HANDBALL: Nach 1'680 Minuten fehlte 1 winziges Törchen

So hart kann Sport sein: Die Krienser NLA-Handballer waren gegen Meister Kadetten Schaffhausen nach starkem Kampfspiel nahe am nötigen Punktgewinn für die Playoffs. Am Schluss aber fehlte nach 717 erzielten Toren ein einiges mickriges Törchen.

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Die Enttäuschung bei den Krienser Handballer nach dem Schlusspfiff ist riesig. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Enttäuschung bei den Krienser Handballer nach dem Schlusspfiff ist riesig. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

26:27 verlor der HCK gegen den amtierenden Meister und beendet damit eine insgesamt trotzdem sehr gute Saison auf Rang 5. Das Wichtigste vorneweg: Der HC Kriens-Luzern kämpfte um seine letzte Chance, Rang 4 auch nach 10 Runden erfolgreich zu verteidigen. Heroisch, intensiv, vorallem aber auch konsequent. Mehr als einmal drohte das Spiel dem HCK zu entgleiten, doch das Team stand zusammen, nahm Impulse des einmal mehr starken Roman Schelbert dankend an und kämpfte sich wieder heran.

Und dennoch erlebte der HCK nach 1'680 Minuten NLA-Saison innert Sekunden die emotionale Achterbahnfahrt: «From Hero to zero». Denn während in den anderen Hallen alles nach Drehbuch lief und dem HCK ein einziger weiterer Punkt gegen Schaffhausen gereicht hätte für die Playoffs, wollte es in der Krauerhalle nicht klappen. Und fast hätte man meinen können: Es sollte an diesem Abend halt einfach nicht sein. Denn der HCK hatte in einem starken Finish die Chance, das Momentum auf seine Seite zu zwingen. Vom 23:27 und der scheinbaren Vorentscheidung kehrte der HCK doch noch einmal zurück, kam bis auf ein Tor heran und hatte sogar in doppelter Überzahl (Emrich und Ursic sassen von den Kadetten eine Strafe ab) die Chance zum Ausgleich. Doch der wollte und wollte nicht fallen. Dieses eine, winzig kleine Törchen. Und als Båverud Sekunden vor Schluss bei einem Durchbruch am Torwurf gehindert wurde, gingen die Emotionen noch einmal hoch. Fakt aber bleibt: Die Refs pfiffen nicht, es blieb bei der hauchdünnen 1-Tore-Niederlage.
Und der HC Kriens-Luzern wurde auf der Ziellinie von St. Otmar St. Gallen abgefangen, das sich für die Playoffs qualifizierte. Kadetten (erstmals unter der Leitung des Luzerner Trainers Matjaz Tominec) verbesserte sich verbesserte sich auf Rang 2 und startet mit Heimvorteil in die Playoffs. Dies allerdings ohne in dieser Partie gegen den HCK wirklich zu überzeugen.

Der HC Kriens-Luzern seinerseits wird sich nach diesem Abend zwar ziemlich ärgern – Vorwürfe aber muss er sich absolut keine anhören. Das Team tat alles, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Es deckte gut, spielte mit Zug nach vorne, kreierte Chancen. Letztlich aber war es die Qualität der Kadetten, die auch diesmal den minimen Unterschied ausmachte. Nach Spielschluss waren sich denn auch alle einig, dass die Playoff-Chance nicht in diesem letzten Spiel «versiebt» wurde, sondern vorher. In St. Gallen oder in Bern etwa, wo der HCK Punkte liegenliess. Diese fehlen jetzt schmerzlich und führten am Schluss zu einem emotionalen, aprubten Saisonende.

Schade eigentlich, dass sich die Mannschaft jetzt so stark verändern wird. Der Trainer sowie Steiger, Båverud, Petrig, Willisch und Jeremias werden nächstes nicht mehr dabei sein und wurden nach Spielschluss verabschiedet. So sehr das eine Chance zum Neuanfang ist – so schade ist es, weil die Mannschaft in den letzten Wochen doch zusammengewachsen ist und Kontur erhielt.

HC Kriens-Luzern – Kadetten Schaffhausen 26:27 (13:13)
Krauerhalle, 850 Zuschauer. SR Meyer/Buache.
Spielverlauf: 1:0, 2:1 3:3, 6:3, 6:5, 7:7, 9:7, 11:8, 12:12, 13:13; 15:15, 15:18, 18:18, 18:19, 19:20, 20:21, 20:23, 22:24, 23:27, 26:27.

Strafen: HCK 3x2 Minuten, Kadetten 4x2 Minuten.

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Ineichen; Fellmann (4), Mühlebach (2), Buholzer, Herrmann, Båverud (3), Steiger (8), Scherer, Jeremias, Delhees, Hess, Stankovic (7/3), Baumgartner (2)

Kadetten Schaffhausen: Aleksejev/Quadrelli (ab 12.); Kukucka (6), Emrich (1), Goepfert, Pendic (5/2), Mamic (1), Starzcan (6), Stojanovic (1), Prieto (1), Jurca (2/2), Ursic (3), Tominec (1).

Bemerkungen: Kriens ohne Raemy, Willisch und Petrig, Kadetten ohne Dissinger, Vaskevicius und Schelbert.
J.P. Chenet Best Player Award: Roman Schelbert (HCK), Peter Kukucka (Kadetten)

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern