Handball
Nach Sieg in Winterthur: Der HC Kriens-Luzern ist bereits in Playoff-Stimmung

Kriens-Luzern findet aus dem Formtief und erkämpft sich bei Pfadi Winterthur einen prestigeträchtigen 28:27-Sieg.

Stephan Santschi
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Der Krienser Matchwinner Janus Lapajne.

Der Krienser Matchwinner Janus Lapajne.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zürich, 29. September 2021)

Dramatisch und hart umkämpft war er, der Spitzenkampf am drittletzten Spieltag der Qualifikationsphase in der QHL. «Am Ende», so wusste Kriens-Luzern-Trainer Goran Perkovac, «hätte es auf beide Seiten kippen können.» 49 Sekunden vor Schluss verwertete Janus Lapajne einen Gegenstoss zum 28:27-Siegestreffer für die Gäste. Der letzte Abschluss der Winterthurer, abgegeben von Rastko Stojkovic, landete praktisch mit der Schlusssirene in den Händen von Goalie Paul Bar. Die Krienser ballten die Fäuste, brachen in kollektiven Jubel aus. «Bei uns herrschte bereits Playoff-Stimmung, mehr als beim Gegner jedenfalls», stellte Perkovac fest.

«Wir haben das Spiel dominiert, sollten es mindestens mit fünf Toren Differenz gewinnen.»

Auch so war es aber ein schöner Achtungserfolg für sein Team und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. Einerseits sieht der HC Kriens-Luzern gegen die aggressive und aufsässige 3:2:1-Deckung der Winterthurer eher selten gut aus. Andererseits kam Pfadi in den letzten Wochen in Schwung, reihte neun Siege aneinander, derweil die Formkurve der Zentralschweizer mit nur einem Sieg aus vier Partien nach unten zeigte.

Sonderlob für Hleb Harbuz und Janus Lapajne

Der Start missriet den Luzernern zwar, nach 10 Minuten lagen sie 2:6 zurück. Bald aber wurde ersichtlich, dass die Mannschaft die österliche Meisterschaftspause für gute Trainingsarbeit genutzt hat. Die Deckung agierte solidarisch, hatte die effektivsten Angriffswaffen des Gastgebers (Marvin Lier, Kevin Jud, Roman Sidorowicz) im Griff und in der Offensive zog sie die Spielzüge mit Tempo und Übersicht auf.

Spielmacher Janus Lapajne und der linke Aufbauer Hleb Harbuz, die zuletzt nicht ihr Leistungspotenzial ausschöpfen konnten, erhielten vom Trainer sogar ein Sonderlob: «Janus führte das Spiel diszipliniert und Hleb hat begriffen, dass er nicht zu nahe auf die Deckung auflaufen darf. Beide zeigten eine sehr gute Leistung.» Zehn Treffer gelangen Harbuz insgesamt, mit kraftvollen Abschlüssen brachte er sein Team nach dem frühen Rückstand auf die Siegerstrasse. Zur Pause führten die Luzerner 14:12, nach 34 Minuten sogar 18:13. In ruhige Gewässer fanden sie aber nicht, weil die Chancenauswertung danach klar schlechter wurde. Als Harbuz zwei Minuten vor Schluss beim Stand von 27:27 auch noch einen Penalty verschoss, drohte den Gästen gar eine Heimreise mit leeren Händen.

Letztlich kam Kriens-Luzern mit einer grossen Willensleistung zu den beiden Punkten, die zwei Runden vor Schluss den dritten Platz praktisch sichern und sogar Chancen auf den Qualifikationssieg einräumen. «Das ist für uns alle extrem motivierend», meinte Perkovac.

Noch wichtiger in der aktuellen Phase ist allerdings die Aufgabe am nächsten Dienstag: Dann kann Kriens-Luzern mit einem Sieg im Cup-Halbfinal bei B-Ligist Chênois Genève erstmals in das Endspiel eines nationalen Wettbewerbs einziehen.

Pfadi Winterthur – Kriens-LU 27:28 (12:14)
Axa-Arena. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Pfadi, 5-mal 2 Minuten plus rote Karte für Gavranovic (53./3-mal 2 Minuten) gegen Kriens-Luzern.
Pfadi Winterthur: Wipf (6 Paraden)/Shamir (3); Tynowski (3), Radovanovic (6), Jud (1), Sidorowicz (3), Lier (1/1), Stojkovic (6/4), Svajlen, Freivogel (2); Cohen (3), Heer, Bräm (2).
Kriens-Luzern: Bar (11 Paraden)/Eicher; Wanner (3), Piroch (1), Lapajne (3), Harbuz (10/3), Blättler (5), Gavranovic (4), Lavric; Oertli (1), Rellstab (1), Delchiappo.
Bemerkungen: Pfadi ohne Ott und Vernier (beide verletzt), Kriens-Luzern ohne Papez (Rücktritt) und Schlumpf (verletzt). Bar pariert Penalty von Lier (27./11:13). Shamir pariert Penalty von Harbuz (59./27:27).