HANDBALL: Kriens-Luzern scheidet im Cup-Viertelfinal aus

Kriens-Luzern unterliegt in einem dramatischen Cup-Viertelfinalspiel Schaffhausen mit 24:25. Stankovic verwirft in der Schlusssekunde einen Penalty.

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Fabio Baviera zwischen Luca Maros und Johann Koch (Bild: Fabio Baviera (Mitte) erzielt gegen Schaffhausen zwei Treffer. Bild: Michael Kessler (Schaffhausen, 21. Dezember 2016))

Fabio Baviera zwischen Luca Maros und Johann Koch (Bild: Fabio Baviera (Mitte) erzielt gegen Schaffhausen zwei Treffer. Bild: Michael Kessler (Schaffhausen, 21. Dezember 2016))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Es war ein irres Spiel, eine Geschichte, die in dieser aufwühlenden Ausführung nur der Handball zu pflegen schreibt. Doch der Reihe nach: Fast 40 Minuten lang hatten sich die beiden Teams ineinander verkeilt, ehe Schaffhausen mit einem mächtigen Zwischenspurt auf 17:13 davonzog. Die Entscheidung? Aber sicher nicht! Plötzlich lief es Kriens wie am Schnürchen. Bar parierte den Penalty von Pendic, Schramm gelang im achten Versuch der erste persönliche Treffer. Das war die Initialzündung. Captain Hofstetter liess die Muskeln spielen, warf vier Tore in Serie zum 21:21.

So richtig spannend wurde es indes erst in den letzten fünf Minuten. Die oft überhart, um nicht zu sagen rüde verteidigenden Kadetten hatten sich zwei Strafen geleistet, alle Überzahlvorteile lagen jetzt bei Kriens.

Grimm: «Es ist nichts als tragisch»

Doch das Team von Trainer Heiko Grimm kam mit der Offerte zum Siegesendspurt nicht zurecht: Statt sich für das finale Ende zu polstern, kassierte es zwei Treffer – der Genickbruch. Hätte man meinen können. Es kam noch einmal anders. Kriens, das sich so heldenhaft, aber in entscheidenden Sekundenbruchteilen unvorteilhaft naiv gegen das Cup-Out gewehrt hatte, kam in der allerletzten Sekunde zur einmaligen Möglichkeit, alles zu korrigieren, die Verlängerung zu erzwingen, alles in die richtigen Bahnen zu leiten. Boris Stankovic, der ansonsten so zuverlässige Siebenmeter-Schütze, verwarf. Kriens lag am Boden, es war die bitterste aller möglichen Weihnachtsbescherungen.

«Wir waren so nahe dran», sagte Heiko Grimm nach den dramatischen Sequenzen, «es ist nichts als tragisch, was heute passiert ist. Wir waren die bessere Mannschaft, wir hätten diesen Sieg verdient.» Der HCK-Trainer unternahm nach Spielschluss in der Kabine den Versuch von Trostworten: «Es ist mir nicht gelungen. Die Köpfe meiner Spieler hängen tief, wir waren doch so nahe an dieser Cup-Überraschung.»
Verärgerung ob der verpassten einmaligen Möglichkeit liess Grimm keine erkennen: «Im Gegenteil, ich bin stolz auf dieses Team, es hat heute bewiesen, dass es in dieser Saison zu allem fähig ist.» Schöne Worte, schlechter Trost: «Eines verspreche ich», betonte der Chef, «wir stehen wieder auf.»

So bekam am Schluss der Luzerner im Team der Kadetten recht. «Es wird ein enges Spiel», hatte Nik Tominec, der sich im Abschlusstraining am Knie verletzte und nur Zuschauer war, prophezeit. Ja, enger geht es nicht mehr. «Es tut mir nichts als leid um meine Spieler», erklärte Grimm, «das haben sie nach diesem grossartigen Auftritt nun wirklich nicht verdient.»

Schweizer Cup. Viertelfinals: Kadetten Schaffhausen - Kriens-Luzern 25:24. St. Otmar St. Gallen - Wacker Thun 27:33. GC Amicitia Zürich - Pfadi Winterthur 26:25. – Bereits in den Halbfinals: Endingen (NLB).

Schaffhausen - Kriens-Luzern 25:24 (11:11)
BBC Arena. – 410 Zuschauer. – Kriens-Luzern: Bar; Baviera (2), Blättler (3), Brücker (1), Fellmann (1), Hofstetter (7), Radovanovic (4), Ramseier, Stankovic (3).