HANDBALL: Krienser Handballer verlieren gegen Pfadi klar

Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern verlieren bei Pfadi Winterthur klar mit 17:28. Dabei geht die 11-Tore-Niederlage in Ordnung, denn der Gastgeber hatte an diesem Abend klar mehr Masse.

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Muss sich wehren: der Krienser Markus Jeremias. (Bild: HCKriens.ch)

Muss sich wehren: der Krienser Markus Jeremias. (Bild: HCKriens.ch)

Es war in der Klotener Ruebisbachhalle schnell einmal klar: An diesem Abend hatte der HC Kriens-Luzern gegen ein ambitionniertes Pfadi Winterthur eigentlich nie eine Siegeschance. 5:2 führten die Zentralschweizer, als Pfadi-Coach Adi Brüngger seinem Team in einem Team-Time Out kurz die Leviten las - und das Team damit auf den Weg der Tugend oder quasi in die Normalität zurück holte. Denn was Pfadi an Kaderbreite und an Qualität auf den Platz brachte, stand in einem krassen Missverhältnis zu dem, was beim HCK (noch) auflief. Faktisch ist beim HCK eine ganze Stammsechs im Moment mit Stöcken und Gipsmanschetten auf der Tribüne nur als Zaungast dabei...

So gesehen war die Leistung des HCK gegen Pfadi lange Zeit beachtlich. Immerhin gilt es zu bedenken, dass die verbliebenen Stammspieler des NLA-Kaders in den letzten Runden ein wahres Mammutprogramm praktisch ohne Verschnaufpause hinter sich zu bringen hatten. Dass da einige der Spieler inzwischen auf dem Zahnfleisch laufen, ist begreiflich.

So fehlte es beim HCK denn auch an fast allen Ecken, um vielleicht doch in die Nähe des Gegners zu kommen. Defensiv stand die Formation dann und wann falsch, kam den berühmten Schritt zu spät. Kurz: Defensiv fand das Team nie zur gewohnten Stärke, weil Pfadi immer die passende Antwort hatte.

An sich aber das weitaus grössere «Problem» war die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. Die Fehlerzahl war hoch (angesichts leerer Energietanks aber nachvollziehbar), die Effizienz entsprechend tief. Da sprechen die 17 erzielten Tore (ein trauriger Minusrekord diese Saison) denn auch eine sehr deutliche Sprache. Ganz anders Pfadi: Einmal waren es die Rückraum-Schützen, dann Kreisläufer Krauthoff, später die Gegenstoss-Spezialisten, die für Gefahr sorgten. Und genau diese Breite an Möglichkeiten, diese Power und letztlich auch diese Masse machte an diesem Abend den Unterschied von 11 Toren.

Weil St. Otmar sein Spiel in Thun ebenfalls verlor, blieb es in Sachen Fernduell beim alten Abstand von drei Punkten. Der HCK wird jetzt in den kommenden Tagen die Batterien aufladen. Das Team geniesst deshalb zu Beginn der kurzen Nationalmannschaftspause einige trainingsfreie Tage, bevor es dann zum Endspurt nächste Woche wieder losgeht. Dann nämlich folgen nach der Partie gegen Leader Wacker Thun (St. Otmar tritt dann gegen Kadetten Schaffhausen an) die wohl entscheidenden Spiele: Zuerst das Direktduell gegen St. Otmar, danach die Partie gegen den BSV Bern. Bis dann werden zwar noch nicht allzu viele der Verletzten zurückerwartet. Immerhin aber sind bis dann die Energietanks der verbliebenen, gesunden Spieler wieder etwas mehr gefüllt.

Und das stärkt die Zuversicht, dass es bei dem fast schon unglaublichem Verletzungspech des HCK doch noch so etwas wie Gerechtigkeit gibt im Sport und das Team zum ersten Mal in die Playoffs einziehen kann.

Pfadi Winterthur - HC Kriens-Luzern 28:17 (13:8)

Ruebisbachhalle Kloten. 450 Zuschauer. SR Dobler/Buache.
Spielverlauf: 1:0, 1:3, 2:5, 7:5, 9:6, 9:8, 13:8; 15:8, 15:10, 16:11, 20:12, 21:13, 22:14, 23:15, 25:16, 28:16, 28:17.
Pfadi Winterthur: Kindle/Pramuk (ab 12.); Kasapidis (5), Hess (1), Krieg (5), Grimm (1), Lier (2), Steiner (1), Scheuner (1), Huwiler, Svajlen (5), Krauthoff (3), Reuter (4).
HC Kriens-Luzern: Schelbert/Ineichen (ab 51.); Schumacher (1), Fellmann (4), Willisch (1/1), Buholzer (2), Heinimann, Herrmann, Jeremias (2), Hess (3), Stankovic (4), Lingg.
Bemerkungen: Kriens ohne Steiger, Baumgartner, Raemy, Båverud, Mühlebach und Petrig (alle verletzt). 16. Hess (Pfadi) schiesst Penalty an die Latte (4:5). 55. Willisch scheitert mit Penalty an Kindle (23:16). Strafen: Kriens 2, Pfadi 3 x 2 Minuten.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern