HANDBALL: Krienser Handballer verlieren in Winterthur klar

Das war definitiv nichts. Auch für einen krassen Aussenseiter nicht. Dem HC Kriens-Luzern missglückt der Auftritt in der Winterthurer Eulachhalle gründlich.

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Mit 7 Treffern in Winterthur bester Torschütze: Tobias Baumgarnter (mitte) vom HC Kriens-Luzern. (Archivbild Roger Grütter)

Mit 7 Treffern in Winterthur bester Torschütze: Tobias Baumgarnter (mitte) vom HC Kriens-Luzern. (Archivbild Roger Grütter)

Dabei nahm der Gast die triste Kulisse in der Winterthurer Nebenhalle bedenklich schnell als Vorwand, verlor Feuer, Linie und Leidenschaft und trat die Rückreise mit einer empfindlichen 20:30 Schlappe an.

Der Auftritt ging dem HCK daneben. Von A wie Anfahrt bis Z wie Zupacken. Und die Geschichte ist schnell erzählt: Der HCK bleibt auf der Anfahrt nach Winterthur wegen des Fahrzeugbrandes im Gubristtunnel zuerst stecken, kommt später nach 2.5 stündiger Carfahrt durch den Feierabendverkehr in Zürich auf den letzten Drücker in Winterthur an, muss vom Carsessel ohne «Fuss-Vertret-Pause» und ohne Durchschnaufen beim einem Kaffee ins Warm-Up. Dass es in der Nebenhalle in Winterthur keine funktionierende Matchuhr gab, war für ein NLA-Meisterschaftsspiel der Finalrunde schon eher peinlich. Aber auch eine Matchuhr hätte wohl nicht viel mehr machen können als die gefühlt sekundenweise dahintröpfelnden Spielminuten und den krassen Spielstand anzuzeigen. Und sich vielleicht über den wenig erfreulichen Auftritt des Gastes zu wundern ...
Denn es kam bei so viel Unbill, wie es kommt in solchen Fällen – und erstaunte so irgendwie gar nicht: Die Gäste waren bereit, legten mit ungeheurer Wucht und viel Herzblut los wie die Feuerwehr und sorgten schnell für klare Verhältnisse. Der Gast aus der Innerschweiz war so im Prinzip schon beim verspäteten Anpfiff geschlagen. Und als klar wurde, dass gegen dieses Pfadi kein Kraut gewachsen war, schwand beim HC Kriens-Luzern auch der allerletzte Funke Widerstand.

Schade für diesen Rückschritt nach zuletzt wirklich guten Spielen mit klarer Aufwärtstendenz. Diesmal aber war der Wurm eigentlich fast überall drin. Die Defensive war unsicher, die beiden Torhüter kamen nie ins Spiel (zusammen 7 Paraden in 60 Minuten – bei 37 Würfen) – da wurde schnell klar, dass gegen dieses Pfadi Winterthur keine Siegeschancen bestünden. Von vernünftigem «Zupacken» in der Defensive, wie das zuletzt der eigentliche Schlüssel zum Erfolg war, war an diesem Abend nichts zu spüren.

Dementsprechend fehlten Entschlossenheit und Leidenschaft auch in der Offensive. 20 Tore zu erzielen ist in der Finalrunde halt klar zu wenig und führt nur in Ausnahmefällen in die Nähe des Punktgewinns. Dabei war in der Offensive einzig Tobi Baumgartner in Normalform. Dazu zeigten sich die Kreisläufer Fellmann/Baviera sowie Adi Blättler seriös. Alle anderen aber mussten sich mehr oder minder Abstriche gefallen lassen. Insbesondere auf den Rückraumpositionen waren die Defizite diesmal eklatant: Neben Baumgartner (7) erzielte einzig Stankovic ein Tor – sein einziges nach 56 Minuten, als auch das Kapitel Schadensbegrenzung längst geschlossen war. Ansonsten war Torflaute – bei einer hohen Fehlerquote mit 11 Fehlversuchen und 5 technischen Fehlern.

Als Fazit bleibt: In Winterthur gegen diesen Gegner zu verlieren ist kein Weltuntergang. Aber etwas mehr Leidenschaft und Feuer hätte man sich dann doch gewünscht – schlechte Vorzeichen oder krasse Aussenseiterrolle hinter oder her. Nur: Passiert ist passiert. Der HC Kriens-Luzern wird deshalb gut daran tun, dieses Spiel aufzuarbeiten und als total missglückt möglichst schnell ad acta zu legen. Vielleicht bleibt ja als Lehre auch, dass diese Mannschaft nur dann zu grossen Leistungen fähig ist, wenn wirklich alle gemeinsam am gleichen Strick ziehen. Und das von A wie Anfang bis Z wie Ziel.

Pfadi Winterthur - HC Kriens-Luzern 30:20 (14:9)

Eulachhalle B, 550 Zuschauer. SR Sager/Styger

Spielverlauf: 3:0, 3:1, 5:2, 8:3, 11:4, 12:7, 14:9; 17:10, 19:11, 20:12, 21:13, 24:14 (48.), 26:15, 27:18, 28:20, 30:20.

Pfadi Winterthur: Bringolf/Vaskevicius; Tynowski (3), Hess (5), Krieg (3/1), Sidorowicz (4), Cvetkovic (2), Lier (3), Jud (6/4), Scheuner, Freivogel (2), Svajlen (1).

HC Kriens-Luzern: Portmann/Schelbert; Fellmann (3), Blättler (2), Spengler, Vögtli (1), Stojanovic (3/1), Baviera (2), Stankovic (1), Baumgartner (7), Tominec (1), Schramm, Hofstetter.

Bemerkungen:Strafen: Pfadi 3, Kriens 4 x 2 Minuten. Penalties: 9. Julian Krieg (Pfadi) verschiesst Penalty (2:0). Pfadi ohne Maros (verletzt), setzt Vaskevicius nicht ein.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern