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HANDBALL: Kriens-Luzern läuft auf dem Zahnfleisch

Der HCK gerät ins alte Fahrwasser, verliert bei Pfadi Winterthur klar 16:23. Das sind alles andere als rosige Aussichten für den Europacup-Auftritt.
HC Kriens Trainer Heiko Grimm. (Bild: Philipp Schmidli)

HC Kriens Trainer Heiko Grimm. (Bild: Philipp Schmidli)

Die 5-Minuten-Episode vor dem Pausenpfiff, in welcher Kriens sämtliche Aussichten auf eine Erfolgsmeldung vergeigte, ist denkwürdig. Der HCK hatte bis zu diesem Zeitpunkt zwar keinen glanzvollen Auftritt abgeliefert, aber sich kräftig einem agileren, tempostärkeren und auch individuell besser bestückten Winterthur entgegengestemmt.

Als Kriens sich zu einer überraschenden 9:7-Führung auf die Schultern klopfte, brachen alle Dämme. Trainer Heiko Grimm kommentierte eine Zweiminutenstrafe gegen sein Team unbeherrscht, bekam ebenfalls eine Zeitstrafe aufgebrummt und erwies seinem Team damit einen Bärendienst. Winterthur kombinierte sich in 120 Sekunden doppelter Überzahl in einen Spielrausch, Markus Lier sprintete zu drei Treffern in Serie. Die folgenschwere Konsequenz des Aussetzers: Pfadi korrigierte das 7:9 innerhalb von 300 Sekunden in eine 13:10-Führung. Grimm fair: «Die beiden Strafen waren schon fragwürdig. Aber die Schiedsrichter – nein, die haben nichts mit unserer Schlappe zu tun.»

Krienser Fehlwurf-Festival

Am Schluss hatten sich bei Kriens 29 Fehlwürfe in ein Notenblatt eingetragen, welches Grimm ­einigermassen wutentbrannt kommentierte: «Unser Auftritt heute war nichts als peinlich, wir werden jetzt scharfe Worte miteinander austauschen müssen.» Der Trainer wies darauf hin, dass man sich explizit ein solides Defensivverhalten vorgenommen hatte: «Ich bin schwer enttäuscht und verunsichert, wie das Team diese Vorgabe schon fast provokativ fahrig negiert hat.» Lobende Worte fand Grimm lediglich für Paul Bar, seinen Goalie: «Ohne ihn hätte es ein Desaster abgesetzt. Das sagt wohl alles über die Einstellung der Feldspieler aus.»

Das Team wird in den nächsten Tagen kräftige Kritik des Chefs ertragen müssen: «Wir sind wieder an einem Punkt angelangt, da unschwer zu erkennen ist, dass sich einige Leute masslos überschätzen. Statt Leistung zu erbringen, versteckt man sich hinter billigen Ausreden. Das muss sich sofort ändern.»

Fazit einer Partie, die handballerisch nur Schmalkost offerierte: Kriens ist stark und erfahren genug, um einen Widersacher durchschnittlichen Formats – wie beispielsweise Suhr – mit knapper Not in die Schranken zu weisen. An Kaliber höherer Gütewertung kommt die Mannschaft im Moment nicht heran – auch, aber nicht nur begründet durch das aktuell schmale Kader. Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen, erhält der HCK am Samstag im Europacup gegen Holstebro. Die gestrige Generalprobe verheisst indes wenig Gutes.

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Winterthur – Kriens-Luzern 23:16 (13:10)

540 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Pfadi Winterthur, 5-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern

Pfadi Winterthur: Vaskevicius/Schulz (ab 31.); Ott (4), Cédrie Tynowski (1), Hess (3), Pecoraro, Kasapidis (1), Langerhuus, Vernier (4), Lier (5/2), Heer (2), Jud (2), Svajlen (1).

Kriens-Luzern: Bar (1); Fellmann, Wipf, Blättler (3), Engler (3), Spengler (5), Vögtli (1), Alili (3), Baviera, Brücker, Delchiappo.

Bemerkungen: Pfadi ohne Maros, Joël Tynowski, Sidorowicz, Kuduz und Freivogel. Kriens-Luzern ohne Nyffenegger, Ramseier, Radovanovic und Hofstetter (alle verletzt).

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