HANDBALL: LK Zug siegt in letzter Sekunde

Zug gewinnt in Nottwil mit 29:28 Toren und übernimmt zum Start der Finalrunde wieder Platz eins. Der Siegtreffer fällt eine Sekunde vor Spielschluss.

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Die Zugerin Martina Traber wird diesen Ball im Tor der Nottwilerinnen versenken. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Zugerin Martina Traber wird diesen Ball im Tor der Nottwilerinnen versenken. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Stephan Santschi

Dramatischer kann eine Schlussphase nicht sein. Spono Nottwil liegt mit 27:28 zurück, nimmt ein Time-out und bereitet den letzten Angriff vor. 17 Sekunden bleiben dem Heimteam noch, um die Niederlage abzuwenden. Andrea Willimann wird als siebte Feldspielerin auf den Platz beordert und ersetzt damit Goalie Laila Troxler. Und prompt: Nottwil erzwingt durch diese Überzahl im Angriff sechs Sekunden vor dem Ende den Ausgleich, Soka Smitran trifft zum 28:28. Doch vorbei ist die Partie noch nicht. Zug spielt blitzschnell wieder an, und Sibylle Scherer trifft ins leere Tor des Gegners Goalie Troxler hat ihre Position noch nicht wieder einnehmen können. Offiziell fällt das Siegestor eine Sekunde vor Schluss. Nach abgelaufener Spielzeit erhält Nottwils Lisa Frey noch die rote Karte gezeigt, weil sie Scherer zu hart angegangen war.

Zugs Ersatzgoalie trumpft auf

Dann beruhigten sich die Gemüter. Der LK Zug siegte im vierten Anlauf zum ersten Mal in dieser Saison gegen Nottwil. Die Zugerinnen haben ihre Lehren aus den vorherigen Direktbegegnungen gezogen und verteidigten im 5:1-System etwas defensiver als gewohnt. «Wir waren hinten kompakter, beweglicher und kämpften mit viel Herzblut», freute sich Trainer Damian Gwerder. Dabei fiel es nicht einmal ins Gewicht, dass Stammtorhüterin und Leistungsträgerin Laura Innes wegen einer Verletzung am Ellbogen fehlte. Ihre Stellvertreterin Simona Krstic wuchs mit 18 Paraden nämlich über sich hinaus. Einziger Makel am Zuger Spiel: die Fehleranfälligkeit in der Schlussphase. Eigentlich strebte der LKZ seit der 42. Minute und einem Zwischenspurt vom 17:16 zum 21:16 einem sicheren Sieg entgegen, geriet dann aber unnötig noch ins Zittern.

Die Nottwilerinnen hätten den Punktgewinn aber gar nicht verdient gehabt. Zu viel lief schief, zu wenig passte zusammen. Topskorerin Rahel Furrer stand zwar in der Anfangsformation, musste wegen gesundheitlicher Probleme aber bald auf der Bank Platz nehmen. «Das hat uns aus dem Konzept gebracht. Nach ihrem Ausfall kam es in unserem Spiel zu einem Bruch, und wir machten nicht mehr das, was wir uns taktisch vorgenommen hatten», stellte Willimann fest. Die Kreisläuferin gab nach einer über viermonatigen Auszeit ihr Comeback, die Schulter bereitete ihr dabei keine Probleme mehr. Co-Präsident Urs Wey kritisierte derweil die mangelnde Cleverness: «Wir müssen brutaler, abgebrühter werden und wie die Zugerinnen auch mal am Boden liegen bleiben.»

Zug wieder in der Favoritenrolle

Passiert, so betonte Urs Wey, sei allerdings noch gar nichts. Zwar hat Nottwil zum Finalrundenstart die Leaderposition an Zug abgeben müssen. Da Brühl aber zu Hause gegen Thun überraschend verlor, beträgt der Vorsprung auf die St. Gallerinnen aber noch immer sechs Punkte. Fünf Runden sind noch auszutragen, alles deutet weiterhin auf einen Playoff-Final zwischen dem LKZ und Spono hin. «Ein Champion steht nach so einer Niederlage wieder auf», gibt sich Wey kämpferisch. Nur: Champion ist noch immer der LKZ. Gestern zeigte der Titelverteidiger auf, weshalb. «Wenn es ernst wird, sind wir bereit. Das wissen wir», sagte Zugs Trainer Gwerder. Sein Team hat die Ende November verlorene Tabellenführung zurückgewonnen. Ebenso wie die Favoritenrolle im Meisterkampf.

Frauen SPL1, Finalrunde

1. Runde: Brühl St. Gallen - Rotweiss Thun 22:27 (10:12). Spono Nottwil - LK Zug 28:29.

Rangliste (alle 22 Spiele): 1. LK Zug 39. 2. Spono Nottwil 38. 3. Brühl St. Gallen 32. 4. RW Thun 25.

2. Runde. Samstag: LK Zug - Brühl St. Gallen (18.00). Spono Nottwil - RW Thun (19.30).

Spono Nottwil - LK Zug 28:29 (13:14)

SPZ. 300 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg.

Strafen: Je 4-mal 2 Minuten, rote Karte für Nottwils Ramseier (57./3-mal 2 Minuten) und Frey (60./grobes Foul).

Nottwil: Huber/Troxler (ab 40.); Egli (5), Furrer (1), Matter, Frey (8), Kottmann (3), Smitran (7/1), Ramseier (1); Spaar, Willimann (2), Fatkic (1/1), Arnet.

LK Zug: Krstic/Betschart (57. bis 59.); Cavallari (4), Schwander (4), Estermann, Scherer (7/2), Ganz (2), Geissmann (6); Traber (6), Javet.

Bemerkungen: Krstic pariert Penalty von Frey (6./4:2). Nottwil ohne Hammans (verletzt), Zug ohne Innes und Ravlic (beide verletzt).

Frauen SPL1, Abstiegsrunde

1. Runde: ATV/KV Basel - Yellow Winterthur 14:20 (8:12). Stans - Zofingen 20:20 (9:9).

Rangliste (alle 22 Spiele): 1. Yellow Winterthur 15. 2. ATV/KV Basel 11. 3. Zofingen 10. 4. Stans 6.

2. Runde. Samstag: Yellow Winterthur - Stans (17.00). Sonntag: ATV/KV Basel - Zofingen (16.00).