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HANDBALL: Nestwärme für die Vollstreckerin

Für den LK Zug wird es nach vielen erfolgreichen Jahren schwierig, bald wieder Titel zu gewinnen. Dennoch spielt die mehrfache Ligatopskorerin Sibylle Scherer weiter für den Verein – warum?
Michael Wysssport@zugerzeitung.ch
Sibylle Scherer (neben der Zuger Sporthalle) führt auch in der laufenden Saison die Torschützinnenwertung der höchsten Liga an. (Bild: Werner Schelbert (21. Oktober 2016))

Sibylle Scherer (neben der Zuger Sporthalle) führt auch in der laufenden Saison die Torschützinnenwertung der höchsten Liga an. (Bild: Werner Schelbert (21. Oktober 2016))

Michael Wyss

Seit dem Wechsel von der HSG Baar/Zug im Jahr 2004 spielt die heute 24-jährige Sibylle Scherer im Dress des LK Zug. Warum die Treue zum Verein? «Ich fühle mich hier beim LKZ sehr wohl. In jungen Jahren durfte ich viel profitieren und konnte eine sehr gute Ausbildung geniessen. Nun kann ich mit meinem Engagement dem Verein etwas zurück­geben.» Gab es nie Angebote? «Doch, das gab es natürlich schon. Aus der Schweiz kamen schon Anfragen. Doch ich sage immer wieder: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Es gefällt mir sehr gut hier am Zugersee. Es ist alles sehr familiär.»

Und wie steht es um das Ausland? «Da müsste schon ein interessantes Angebot kommen. Ich habe hier meine Familie, meine Freunde und einen guten Beruf. Da müsste wirklich eine lukrative Anfrage kommen, dass ich mir das überlegen würde.» Ganz ausschlagen will Scherer das aber nicht: «Ich bin noch jung und kann noch einige Jahre Handball spielen. Dass ich einmal ins Ausland gehe, kann gut möglich sein. Momentan stimmt es für mich aber hier beim LKZ.»

Ungeachtet vom Verein, bedeutet ihr der Sport eine Menge: «Handball gibt mir viel im Leben. Für mich ist es ein wichtiger Ausgleich zum Berufsalltag. Momentan könnte ich auf diesen Sport nicht verzichten», sagt sie. Ihre Aussage ist verständlich. Schliesslich spielt die 1,80 Meter grosse Rückraumspielerin, die in Wohlen als Primarlehrerin arbeitet, seit der 2. Klasse Handball. Das kommt nicht von ungefähr: «Meine Mutter Angelika spielte früher bei der HSG Baar/Zug, so war der Weg zu diesem faszinierenden Sport geebnet», lacht die nun in Zug lebende Baarerin Scherer. Vom Handballvirus befallen ist auch ihr jüngerer Bruder Roger. Der 23-Jährige spielt beim Erstligisten SG Pilatus. «Bei uns dreht sich praktisch alles um Handball. Wir fachsimpeln viel in der Familie darüber.» Einzig Vater Xaver spiele nicht Handball, sondern habe seine Leidenschaft dem Fussball verschrieben.

Bei allen Titeln in der Mannschaft

Scherer ist Schweizer Nationalspielerin und hat in 38 Länderspielen 98 Tore erzielt. Mit dem LK Zug, den sie gegenwärtig als Captain anführt, gewann sie vier Meistertitel und dreimal den Cup. «Diese Erfolge werden mich mein ganzes Leben begleiten. Das sind Momente, die bleiben. Schön ist natürlich, weil es die ersten ganz grossen Titel in der Vereinsgeschichte waren. Ein Teil dieses Teams zu sein, ist natürlich unbeschreiblich und ein schönes Gefühl für jede Akteurin, die das miterleben durfte.»

Titel werden in naher Zukunft nur schwer zu gewinnen sein, denn der LKZ befindet sich im Umbruch. Wie zufrieden ist Scherer, die viermal in der Woche mit der SPL1-Mannschaft trainiert, mit dem bisherigen Verlauf der Meisterschaft? «Wir sind zufrieden, denn wir haben ein komplett neues Gesicht. Die Mannschaft ist jünger und unerfahrener geworden. Es benötigt einfach etwas Zeit und Geduld, doch wir können auch diese Saison die eine oder andere Überraschung schaffen.» Mit drei Siegen und zwei Niederlagen stehen die Zugerinnen in der SPL1-Meisterschaft hinter den Spono Eagles (10 Punkte) und Brühl (8 Punkte) an dritter Stelle. Das erste Etappenziel ist das Erreichen der Finalrunde. «Wir wollen unter die besten vier Teams. Dann kann alles passieren. Den LKZ darf man sicher nicht abschreiben. Wir werden den Spono Eagles und Brühl sicher das Leben so schwer wie möglich machen.» Auch im Cup sieht Scherer Chancen, um den Titel mitspielen zu können: «Wir wollen uns für das Finalturnier der letzten vier Teams qualifizieren. Stehen wir einmal in diesem Wettbewerb, ist alles möglich.» Scherer glaubt wirklich an eine Überraschung: «Wenn wir auf uns schauen und unsere Stärken ausspielen, können wir gefährlich und zum Stolperstein werden.» Scherer, die im Sternzeichen Steinbock geboren ist, gibt sich bescheiden, wenn sie auf ihrer Skorerqualitäten angesprochen wird. Mit 46 Treffern in fünf Spielen führt sie die Torschützinnenwertung in der SPL1 an. «Ich bin ein Teil des gesamten Puzzles. Wer die Tore erzielt, ist eigentlich sekundär. Letztendlich gewinne und verliere ich mit der Mannschaft. Es zählt immer das Ganze, nicht ich als einzelne Akteurin. Deshalb bedeutet mir die Führung in dieser Liste gar nichts.» Positiv finde Scherer dagegen, dass mit dem Topskorer-Sponsor Mobiliar Versicherungen die Nachwuchsmannschaften aller NLA- und SPL-Teams finanziell unterstützt wird. «Wenn der Nachwuchs, unsere Zukunft, profitieren kann, ist das natürlich eine tolle Sache», sagt sie.

Heute wieder im Einsatz

Bereits heute Abend (20.30, Sporthalle Egelsee) trifft Scherer mit dem LKZ im Cup-Sechzehntelfinal auf den Ligakonkurrenten Kreuzlingen. In der Meisterschaft geht es am Sonntag, 30. Oktober, mit dem Match gegen das Schlusslicht ATV/KV Basel weiter. Die zweite Mannschaft des LK Zug (SPL2) trifft übermorgen Donnerstag (20.30, Sporthalle Zug) im Cup-Sechzehntelfinal auf das oberklassige Rotweiss Thun.

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