HANDBALL: Mehr Arbeit als erwartet

Der LK Zug gewinnt gegen Rotweiss Thun 37:29 in der SPL1. Die Differenz schaffen die Gastgeberinnen erst in der zweiten Halbzeit, haben davor aber von ihrer Stärke in der Kaderbreite profitiert.

Raphael Biermayr
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Zugs Nina Van Polanen (Mitte) bezwingt Keeperin Karmen Korenic. (Bild: Maria Schmid (Zug, 5. Oktober 2017))

Zugs Nina Van Polanen (Mitte) bezwingt Keeperin Karmen Korenic. (Bild: Maria Schmid (Zug, 5. Oktober 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Soka Smitran wollte nicht einfach ein Tor schiessen: Sie wollte ein Zeichen setzen. Die mit 34 Jahren mit Abstand Teamälteste beim LK Zug wählte statt des sicheren Sprungwurfs einen Abschluss aus zehn Metern und schoss den Ball wuchtig unter die Latte. Sie sandte damit vier Sekunden vor Schluss der ersten Halbzeit der gestrigen Partie gegen Thun die Botschaft aus: Wir sind da.

Das war zuvor tatsächlich nicht ganz klar gewesen. Physisch wohl präsent, machten die Zugerinnen nach einem vielversprechenden Start einen fahrigen Eindruck. Nach dem 2:0 dauerte es fast zehn Minuten, ehe sie wieder trafen. Die Gäste lagen zu diesem Zeitpunkt mit 6:2 in Führung und bauten den Vorsprung bis vier Minuten später auf sechs Treffer aus (4:10 in der 16. Minute). Unter anderen hatte die vormalige Zugerin Annina Ganz dreimal getroffen.

Auf Zuger Seite konnte sich bis dahin niemand gegen den Widerstand auflehnen. Die Ligatopskorerin Sibylle Scherer hatte sowohl offensiv – 1 Tor – als auch in der Deckung einen schwachen Auftritt. Mit den fortdauernden Wechseln zeigte sich aber, dass der LKZ in der Breite deutlich besser besetzt ist als Thun. Alena Müller zeigte im Mittelblock eine starke Leistung. Und vorn waren sechs verschiedene Torschützinnen dafür zuständig, dass es bis zur Pause unentschieden stand.

Nach dem Seitenwechsel lagen die Zugerinnen nie mehr im Rückstand. Jetzt nahm die Partie ihren erwarteten Gang. Und als die Thunerinnen aus einer doppelten Überzahl nur einen Treffer gutmachten – vom 19:16 zum 20:18 –, war die Entscheidung nah. Schliesslich gewann Zug deutlich mit 37:29. Und Sibylle Scherer skorte am Ende doch noch zweistellig (10 Treffer).