Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HANDBALL: Mit weisser Weste in den Winter

Die Spono Eagles gewinnen in Zug mit 34:32 und verabschieden sich ohne Punktverlust in die siebenwöchige Winterpause. Der LKZ hat bisher alle Spiele gegen die Spitzenteams verloren, gibt sich aber im Kampf um den Titel noch nicht geschlagen.
Stephan Santschi
Die Zugerin Soka Smitran stürzt zu Boden, die Nottwilerin Ivana Ljubas springt über sie, Patrizia Ramseier (rechts) beobachtet die Szene. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. November 2017))

Die Zugerin Soka Smitran stürzt zu Boden, die Nottwilerin Ivana Ljubas springt über sie, Patrizia Ramseier (rechts) beobachtet die Szene. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. November 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Zehntes Spiel, zehnter Sieg. Die Spono Eagles befinden sich wieder dort, wo sie sich selber sehen – an der Spitze der SPL 1. Gestern gewannen sie im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres auswärts gegen den LK Zug mehr oder weniger problemlos mit 34:32. «Wir sind in Fahrt und auf dem richtigen Weg», sagte Nottwils Spielmacherin Pascale Wyder nach der Partie und lächelte. Ihr war es aber auch wichtig zu betonen, dass man noch nicht bei 100 Prozent angelangt sei. «Jede Einzelne kann sich noch steigern.»

Das galt in der Zuger Sporthalle für alle Protagonisten auf dem Platz. Es war keines jener Zentralschweizer Derbys, die dem Betrachter lange in Erinnerung bleiben werden. Leben und leben lassen, so schien die Devise zu lauten, beide Teams hatten mehr Freude am Angriffsspiel als an harter Defensivarbeit. Entsprechend viele Tore waren am Ende gefallen, bereits nach 50 Minuten hatte das Geschehen mit 27:30 einen Spielstand erreicht, der sich auch gut als Schlussergebnis gemacht hätte.

Zauberwurf von Zugs Soka Smitran

«Hinten können wir sicher besser stehen», gab Wyder zu. Und Damian Gwerder, der Trainer des LK Zug, machte bei seiner Auswahl viele kleine Fehler aus, die man sich auf diesem Level nicht erlauben dürfe.

In Führung lagen die Zugerinnen nie, von Beginn weg liefen sie einem Rückstand hinterher, der sich bald einmal auf vier Tore erhöhen sollte (22./8:12). Just in diesem Moment, als das Kräftemessen etwas gar emotionslos zu werden drohte, packte Zugs Kreisläuferin Soka Smitran einen Zauberwurf aus ihrer Trickkiste. Mit dem Rücken zum Tor stehend, fing sie den Ball, schwang den Arm nach unten durch und traf spektakulär unter die Latte. Eine Szene, die so etwas wie ein Weckruf für das Heimteam zu sein schien. Von da an war der LKZ wieder jene aufsässige, unermüdlich kämpfende Truppe, wie man sie in den letzten Jahren schätzen gelernt hat. Oder um es mit den Worten des Gegners (Wyder) zu formulieren: «Die Zugerinnen sind hartnäckig, geben nie auf, egal wie weit sie hinten liegen. Da muss man über 60 Minuten parat sein.»

Zug also liess den Spono Eagles keine Ruhe, in der 28. Minute hatte es das Skore wieder ausgeglichen (14:14). Vor allem die linke Angriffseite mit Sibylle Scherer und Martina Traber war mit 10 Toren hauptverantwortlich dafür, dass Zug nach 30 Minuten noch im Rennen war (15:17). Als die Nottwilerinnen nach dem Seitenwechsel aber bald wieder auf fünf Tore weggezogen waren (15:20), fanden die Zugerinnen nie mehr wirklich den Anschluss. Letztlich kamen die Gäste zu einem ungefährdeten Auswärtssieg. Nottwils Neli Irman, Xenia Hodel und Patrizia Ramseier gefielen mit je sieben Toren, derweil Zugs Goalies in der zweiten Halbzeit keinen einzigen Ball mehr abwehrten.

Spono Eagles starten in Nizza Richtung Meistertitel

Der LKZ hat damit dreimal gegen die Topteams aus Nottwil und St. Gallen gespielt und dabei dreimal verloren, ohne einen Sieg in Griffweite gehabt zu haben. «Wir ärgern die Grossen zwar, zu mehr reicht es aber noch nicht», resümierte Trainer Gwerder. Freude bereitet ihm das erst 16-jährige Talent Charlotte Kähr mit dynamischen Auftritten. Generell habe er während der ersten Saisonphase aber etwas die Emotionen in seiner Mannschaft vermisst, «wir sind jung, jede sucht ihre Rolle und baut derzeit an ihrem eigenen Häuschen. Wir brauchen aber ein ganzes, grosses Haus, um erfolgreich zu sein.» Bauunternehmer Gwerder ist zuversichtlich, dass er seine Vorarbeiterinnen für die zweite Saisonhälfte gut auf das Projekt Playoff-Final einstellen wird. «Selbstverständlich haben wir dieses Ziel noch nicht aufgegeben.» Schliesslich hat er mit seinem Team inklusive Finalrunde noch 16 Spiele Zeit, um den Vierpunkte-Rückstand auf Platz zwei zu tilgen.

Nottwil hat sich derweil im Meisterrennen wie erwartet in die Pole-Position gespielt. Das Kader von Trainer Urs Mühlethaler macht einen erstklassigen und ausgewogenen Eindruck, scheint gleichzeitig das eigene Potenzial aber noch längst nicht aus­geschöpft zu haben. In einem dreitägigen Trainingslager mit Freundschaftsspiel in Nizza werden sich die Adler vom Sempachersee auf den langen Flug Richtung fünftem Meistertitel einschwören. Fortgesetzt wird die SPL-1-Saison am 6. Januar 2018.

SPL1. 10. Runde: Zug – Spono Nottwil 32:34. GC Amicitia Zürich – Rotweiss Thun 16:23. Kreuzlingen – Herzogenbuchsee 32:21. Brühl St. Gallen – Yellow Winterthur 32:21.

Rangliste (alle 10 Spiele): 1. Spono Nottwil 20. 2. Brühl St. Gallen 18. 3. Zug 14. 4. Rotweiss Thun 12. 5. Kreuzlingen 7. 6. Yellow Winterthur 5. 7. GC Amicitia Zürich 2. 8. Herzogenbuchsee 2.

LK Zug – Spono Eagles 32:34 (15:17)

Sporthalle. – 300 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Zug, 4-mal 2 Minuten gegen Spono. – Zug: Ort/Betschart (ab 40.); Egli (3), Gwerder (5), Ravlic (3), Scherer (9/4), Traber (4), Smitran (1); Müller (2), Kähr (4), Stutz (1). – Spono: Schüpbach; Irman (7), Hodel (7), Frey (1), Ljubas (2), Amrein, Ramseier (7); Wick (6/5), Matter (1), Wyder (3), Spaar, Arnet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.