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HANDBALL: Kriens betritt die internationale Bühne

Der HC Kriens-Luzern startet heute zum dritten Mal in einen europäischen Wettbewerb. Ein Zuschussgeschäft, das man dennoch nicht missen möchte.
Cyril Aregger
«Physisch wird uns das Spiel viel abverlangen.» Heiko Grimm, Trainer HC Kriens-Luzern. (Bild: Philipp Schmidli (29.08.2017))

«Physisch wird uns das Spiel viel abverlangen.» Heiko Grimm, Trainer HC Kriens-Luzern. (Bild: Philipp Schmidli (29.08.2017))

Der Saisonstart ist dem HC Kriens-Luzern nach Anlaufschwierigkeiten gegen GC Amicitia geglückt (Ausgabe vom Donnerstag). Heute (17 Uhr, Maihofhalle Luzern) steht dem HCK in der ersten Qualifikationsrunde des EHF-Cups mit dem ukrainischen Spitzenklub ZTR Zaporoshye jedoch ein ganz anderer Gegner gegenüber. Der ukrainische Spitzenklub qualifiziert sich Jahr für Jahr für die europäischen Wettbewerbe.

Für den HC Kriens-Luzern hingegen ist es erst der dritte Auftritt auf der europäischen Bühne (siehe Kasten). Dadurch seien die Ukrainer sicher etwas im Vorteil, glaubt Manager Nick Christen. «Im europäischen Wettbewerb hat man es mit anderen Schiedsrichtern zu tun, die Hallen sind ungewohnt. Mit internationaler Erfahrung geht man mit solchen Umständen sicher etwas entspannter um.» Ein Grund für übertriebenen Respekt sei dies aber nicht, betont Christen. Seine Wunschvorstellung: ein Heimsieg mit fünf, sechs Toren Differenz, um mit einer guten Ausgangslage zum Rückspiel am Samstag nach Zaporoshye zu reisen.

«Wertvolle Begegnungen»

Zur Wunschvorstellung des Managers meint Kriens-Trainer Heiko Grimm: «Wichtig ist, dass wir das Heimspiel gewinnen. Eine Übermannschaft sind die Ukrainer nicht.» Im letztjährigen EHF-Cup hat sich Zaporoshye in zwei sehr engen Spielen gegen Wacker Thun durchgesetzt – auch das ein Indiz, dass der HC Kriens-Luzern dem Gegner auf Augenhöhe begegnen kann. «Zaporoshye ist eine physisch starke Mannschaft. In der Defensive spielen sie im 6-0-System. Die beiden zentralen Verteidiger sind über zwei Meter gross», weiss Grimm. Wichtig sei es deshalb, die gegnerischen Verteidiger in Bewegung zu versetzen, damit sich Lücken für die eigenen Angreifer öffnen.

Im ukrainischen Angriff sind Grimm beim Videostudium besonders die beiden Aufbauspieler auf links («ein grosser Shooter») und rechts («der beste Handballer des Teams, über den Linkshänder laufen die meisten Angriffe») aufgefallen. Grimm freut sich auf das Kräftemessen gegen «einen der schwierigsten Gegner, der uns zugelost werden konnte». Solche Begegnungen seien wertvoll, damit das Team Fortschritte machen könne. «Gerade physisch wird uns das Spiel ganz sicher viel abverlangen.»

Renommee, Vernetzung und hohe Kosten

Neben dem sportlichen Aspekt gibt es auch noch den finanziellen. Und hier befindet sich Manager Christen quasi in einer Zwickmühle: Denn die europäischen Auftritte, so gut sie sind für die Entwicklung der Spieler, das Renommee des Klubs und dessen internationale Vernetzung, sind ein Zuschussgeschäft. «Für eine ‹normale› Runde rechnen wir mit Ausgaben von 20 000 bis 30 000 Franken», sagt Christen. «Mit Zaporoshye haben wir den mit Abstand teuersten Gegner zugelost bekommen.» Aufgrund der hohen Reisekosten – die Krienser müssen nach Dnipro (dem ehemaligen Dnipropetrowsk) fliegen und dann ins rund 90 Kilometer südlicher gelegene Zaporoshye fahren – rechnet Christen in diesem Fall mit Kosten in der Höhe von rund 35 000 Franken. Zudem kommt der Heimklub auch jeweils für die Unterbringung der Gäste auf. Prämien oder Entschädigungen vom Europäischen Handballverband gibt es keine. «Wir müssen einiges stemmen, um das Abenteuer möglich zu machen», sagt Christen.

Sollte der HC Kriens-Luzern sich für die Gruppenphase qualifizieren – dazu müssten drei Qualifikationsrunden überstanden werden –, käme noch viel Arbeit auf den Verein zu. «Die Anforderungen an die Infrastruktur sind mittlerweile extrem hoch, der dazugehörige Katalog hat 70 Seiten», so Christen. «Die Qualifikationsrunden können wir noch mit einer Ausnahmegenehmigung bestreiten. Aber derzeit wüssten wir nicht, wo wir die Gruppenspiele absolvieren würden.»

Cyril Aregger

cyril.aregger@luzernerzeitung.ch

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