HANDBALL: Krienser beziehen in Thun eine Lehrstunde

Die Krienser NLA-Handballer bezogen bei Meister Wacker Thun eine äusserst schmerzhafte, aber selbst in dieser Höhe durchaus gerechtfertigte 12-Tore-Kanterniederlage. Beim 26:38 stand der HCK quasi Spalier.

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Mit vier Treffern bester Krienser: Luca Spengler. (Archivbild Philipp Schmidli / LZ)

Mit vier Treffern bester Krienser: Luca Spengler. (Archivbild Philipp Schmidli / LZ)

Es war an sich klassisch: Fünf Spiele lang zog der HCK zuletzt nach verhaltenem Start den Kopf noch aus der Schlinge und drehte das Spiel, das oft schon verloren schien. Grundlage war dabei stets eine enorm kämpferische Einstellung, an der sich der HCK quasi an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zog. Gegen Wacker Thun war davon allerdings nichts mehr zu sehen. Denn für eine Wende wie in den letzten 5 Spielen müsste man als team bedingungslos fighten, sich dafür zerreisen...

Davon aber war der HCK an diesem Abend in Thun mehr als nur weit entfernt. Dies mit der Absenz von Daniel Fellmann, der krank zu Hause geblieben war, zu begründen, würde zu kurz greifen. Auch wenn der Defensivpatron zweifellos an allen Ecken und Enden fehlte.

Aber fehlendes Feuer und fehlende Leidenschaft allein damit zu begründen, wäre zu einfach. Der HCK fand an sich nie richtig ins Spiel und hatte speziell in der Deckung massive Abwesenheiten zu beklagen (und das bezieht sich nicht auf Fellmann...). Welche Freiheiten der 38jährige Haudegen Borna Franic genoss, war erschütternd. Am Schluss hatte er 13 Treffer auf seinem Konto – davon sechs aus Siebenmetern. Denn immer wieder gelang es den Thunern, ihre Kreisläufer mit einfachsten Mitteln freizuspielen. Diese machten von 6 Metern ihre Tore – oder wurden von der HCK-Deckung viel zu spät und zögerlich angegangen. Neben Franic und den Kreisläufern war es bei Wacker aber auch der Luzerner Fabian Studer, der mit 8 Toren ein Herrenleben führte - und das sichtlich genoss.

Und was machte der HCK dagegen? Nichts! Denn während sich die Thuner in den «Flow» spielten und den Gast aus der Innerschweiz phasenweise vorführten, schauten die Zentralschweizer zu und liessen sich quasi wehrlos vorführen. Bei mehr als einem Glanzlicht Wackers standen die Innerschweizer mehr oder weniger Spalier. Offensiv passte bei soviel Abwehrproblemen naturgemäss auch nicht allzu viel zusammen. Da wurde kaum im Team der Torerfolg gesucht. Und was mal Richtung Tor kam, war oft wenig präzis, zwingend oder herausgespielt. Dass in dieser Situation keiner der Routiniers Impulse vermittelte, dürfte in der Spielanalyse kritisch hervorgestrichen werden.

Bezeichnend war, dass der HCK schon zur Pause nicht mehr an seine Chance zu glauben schien. Zu sehr hatten die Zentralschweizer nach verpatzten ersten 30 Minuten jegliche Sicherheit verloren. Und es war keiner da, der die Fahne hochhielt, um eine mögliche Wende herbeizuführen. Denn das wäre nur über bedingungslosen Kampf möglich gewesen.

Der HCK wird jetzt gut daran tun, diese Partie und den missglückten Auftritt zwar seriös und selbstkritisch zu analysieren. Aber nicht zu dramatisieren. Wenn das Team die richtigen Lehren daraus zieht und am Samstag gegen GC Amicitia Zürich die richtige Reaktion zeigt, dass war das Lehrstück vom Thunersee heilsam für die Entwicklung des Teams. Denn das einem so jungen Team über kurz oder lang auch wieder ein Ausrutscher passieren würde, war an sich schon vor Antritt der Fahrt nach Thun bekannt. Thun hat aber gezeigt, dass der Ausschlag auf der Leistungskurve ins Negative sehr sehr deutlich sein kann...

Wacker Thun - HC Kriens-Luzern 38:26 (17:13)
Lachenhalle Thun, 660 Zuschauer. SR Bernet/Wick.

Wacker Thun: Merz/Winkler (ab 45.); Bhend, Chalkidis (3), Dähler (1), Franic (13/6), Friedli (2), Hüsser (3), Huwyler (2), Isajlovic, Lanz (1), Rathgeb (1), Studer (8), von Deschwanden (4/1).

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Ineichen (ab 49.); Baumgartner (2), Baviera (2), Blättler (1), Buholzer, Delhees (2), Hess (2), Hofstetter (4), Mühlebach (1), Raemy (3/1), Schramm (3), Spengler (4), Stankovic (2).

Bemerkungen: Kriens ohne Portmann (rekonvaleszent) und Fellmann (krank). Wacker ohne Capsar (verletzt).