HANDBALL: Kriens-Luzern verliert äusserst knapp gegen Bern Muri – Saison ist zu Ende

Der HC Kriens-Luzern ist im Playoff-Viertelfinal nach der 21:22-Heimniederlage gegen Bern Muri ausgeschieden. Die Hoffnung, dass die Karriere von Handball-Legende Daniel Fellmann noch etwas länger dauert, hielt bis zur Schlusssirene.
Gross ist die Enttäuschung bei den Kriensern nach dem Playoff-Viertelfinal-Aus gegen Bern Muri. (Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 13. April 2018))

Gross ist die Enttäuschung bei den Kriensern nach dem Playoff-Viertelfinal-Aus gegen Bern Muri. (Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 13. April 2018))

Cyril Aregger

cyril.aregger@luzernerzeitung.ch

Am Schluss kamen die Tränen: Mit einer knappen 21:22-Niederlage des HC Kriens-Luzern endete die grosse Spielerkarriere von Daniel Fellmann. Die gegnerischen Spieler des BSV Bern Muri standen nach kurzem Jubel über die Halbfinalqualifikation Schlange, um sich beim 34-Jährigen zu verabschieden. Und als der Krienser Kreisläufer und Defensivspezialist zum besten Spieler seines Teams gekürt wurde, erhoben sich sämtliche 1100 Zuschauer in der Krauerhalle – auch die Fans der Berner – für eine minutenlange stehende Ovation. Von «Gänsehaut-Gefühlen» sprach danach der Trainer und CEO des HCK, Nick Christen. «Daniel hat Jahrzehnte für den Handball gelebt. Er hat sich diesen Abgang verdient.»

Wenig später hatte sich der Vorzeigesportler schon wieder gefasst. «Ich bin froh, dass es erst ganz zum Schluss klar war, dass dies mein letztes Spiel sein würde», meinte der 120-fache Internationale mit einem Lächeln. «Ich weiss nicht, wie ich es sonst auf dem Feld ausgehalten hätte.»

Viel Einsatz, zu wenig Ertrag

Tatsächlich war das Spiel erst mit der Schlusssirene entschieden. Kriens-Luzern hatte sieben Sekunden vor Schluss beim Stand von 21:22 noch einmal Ballbesitz, mit einem erfolgreichen Abschluss hätte man sich in die Verlängerung gerettet. Doch Peter Schramm, der ebenfalls sein letztes Spiel für Kriens-Luzern bestritt und mit Einsatz überzeugte, verpasste die Gelegenheit.
Es war der aus Krienser Sicht tragische Höhepunkt einer wilden Handballpartie. Kriens-Luzern wie auch Bern Muri war die Anspannung in diesem vierten Playoff-Viertelfinal von Beginn weg anzumerken. Fehlwürfe und Ballverluste auf beiden Seiten prägten die Startminuten. Als erste fingen sich die Krienser, die bald die Berner Fehler ausnutzen konnten. Die Gegenstoss-Maschinerie begann zu laufen – nach zehn Minuten betrug die Führung erstmals zwei Tore (5:3). Für dauerhafte Entspannung reichte dieser Zwischenspurt dem HCK nicht. Die Fehler mehrten sich wieder, und auch Bern Muri vermochte nun daraus häufiger Kapital zu schlagen. Die beiden Teams wechselten sich mit der Führung munter ab, nach 30 Minuten mit dem knapp besseren Ende für die Gäste aus Bern (12:13).

So ging es nach der Pause denn auch weiter – bis der HC Kriens-Luzern in der 46. Minute in doppelter Unterzahl spielen musste. Der HCK verlor vollständig den Faden, über acht Minuten gelang kein Tor mehr. 16:21, das Spiel schien entschieden.

Cleverness fehlte in entscheidenden Situationen

Doch das Team um Fellmann gab sich noch nicht geschlagen. Plötzlich wurden die Fehler auf Seiten der Berner zahlreicher, bei den Kriensern jedoch weniger. Die Gäste kamen noch einmal gehörig ins Zittern, der Ausgleich gelang dem HCK trotz mehrerer Chancen jedoch nicht mehr – auch nicht in den letzten sieben Sekunden des Spiels.

«Irgendwie sinnbildlich für die gesamte Saison», nannte Fellmann das Endergebnis. Kriens hatte gekämpft, streckenweise überzeugend gespielt – und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Die Berner hätten den Sieg in Kriens nicht gestohlen, bemerkte HCK-Trainer Nick Christen. «Sie waren in den entscheidenden Momenten etwas cleverer als wir. Zumindest heute ganz sicher nicht das schwächere Team.» Dennoch hadert Christen mit dem Ausscheiden. «Das Torverhältnis über die vier Partien ist ausgeglichen. Ich hätte dieser Mannschaft gerne noch eine weitere Runde gegönnt. Nuancen haben entschieden, uns fehlte auch etwas der ‹Killer›, der das Spiel in engen Situationen auch einmal an sich reissen kann.» Gerade im Rückraum hätten viele Spieler diese Saison nicht mehr zu ihrer Bestform gefunden, so Christen, der noch immer mit den beiden knappen Auswärtsniederlagen hadert. «Wir haben da gemerkt, dass es uns in engen Spielen noch an Erfahrung fehlt. Die Jungen kennen das noch nicht.»

Nach der Enttäuschung folgt für den HCK nun erst einmal eine Pause. «Und dann», so Christen, «werden wir auch die Spieler, die uns verlassen, würdig verabschieden. Das ist während der Playoffs kaum möglich.»

NLA, Playoff

Viertelfinals (best of 5): Kriens-Luzern – Bern Muri 21:22 (12:13); Endstand 1:3. –
Halbfinals: Wacker Thun (1.) – BSV Bern Muri (4.), Pfadi Winterthur (2.) – Kadetten Schaffhausen (3.).

Kriens-Luzern – Bern Muri 21:22 (12:13)
1100 Zuschauer. – SR Meyer/Buache. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 5-mal 2 Minuten gegen BSV Bern Muri.

Kriens-Luzern: Willimann/Bar (1/ab 20.); Fellmann, Wipf, Blättler (7/1), Engler, Spengler (4), Vögtli, Oertli, Alili (1), Ramseier (6/5), Radovanovic, Delchiappo, Schramm (1), Hofstetter (1).

BSV Bern Muri: Marjanac/Rosenberg (1/ab 24.); Lengacher, Schneeberger (2), Groff, Heer, Baumgartner (3), Getzmann (3/1), Striffeler (3), Kusio (3), Spinola (1/1), Rathgeb (2), Szymanski, Rohr, Arn, Mühlemann (4).

Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Nyffenegger (verletzt). Verschossene Penaltys: 1:1.

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