HANDBALL: Klare Krienser Niederlage in Dänemark

Der HC Kriens-Luzern verliert sein EHF-Cup-Spiel bei TVIS Holstebro klar mit 23:35. Dabei gab es für den HCK keinerlei Überraschungen.

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Mit neun Treffern bester Krienser: Vukasin Stojanovic. (Archivbild Roger Grütter)

Mit neun Treffern bester Krienser: Vukasin Stojanovic. (Archivbild Roger Grütter)

Die zweite Runde im EHF-Cup dürfte für den HC Kriens-Luzern wohl die Endstation sein im diesjährigen Europacup. Im dänischen Holstebro verlor der HCK am Sonntag zu ungewohnter Mittagsstunde klar und deutlich mit 23:25. Die Niederlage ging aus Krienser Sicht auch voll in Ordnung. Bei der «Dienstreise» in den hohen Norden knüpften einige der HCK-Routiniers leider zu sehr dort an, wo sie zuletzt stehen geblieben waren beim lamentablen Flop gegen Ligaschlusslicht Suhr.

Konsequenter als Suhr bestrafte nämlich TVIS Holstebro jeden Krienser Fehler gnadenlos. Die Dänen zeigten wie aufgrund des Videostudiums erwartet eine aggressive, harte Deckung. Darin fanden sich selbst die arrivierten HCK-Cracks alles andere als gut zurecht. Fehler und Ballverluste häuften sich phasenweise bedrohlich. Der Gegner aber zeigte Mal um Mal, dass es mit «steals» eben noch nicht getan ist, sondern überrollte den Gast aus der Zentralschweiz förmlich. Eben so, wie man es aus Zeiten von Torben Winther bestens hätte kennen sollten. Hätte nicht Andi Portmann eine saubere Leistung im Tor der Zentralschweizer gezeigt, das Skore hätte nach 10 Minuten mehr als nur 0:4 geheissen. Gegen den HC Kriens-Luzern, versteht sich.

Die Dänen drückten weiterhin aufs Tempo, hielten an der bewährten Marschrichtung fest und zogen bis zum Seitenwechsel auf 19:10 davon. Beim HCK wurde in dieser Phase deutlich, dass gerade im Rückraum noch nicht jene Power da ist, die es gerade in solchen Partien brauchen würde. Peter Schramm fehlte nach seiner Schulterverletzung, Luca Spengler war nach seiner Rückkehr ins Team noch nicht ganz soweit. Damit war auf Position links kaum mit den rettenden Impulsen zu rechnen. Auf Position rechts wäre dazu die Routine vorhanden gewesen - nur kamen die Impulse auch von dort nicht. Stankovic, dessen «Stellvertreter» Tominec oder Youngster Lima kamen gerade mal auf 1 Tor - zusammen! Etwas gar dünn. Auf Rückraum Mitte blieb Hofstetter erneut blass.

So waren Vukasin Stojanovic (9 Tore, 2 Siebenmeter) und Tobi Baumgartner (4) die Aktivposten im Team, die trotz der dänischen Überlegeneheit etwas für das Spiel zu tun wagten. Schön war - neben Portmanns guter Goalie-Leistung und Fellmans drei Kreis-Toren - die Premier von Sämi Weingartner, der zu seinem ersten Europacup-Tor kam. Bei den Dänen war es der pfeilschnelle Rechtsaussen Patrick Larsen (9 Tore), der ein wahres Herrenleben führte. Superstar Jonas Larholm konnte sich angesichts dieser Leistung dezent zurückhalten.

Nach der 19:10-Pausenführung war der Ausgangs des Spiels kaum je in Frage gestellt. Der HC Kriens-Luzern stemmte sich zwar gegen eine Kanterniederlage und wurde dabei von den Refs unterstützt, welche die Deckungsarbeit der Dänen härter sanktionnierten, unterstützt. Am Schluss aber waren es dann doch 12 Tore Differenz. Man braucht kein Prophet zu sein, um fürs Rückspiel in einer Woche in der Luzerner Maihofhalle die Chancen der Zentralschweizer auf ein Weiterkommen eher unter 50% anzusiedeln... Nahe 100% aber dürfte für den HCK die Chance sein, dass sich das team für denA uftritt in Dänemark rehabilitieren will. Denn auch wenn ein Weiterkommen nicht mehr realistisch scheint - eine Ehrenmeldung gegen die Dänen mit einem guten Spiel würde dem HCK helfen, den Fokus trotz Europacup-Aus mit einem guten Gefühl wieder auf die kommenden Aufgaben in der nationalen Meisterschaft zu lenken! 

TVIS Holstebro (DEN) - HC Kriens-Luzern (SUI) 35:23 (19:10)

Gräkjaer Arena Holstebro, 753 Zuschauer. SR Hajek/Macho (CZE)

TVIS Holstebro: Hansen/Lind; Birkefeldt (1), Blazejewicz (1), Bramming (4), Christiensen (3), Hansen, Jensen, Larholm (2), Larsen (9), M. A. Nielsen (6), Nielsen (5), Norager, Oechsler, Sörensen (2), Thorgersen

HC Kriens-Luzern: Portmann/Schelbert; Baumgartner (4), Baviera (1), Blättler, Fellmann (3), Hofstetter(2), Lima, Mühlebach (1), Spengler (1), Stankovic (1), Stojanovic (9/2), Tominec, Weingartner (1).

Bemerkungen: Kriens ohne Schramm (Schulterverletzung). Strafen: Holstebro 6x2 Minuten (rot gegen Christensen), 5x2 Minuten gegen HC Kriens-Luzern.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern