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HANDBALL: Modus spielt dem HC Kriens-Luzern in die Karten

Der HC Kriens-Luzern hat seine Titelkomplexe definitiv abgestreift. In seiner Saison-Zielvorgabe formuliert der Verein den Gewinn eines Pokals: entweder im Cup – oder in der Meisterschaft.
Roland Bucher
Albin Alili (am Ball) und der HC Kriens-Luzern haben Grosses vor in dieser Saison. (Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 5. April 2017))

Albin Alili (am Ball) und der HC Kriens-Luzern haben Grosses vor in dieser Saison. (Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 5. April 2017))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Der Modus ist neu. Er verflacht im Herbst in 14 statt 18 Qualifikationspartien, man spielt – eher verworren in der Logik – nicht mehr gegen alle Gegner Hin- und Rückspiel, und im Frühjahr reichen sich 8 von 10 NLA-Teams in den Playoff-Viertelfinals wieder die Visitenkarte. Ob die Idee, die mehr Freiraum für das Nationalteam schafft, für die Leistungsförderung wirksam ist, ist eher fraglich. Immerhin spielt das europaweit einzigartige Experiment dem HC Kriens-Luzern durchaus gute Karten auf den Tisch. Denn Kriens strahlt im letzten Trainerjahr von Heiko Grimm, der im Sommer 2018 in die Bundesliga (Melsungen?) hochsteigt, nicht nur Euphorie aus, sondern hat auch Sorgen im personellen Bereich.

Gleich vier Stammspieler reihen sich im Moment in das Aufgebot der Langzeitverletzten ein: Captain Tom Hofstetter greift nach einer Kreuzbandoperation frühestens im November wieder an, hinter Jost Brücker (Schulter) und Severin Ramseier (Schienbein) stehen Fragezeichen. Und die Zukunft von David Nyffen­egger ist nach operierter Knorpelverletzung am Knie noch ungewisser. «Wir wollen trotzdem von Beginn weg nichts als siegen», betont Grimm, «auch wenn der spielerische Glanz möglicherweise nicht blenden wird.»

Die Krienser Kampfansagen

Nun, irgendwie wird Kriens die Qualifikation ja gewiss überstehen, dann werde man im nächsten Jahr Gas geben wie noch nie, behaupten diejenigen, die gestern an der Medienkonferenz die HCK-Sprachrohre waren. Zum Beispiel Tom Hofstetter: «Wir sind parat für eine starke Saison.» Zum Beispiel Albin Alili, der Hofstetter-Stellvertreter im Mittelaufbau: «In Schaffhausen ist alles noch professioneller. Aber hier hat es grosse Herzen.» Oder André Willimann, der neue Goalie, der Dagmerseller und Cupsieger, der von Wacker Thun kam: «Ich habe ein sehr gutes Gefühl.» In diesen allgemeinen Optimismus kreist sich natürlich auch Heiko Grimm, der Chef, ein: «Wir standen letzte Saison im Playoff-Halbfinal. Reden wir nicht um den heissen Brei herum: Diesmal wollen wir in den Final.»

Es gibt im Zusammenhang mit den aktuellen Verletzungsproblemen, die, so betont Grimm, «alles andere als eine Ausrede auf Vorrat sein sollen», aber auch eine andere Seite der Modus­geschichte. Die reduzierte Anzahl Qualipartien öffnet auch Freiräume für den Schweizer Cup, und der wird diese Saison bereits vor Jahresende seinen Champion finden. In dieser Beziehung ist die Tempovorgabe also wesentlich höher, und der Trainer sagt ohne Umschweife: «Wir wollen diesen Pokal.» Mit einem im Gepäck liesse sich dann im Frühjahr auch das Meisterschaftsfinale viel lockerer angehen.

Pilatus-Arena: 2020 als Wunschziel

Im Rahmen der vorsaisonalen Auslegeordnung wies HCK-CEO Nick Christen darauf hin, dass das ehrgeizige 250-Millionen-Projekt der multifunktionalen ­Pilatus-Arena nach wie vor zügig voranschreitet. Seit Februar dieses Jahres läuft der Studienauftrag, am 12. Dezember wird das architektonische Siegerprojekt präsentiert. «Dann werden wir zu 95 Prozent wissen, wie unsere neue handballerische Heimat aussehen wird», blickt Christen so zuversichtlich in die Zukunft, dass er sogar zu behaupten wagt: «Ich weiss, dass diese Vorgabe ehrgeizig ist. Aber wir wollen ­alles daransetzen, dass wir uns im Sommer 2020 einnisten können.» Christen ist ein ungeduldiger Kämpfer an der vordersten Hallenfront. Heute (17.30, Kreuzbleiche) wird seine Geduld kaum überstrapaziert werden. Kriens bestreitet seinen ersten Ernstkampf. Beim Auftaktspiel zum Schweizer Cup trifft er auswärts auf Erstligist Fides St. Gallen. Der Chef fordert: «Eine Pflichtaufgabe, die wir ohne Wenn und Aber erfüllen müssen.» Fides nimmt man den Wind aus den Segeln, wenn es gelingt, Oldie Alexander Usik (früher SG Zentralschweiz, Otmar, Gossau), die starke linke Wurfhand, anzugreifen. Dann wird der erste Sieg im neuen Handballjahr Formsache werden.

Er soll einen ersten Markstein auf dem Weg zur bisher erfolgreichsten Saison des HC Kriens-Luzern bilden.

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