HANDBALL: Muotathal gewinnt hitziges Derby

Das Duell zwischen Muotathal und der SG Pilatus entwickelt sich zu einem Dauerbrenner. Die hart umkämpfte Neuauflage zum Start der 1.-Liga-Finalrunde geht mit 24:21 an die Schwyzer.
Stephan Santschi
SG Pilatus Luca Stadelmann gegen Muotathals Torhüter Florian Oechslin. (Bild: Philipp Schmidli (Muotathal, 13. Januar 2018))

SG Pilatus Luca Stadelmann gegen Muotathals Torhüter Florian Oechslin. (Bild: Philipp Schmidli (Muotathal, 13. Januar 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

29:25, 32:31, 24:21. Dreimal trafen die Muotathaler in dieser Saison auf die SG Pilatus, dreimal entschieden sie die Partie für sich. Die Auseinandersetzungen sind stets umstritten, und sie werden mit jeder Neuauflage emotionaler. Das gefällt den beiden Verantwortlichen an der Seitenlinie. «Es macht Spass, gegen Muotathal zu spielen, es ist Leben in der Bude», sagt Ralf Stojan, der Trainer der SG Pilatus. Und sein Antipode Hubert Gwerder hält fest: «Es lief etwas, und das ist gut so.»

So richtig heiss ging es am letzten Samstag in der Schlussphase zu und her. Es kam zu einer Rudelbildung, zu einer unübersichtlichen Situation zwischen Micha Schelbert und Milan Korac und schliesslich zum Platzverweis mit Rapport für den Muotathaler Schelbert (rot-blaue Karte). Während Stojan die Szene nicht gesehen hat, schildert sie Gwerder so: «Korac provozierte Micha, Micha liess sich provozieren, beide Akteure standen Brust an Brust, ehe Korac etwas Theater machte.» Schlimm sei es aber nicht gewesen, keiner habe sich verletzt, nach dem Spiel kam es zum Handshake und «Milan wusste, welchen Ausgang er aus der Halle nehmen musste, um nicht weiteren Ärger zu provozieren», merkte Gwerder noch mit einem Schmunzeln an.

Luzerner verzweifeln an Muotathals Goalie

Zum Sportlichen. Die Muotathaler starteten besser in dieses erste Spiel der 1.-Liga-Finalrunde, führten nach 20 Minuten mit 11:8. Die SG Pilatus schaffte aber noch vor dem Pausenpfiff den Ausgleich (13:13) und setzte sich nach dem Seitenwechsel ihrerseits bis zur 44. Minute auf drei Tore ab (17:20). Vor allem Moritz Studer überraschte im Rückraum mit seiner Wurfkraft. Dann ging bei den Luzernern im Angriff fast gar nichts mehr, Muotathals Keeper Yves Imhof wuchs über sich hinaus und durfte sich am Ende als Matchwinner feiern lassen.

In den restlichen 16 Minuten erzielten die Gäste nur noch einen Treffer, Muotathal nutzte die Gunst der Stunde und gewann die Partie mit 24:21. «Drei Tore Differenz sind zu hoch, es war sehr eng. Wir spielten gegen einen sehr guten, körperlich robusten Gegner», wand Gwerder dem Konkurrenten ein Kränzchen.

Trainer der SG Pilatus brennt auf Revanche

Trotz Niederlage machte Stojan in der Aufarbeitung einen entspannten Eindruck. Er wisse, woher sie kämen, sagt er und meint damit den personellen Umbruch vor dem Saisonstart. Sich unter diesen Umständen am letzten Spieltag noch als Viertklassierter für die 1.-Liga-Finalrunde qualifiziert zu haben, werte er als grossen Erfolg. «Während 50 Minuten war ich auch mit dem Spiel meiner Mannschaft in Muotathal sehr zufrieden. Dann trafen wir im Angriff die falschen Entscheidungen, und die Verunsicherung ist grösser geworden.» Das sei Teil der Entwicklung, und nur die Entwicklung zähle für ihn. Komme der nächste Schub, seien sie reif für den ersten Sieg gegen Muoathal. Am 3. März kommt es in der Luzerner Maihofhalle zum Rückspiel. «Wir werden auf dem Platz eine Antwort geben», versprach er mit einem letzten Blick auf die heisse Atmosphäre in der Muotathaler Mehrzweckhalle.

Während die SG Pilatus in der 1.-Liga-Finalrunde (8 Teams, 14 Runden) als Aussenseiter gilt, der die eine oder andere Überraschung schaffen will, strebt Muotathal nach mehr. Platz zwei und der Einzug in die NLB-Aufstiegsrunde ist das Ziel der Schwyzer, welche die Hauptrunde im Dezember auf Rang eins abgeschlossen hatten.

Männer, 1. Liga

Finalrunde, Gruppe 2: Olten – Visp 30:30 (15:15). Muotathal – SG Pilatus 24:21 (13:13). Chênois Genève – Yverdon 31:21 (14:8).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.