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HANDBALL: Mühlethaler warnt vor dem LK Zug

Urs Mühlethaler hat seinen Vertrag bei den Spono Eagles verlängert, Zugs Damian Gwerder gab den Rücktritt in der SPL 1 bekannt. Heute Sonntag treffen sich die beiden Trainer zum Cup-Viertelfinal in Nottwil.
Stephan Santschi
Nottwils Goalie Lea Schüpbach (links) will den Zugerinnen (hier Alena Müller) wieder Probleme bereiten. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. November 2017))

Nottwils Goalie Lea Schüpbach (links) will den Zugerinnen (hier Alena Müller) wieder Probleme bereiten. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. November 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

«Es düecht mi o, ja.» Im Bernerdialekt reagiert Urs Mühlethaler auf die Bemerkung, dass es für ihn allmählich an der Zeit für einen Sieg im Schweizer Cup wäre. Egal, wo der reich dekorierte Handballfachmann engagiert war, zu einer Trophäe in diesem Wettbewerb reichte es nicht. Mit den Spono Eagles nimmt er nun einen neuen Anlauf – die nächste Etappe steht heute Abend (17 Uhr, SPZ) auf dem Programm, wenn der LK Zug im Viertelfinal zu Gast ist. Nottwil geht als Favorit in das Derby, die beiden Duelle in der Meisterschaft gewann es mehr oder weniger problemlos. Mühlethaler warnt jedoch eindringlich vor dem Gegner: «Die Zugerinnen sind hartnäckig und erinnern mich etwas an die Deutschen im Fussball. Sie sind erst geschlagen, wenn sie unter der Dusche stehen.»

Derzeit befindet sich der LKZ im Neuaufbau nach einem Umbruch, der 2016 eingeläutet und im letzten Sommer nochmals akzentuiert worden ist. Einfach so lassen sich die Zugerinnen von der höher dotierten Konkurrenz aus Nottwil und Brühl St. Gallen aber nicht abschütteln. Nach dem Sieg in der Meisterschaft zuletzt gegen Brühl hoffen sie mit vier Punkten Rückstand auf Platz zwei weiterhin auf den Einzug in den Playoff-Final. Im Cup möchten sie derweil den Spono Eagles ein Bein stellen. «Bei uns ist eine Aufwärtstendenz erkennbar, alle Spielerinnen sind ein Treppchen nach oben gestiegen. Sollte Nottwil nicht sein volles Potenzial abrufen können, werden wir da sein», sagt Damian Gwerder.

Gwerder bleibt als Nachwuchsförderer in Zug

Auf ihn, den 54-jährigen Muota­thaler an der Seitenlinie, ist die erwähnte Hartnäckigkeit des LKZ im Besonderen zurückzuführen. Zu vier Meistertiteln und zwei Cupsiegen führte er das Team während seiner Tätigkeit, die Ende Saison nach zehn Jahren auf eigenen Wunsch enden wird. Christoph Sahli, Noch-Trainer der zweiten Equipe Zugs in der SPL 2, wird ihn dann beerben. Gwerder allerdings, so verrät er jetzt, wird den Klub nicht verlassen. «Ich werde nächste Saison im Bereich der SPL 2 und im U18-Nachwuchs als Assistent junge Spielerinnen weiterentwickeln.» Andere Angebote habe es gegeben, «meinen Entscheid, zu bleiben, fälle ich für die Familie». Seine Tochter Alina, von zwei Kreuzbandrissen genesen, möchte er als Coach und auch als Chauffeur bei ihren Comeback-Bemühungen unterstützen.

Während Gwerder sein Engagement auf Stufe SPL 1 also bald beenden wird, hat sein Nottwiler Antipode den Vertrag in dieser Woche um zwei Jahre verlängert. Mühlethaler, seit 2014 im Amt, will seine Arbeit bis 2020 weiterführen und wäre dann an seiner ersten Stelle im Frauenhandball so lange engagiert wie nirgendwo davor in seiner Laufbahn als Trainer. «Beim BSV Bern waren es zwar insgesamt sechs Jahre, aber nicht wie in Nottwil an einem Stück», sagt er und erklärt seine Treue für die Adler vom Sempachersee so: «Ein traditioneller Dorfclub, der ein traditioneller Dorfclub bleiben, aber auch Leistungssport betreiben will, erzeugt ein Spannungsfeld. Das meistern wir in Nottwil gut. Das ist auch als grosses Lob an den Vorstand zu verstehen.»

Für Spono schläft Schüpbach auf dem Sofa

Möglich werden so Transfers wie jener der Champions-League-­erfahrenen Neli Irman oder der ­talentierten Lea Schüpbach. Letztere ist eine 20-jährige Torhüterin von Yellow Winterthur, die seit ihrem Wechsel nach Nottwil vor ein paar Monaten positiv auf sich aufmerksam macht. «Sie hat sich erstaunlich schnell integriert. Lea überzeugt mit Unbekümmertheit, Aggressivität und Biss», findet Mühlethaler. Ursprünglich als Nummer drei geholt, hat sie aus dem Trio mit Tamara Aegerter und Laila Troxler mittlerweile am meisten Einsätze zu verzeichnen. Mitte Februar ist die ehemalige Nachwuchsinternationale sogar erstmals zu einem Lehrgang des Schweizer A-Nationalteams aufgeboten worden. Schüpbach selber spricht von einem anderen Wind, der in der SPZ-Halle wehe, und meint damit in erster Linie den fordernden Trainer. «Bei Urs darf man es sich nicht erlauben, im Kopf mal nicht bereit zu sein. Es braucht immer volle Konzentration.» Mühlethaler verlange von ihr, im Tor nicht nur den Fuss zu lupfen, sondern mit der Gegnerin zu spielen, sie zu übertölpeln und ihr nach erfolgreicher Parade die Faust entgegenzustrecken – auch heute, gegen den LKZ, den sie im Heimspiel Ende September mit einer Abwehrquote von 46 Prozent zur Verzweiflung brachte.

Schüpbachs Wille, im Handball weiterzukommen und dereinst das Glück im Ausland zu versuchen, offenbart sich auch in ihrer aktuellen Wohnsituation. Derzeit schläft sie in St. Erhard in der Wohnung von Kreisläuferin Carina Aselmeyer auf dem Sofa, «mein Wechsel nach Nottwil kam recht spontan zustande», erklärt sie schmunzelnd. Nun suchen die beiden ehemaligen Winterthurerinnen in Sursee nach einer grösseren, komfortableren Wohnung, um eine WG zu bilden.

Hinweis

Schweizer Cup, Viertelfinal. Heute: Spono Eagles – Zug (17.00, SPZ).

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