HANDBALL: Kriens-Luzern siegt in Schaffhausen

Der HC Kriens-Luzern macht das Unmögliche doch noch möglich und siegte in Schaffhausen. Jetzt kommt es am Samstag zur Finalissima in der Maihofhalle.

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Matchwinner für Kriens-Luzern in Schaffhausen: Roman Schelbert (Archivbild).

Matchwinner für Kriens-Luzern in Schaffhausen: Roman Schelbert (Archivbild).

So geht es mit Ostern und den Osterhasen: Das NLA-Team des HC Kriens-Luzern hat sich den Schoggischmaus offenbar für die Woche nach Ostern aufgespart, trainierte hochseriös – und zeigte sein Schokoladengesicht am Mittwoch in Schaffhausen: Gegen Schweizermeister Kadetten Schaffhausen siegte der HCK mit 23:21 und sicherte sich so für das letzte Spiel der Finalrunde noch die Chance, gegen St. Otmar zur «Belle» anzutreten. Zwar wird auch die Partie gegen St. Otmar zur schier unlösbaren Herkulesaufgabe, beträgt doch die Differenz im Torverhältnis im Moment 21 Treffer. Doch weils die direkte Begegnung ist, «reicht» schon ein Sieg mit 11 Toren Differenz... Doch wer hätte schon erwartet, dass der HCK in Schaffhausen gegen den Meister bei dieser angespannten Lage zu Punkten kommt?

Immerhin: Der HCK verdiente sich das grosse Abschlussspiel der Finalrunde mit einem tadellosen Auftritt in Schaffhausen. Die Mannschaft nahm den Kampf mit dem arg unter Druck stehenden Meister auf, hielt dagegen und behielt in einem Wahnsinnsspiel bis zuletzt die Übersicht. Denn vieles sprach gegen den HCK. Er hatte sich nach zweimaliger 4-Tore-Führung den Vorteil wieder nehmen lassen, musste Schaffhausen zwischenzeitlich sogar mit einem Tor in Front ziehen lassen. Und eigentlich verliert man dann so ein Spiel, wenn man nach 55 Minuten die Torproduktion einstellt und der Gegner als Ligakrösus in seiner Ehre erneut verletzt scheint. Wenn es doch noch reichte, dann hatte das zwei Gründe: Der HCK behielt kühlen Kopf – und hatte mit Roman Schelbert den «Man oft he Match» im Tor.

Schelbert, der routinierte und so bescheidende Muotathaler, hexte die hochbezahlten Schaffhauser Profis in den Wahnsinn. 17 Big safes hatte er sich am Schluss notieren lassen – und stach damit seine beiden Antipoden, die deutsche Nachwuchshoffnung Maier und den Schweizer Nationaltorhüter Nicola Partner, klar aus. Er verlieh der Deckung die nötige Stabilität – und ermöglichte, dass der HCK gegen die hochdekorierten Seriensieger aus Schaffhausen gerade mal 21 Tore zulassen mussten. Stark! Das zeigte sich auch daran, dass die Schaffhauser in der HCK-Deckung oft keinen Ausweg fanden und sich in Fehler verstrickten.
Offensiv spielte der HCK zwar nicht fehlerfrei – immerhin aber engagiert, geduldig und seriös. Mittelmann Tom Hofstetter war mit 6 Toren bester Werfer – und führte umsichtig Regie. Vukasin Stojanovic (5) zeigte klar aufsteigende Form, und Dani Fellmann zeigte seine zuletzt fast schon gewohnt seriöse Leistung. Dieses Trio führte ein Team an, das sich geschlossen auf den Platz stellte und mit Respekt, aber ohne Furcht das Duell gegen Kadetten Schaffhausen aufnahm. Dabei liess sich das Team auch von den Ausfällen (Blättler und Baviera fehlten) nicht entmutigen und leistete auf dem Platz ganze Arbeit.

Jetzt kommt es am Samstag in der Maihofhalle Luzern zur grossen Entscheidung. St. Otmar (+20) kommt zwar mit einem extrem guten Torverhältnis in die Innerschweiz, das im Normalfall reichen müsste (Kriens:-1). Aber weil es die Direktbegegnung ist, zählt halt jedes Tor doppelt: Eines Minus beim einen Team führt zu einem Plus beim anderen. Der Ball also wird heiss sein – und das Innerschweizer Handball-Publikum wohl auch. Zumal  direkt vor dem Otmar-Spiel noch die SG Pilatus ihr drittes Aufstiegsspiel in die NLB austragen wird. Und diese hat am Mittwoch ihr zweites Spiel in St. Gallen mit 28:21 gewonnen Es ist also angerichtet für den Handball in der Sentralschweiz.

Kadetten Schaffhausen - HC Kriens-Luzern 21:23 (11:13)

BBC Arena, 820 Zuschauer. SR Meyer/Buache.

Spielverlauf: 0:1, 1:1, 2:2, 3:3, 3:6, 4:8 (13.), 5:9 (16.), 9:9 (24.), 10:9, 11:10, 11:13; 12:12, 12:14, 15:14, 15:16, 16:16, 17:17 (44.), 17:20 (47.), 19:20 (51.), 19:22, 20:22, 20:23 (56.), 21:23.

Kadetten Schaffhausen: Portner/Maier; Cvjietic, Kukcka, Liniger (1), Küttel (1), Graubner (3), Mamic (2), Starzcan (5), Geisser, Stojanovic (1), Czasar (6), Jurca (2).

HC Kriens-Luzern: Schelbert (17 Paraden)/Portmann; Fellmann (3), Mühlebach, Spengler (4), Gwerder, Stojanovic (5/2), Stankovic (2/1), Baumgartner (1), Tominec (1), Schramm (1), Hofstetter (6).

Bemerkungen:Strafen: Schaffhausen 6, HCK 3x2 Minuten. Kriens ohne Baviera und Blättler (rekonvaleszent). Schaffhausen ohne Schelbert, Bendig und Mansson.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern