HANDBALL: Klare Niederlage des HCK in Bern

38:29-Niederlage: Gegen den BSV Bern standen die Zentralschweizer von der ersten Minute an neben sich, brachten kaum einen Fuss vor den anderen und hatten speziell in der Abwehr grösste Probleme. Der BSV Bern Muri nahm diese Einladung dankend an und spielte sich in einen wahren Rausch.

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38:29-Niederlage: Der HCK ist am Boden der Tatsachen angelangt. (Bild: Archiv Philipp Schmidli / Neue LZ)

38:29-Niederlage: Der HCK ist am Boden der Tatsachen angelangt. (Bild: Archiv Philipp Schmidli / Neue LZ)

Die Geschichte des Auftritts der Zentralschweizer NLA-Handballer in der Gümliger Mooshalle ist schnell erzählt: Vom ersten Moment an kämpften die Hausherren darum, das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. Und sie kämpften so offensichtlich mit Herz und Verstand, dass der HC Kriens-Luzern seine Tugenden, aber auch seine Marschroute zu den eigentlich geplanten zwei Punkten völlig aus den Augen verlor.

20 Minuten blieb der HCK einigermassen dran - oder er hielt den Schaden zumindest in Grenzen. Mehr aber auch nicht. Denn danach zündete der BSV Bern Muri den Turbo. Und der HCK fand speziell in der Abwehr nie auch nur annähernd zu einer Form, die einem NLA-Spiel entsprechen würde. Das Team stand desorientiert, ging kaum einmal beherzt zur Sache in der Deckung und lag schon in der Pause mit 13:21 an sich aussichtslos im Hintertreffen. In 30 Minuten 21 Tore zu kassieren passte so gar nicht zum Auftritt am letzten Mittwoch, als das Team gegen einen deutlich prominenter besetzteren Gegner im ganzen Spiel keine 27 Treffer einsteckte.

Diesmal aber stimmte in der Abwehr eigentlich nichts. Auf der Linie fehlte die Abstimmung, gegen die Aufbauer griff im Prinzip kein Versuch einer sinnvollen Störarbeit. Und erst Andi Portmann gelang es in der zweiten Hälfte, mit der einen oder anderen erfolgreichen Abwehr etwas zu bewegen.

Das Problem des HCK aber lag an diesem schwarzen Samstag eindeutig in der Deckung. Die Berner nutzten ihre Freiheiten, erzielten Tor um Tor und raubten so dem Gast jede Illusion, irgendwann doch noch den Umschwung zu schaffen. Mal aus dem Rückraum, mal vom Kreis - es gelang fast alles. Wie schon beim Spiel in Thun (der Kanton Bern scheint für diesen HCK ein schlechtes Pflaster zu sein...) fehlte beim HCK auch diesmal die ordnende Hand, die dafür gesorgt hätte, dass es «Klick» gemacht hätte. So konnte sich die Mission des HCK gerade noch mal drauf beschränken, das total grausame Waterloo an der Aare zu vermeiden.

Für eine akzeptable Offensivleistung fehlte dem HCK die Sicherheit aus einer guten Deckung. So blieb der HCK auch dort zu fehlerhaft, suchte zu oft den Abschluss aus Positionen, die wenig erfolgsversprechend waren. Die Folge: Bis zu 12 Tore Rückstand auf einen Gegner, der zwar nicht spielerisch brillierte, aber der kämpfte, der willig dagegenhielt und der versuchte, den fehlerhaften Saisonstart zu vergessen.

So fiel die Entscheidung kurz vor der Pause, als der HCK mal noch bei 12:10 «dran war», dann aber förmlich auseinanderfiel und in den 10 Minuten vor der Pause ein 3:9-Desaster erlebte, ohne dass das Team erkennbare Anzeichen zeigte, dagegenhalten zu wollten. Klar stand bei den Bernern Marjanac (später Prtoner) im Tor. Aber keiner der beiden musste üb er sich hinauswachsen - zu zaghaft und zu durchsichtig war das Angriffskonzept des HCK diesmal angelegt. Der Rest des Spiels ist für die Statistik: 29:38 verloren die Zentralschweizer am Schluss.

Das Fazit? Ein Abend zum Vergessen. Ein Abend aber auch, in dem es sehr viel zu lernen gibt. Das wird das Team intern zweifellos ansprechen. Denn mit der klaren Niederlage wurden der HC Kriens-Luzern und der BSV Bern Tabellennachbarn. Thun zog an den Luzernern vorbei. Das Spiel aber zeigte, dass der HCK Ausgabe 2013/14 mit loderndem Feuer zu Grossem fähig ist. Wenn da nur ein Flämmchen brennt, kanns schnell böse enden. Coach Heiko Grimm wird es verstehen, den Finger auf die richtigen Stellen zu halten.

BSV Bern Muri - HC Kriens-Luzern 38:29 (21:13)

Mooshalle Gümligen, 500 Zuschauer. SR Anthamatten/Wapp.

Spielverlauf:2:0, 3:1, 3:3, 5:5, 7:5, 9:8, 12:10, 14:10, 15:12 (24.), 20:12 (30.), 21:13; 23:13, (33.), 24:16, 26:16, 28:18, 30:20, 33:21, 34:24, 36:26, 37:27, 38:29

Strafen: BSV Bern 2, HC Kriens 1 x 2 Minuten

BSV Bern: Marjanac/Portner (ab 45.); Lengacher, Reber (3), Steiger (2), Prachar (3), Striffeler (3), Althaus, Tarhai (7), Nyffenegger (1), Räz (2), Ramseier, Mitrovic (9/5), Mühlemann (8).

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Portmann (ab 41.); Fellmann (1),l Raemy (4/1), Blättler (3), Spengler (4), Delhees (2), Buholzer (2), Baviera (2), Hess, Stankovic (3), Baumgartner (4), Schramm (2), Hofstetter.

Bemerkungen: BSV Bern ohne Kurth, Kriens ohne Stojanovic (rekonvaleszent). Penalties: 21. Stankovic verschiesst Penalty (13:10);

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern