler-Petrig schliesst Einsiedeln die Qualifikationsphase nur auf dem vierten Platz ab und muss im neuen Jahr in die Abstiegsrunde. Was passiert, wenn sie nicht zur Verfügung steht, zeigte sich am 7. Oktober bei der 14:37-Niederlage gegen die SG Muotathal/Mythen-Shooters. «Unser Fokus liegt ganz klar auf dem Ligaerhalt», sagt Hasler-Petrig.

Und danach? Reizt es sie nicht, nochmals auf höchster Stufe anzugreifen? Im Alter von 30 Jahren gehört sie in sportlicher Hinsicht ja noch längst nicht zum alten Eisen. «Ehrlich gesagt, frage ich mich schon, wie weit es mir in der SPL1 noch reichen würde. Wenn ich ein Spiel des LK Zug anschaue und sehe, wie da die Post abgeht, reizt mich das schon.» Eine Anfrage sei seit ihrem Abschied von der grossen Bühne aber noch keine gekommen, «vielleicht getraut sich niemand, weil alle wissen, dass ich wegen meiner Familie aufgehört habe». Wie würde sie denn reagieren, wenn jemand sie zum Comeback bewegen möchte? «Ich würde nicht von vornherein Ja oder Nein sagen, ich müsste mir die Antwort gut überlegen.» Fest aber steht: «Von meinem Siegeswillen und meiner Selbstkritik habe ich nichts eingebüsst. Ich erwarte noch immer sehr viel von mir.»

Aktuell arbeitet Hasler-Petrig neben ihren Pflichten als Hausfrau zu 40 Prozent im Aussendienst einer Versicherung. Hin und wieder schaut sie sich ein Spiel in der Zuger Sporthalle an. Ihre Einschätzung: «Nottwil und Brühl haben derzeit die Nase vorne. Doch die Zugerinnen sind immer für eine Überraschung gut.» Ihr Herz hänge noch immer am LKZ, und deshalb hoffe sie, dass der Meistertitel nach Zug gehe. Wenn sie aber tippen müsste, würde sie auf Spono setzen.

Frauen, 1. Liga

Gruppe 2: SG Muotathal/Mythen-Shooters – Emmen 29:21 (14:10). Malters – Einsiedeln 25:30 (14:19). Hochdorf – LK Zug 27:25 (16:12). – Rangliste (alle 10 Spiele): 1. SG Muotathal/Mythen-Shooters 14. 2. Malters 13. 3. Hochdorf 10. 4. Einsiedeln 9. 5. Emmen 8. 6. LK Zug 6.

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