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HANDBALL: Neues Team, neues Ziel

Die SG Pilatus verliert das erste Heimspiel der neuen 1.-Liga-Saison knapp. Die Luzerner hadern mit sich und den Schiedsrichtern, bleiben aber nicht zuletzt dank eines ehemaligen NLA-Spielers zuversichtlich.
Stephan Santschi
Linkshänder Yves Mühlebach (am Ball) bringt Tempo und Präzision ins Spiel der SG Pilatus. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 16. September 2017))

Linkshänder Yves Mühlebach (am Ball) bringt Tempo und Präzision ins Spiel der SG Pilatus. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 16. September 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Zehn Sekunden blieben noch übrig, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die SG Pilatus befand sich in dieser kurzen Zeit in Überzahl, wählte eine offene Deckung, um vielleicht noch einen letzten Konter erzwingen zu können, doch Olten brachte den 27:26-Erfolg schliesslich sicher ins Ziel. Nach dem souveränen Startsieg bei Aufsteiger Leimental mussten die Luzerner damit einen ersten Rückschlag hinnehmen. Gegen Olten, das nicht mehr über die Ausstrahlung eines 1.-Liga-Spitzenteams verfügt, wäre gewiss mehr dringelegen. «Wir hätten gewinnen müssen», sagten Trainer Ralf Stojan und Spieler Yves Mühlebach denn auch wie aus einem Munde.

Der Start ins erste Heimspiel der Saison gelang der SG Pilatus überhaupt nicht nach Wunsch. Mit 0:3, 2:5, 3:8 und nach 20 Minuten mit 5:10 lag sie im Rückstand, weil die 5:1-Defensive keinen Zugriff fand und weil im Angriff wenig zusammenpasste. Die Wende brachten zwei Massnahmen von Trainer Stojan: Er beorderte Mühlebach nach rund einer Viertelstunde von der Bank in den rechten Rückraum. Und er organisierte die Abwehr neu, schickte sie nach dem Seitenwechsel in einer 6:0-Formation aufs Feld.

Neue Rolle für Linkshänder Yves Mühlebach

Die Verteidigung funktionierte fortan besser, Ersatzkeeper Franz Schnyder kam in der zweiten Halbzeit auf eine ordentliche Abwehrquote von 37 Prozent, und Mühlebach brachte Schwung und Präzision in die Offensive. In der 50. Minute hatten die Luzerner das Skore egalisiert (20:20), und wäre Mühlebachs Abschluss wenig später nicht vom einen Pfosten an den anderen geprallt, sondern über die Linie gekullert, hätten sie sogar erstmals in Führung gelegen. In der Schlussphase waren die Solothurner dann aber etwas abgezockter und gewannen die beiden Punkte nicht unverdient. «Wir haben so viele freie Bälle verworfen, wir sind selber Schuld», haderte Mühlebach.

Für ihn, den Linkshänder, war es trotz der Niederlage ein Spiel, aus dem er Positives ziehen konnte. Nach fünf Jahren beim HC Kriens-Luzern hatte es für ihn im NLA-Kader keinen Platz mehr. «Bereits letzte Saison, als Severin Ramseier verpflichtet wurde, hatte ich keine richtige Chance mehr. Da verlor ich auch den Spass», blickt der 23-Jährige zurück. Er entschied sich deshalb, seinen Fokus vorderhand auf sein Wirtschaftsstudium zu richten und sportlich etwas kürzerzutreten. Das Kapitel NLA-Handball sei für ihn aber noch nicht abgeschlossen.

Für die SG Pilatus könnte sich Mühlebach zum Glücksfall entwickeln. Im Gegensatz zu seiner Zeit auf Spitzenniveau kommt er nicht mehr am rechten Flügel, sondern im rechten Aufbau zum Einsatz. «Ich kenne diese Position noch aus meiner Juniorenzeit», erzählt er, und fügt an: «Im Sommertraining habe ich Rückraum trainiert, es klappt immer besser. Ich freue mich, dass ich mehr Verantwortung übernehmen kann.» Gegen Olten avancierte er mit sieben Treffern zum Topskorer, darüber hinaus gefiel er mit seinem Zug zum Tor und seiner Übersicht. In den letzten Minuten nahm ihn der Gegner sogar in Manndeckung, «das kann man als Kompliment sehen», meint Mühlebach schmunzelnd.

Ralf Stojans Ärger über die Spielleitung

Trainer Stojan sass derweil auf dem Trainerstuhl und versuchte, das Geschehene einzuordnen. Richtig geärgert hatte sich der 41-jährige Deutsche über die Spielleitung, die beiden Schiedsrichter Michael Rottmeier und Giovanni Staunovo bezeichnete er als das Schlechteste, was er in der Schweiz in dieser Hinsicht bisher erlebt habe. Einseitige Strafenverteilung und Hochnäsigkeit warf er ihnen vor. «Nicht unzufrieden» sei er mit der Leistung seiner Mannschaft. «90 Prozent des Stammpersonals ist nicht mehr dabei, deshalb ist es nachvollziehbar, dass unser Zusammenspiel noch nicht zu 100 Prozent stimmt.»

Die SG Pilatus bestreitet derzeit auf verschiedenen Ebenen einen Umbruch, dazu gehören auch viele Mutationen im Kader und auf dem Trainerposten des 1.-Liga-Teams. Diese Aufbauarbeit sei reizvoll, sagt Stojan, der in den beiden vergangenen Saisons die SPL-1-Frauen in Stans coachte. Das primäre Ziel für das ehemalige Spitzenteam SG Pilatus, das 2015/16 noch in der NLB gespielt hat, lautet: Nicht in die 2. Liga absteigen.

Männer

1. Liga. Hauptrunde, Gruppe 3: Leimental – Pratteln 25:24 (11:13), SG Pilatus – Olten 26:27 (11:15), Muotathal – Herzogenbuchsee 36:29 (16:14), Dagmersellen – Emmen 27:35 (10:16). – Rangliste (alle 2 Spiele): 1. Muotathal 4. 2. Emmen 4. 3. Olten 4. 4. SG Pilatus 2. 5. Leimental 2. 6. Pratteln 0. 7. Herzogenbuchsee 0. 8. Dagmersellen 0.

SG Pilatus – Olten 26:27 (11:15)

Krauerhalle. – 45 Zuschauer. – SR Rottmeier/Staunovo. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen SG Pilatus, 5-mal 2 Minuten gegen Olten. – SG Pilatus: Eicher/Schnyder (ab 31.); Burch (2), Baumann (2), Korac (2/1), Bühler (3), Gautschi (1), Hermann (2); Flavio Gnos (5), Mühlebach (7), Bucher, Stadelmann (2), Basil Gnos. – Bemerkungen: Eicher hält Penalty von Michael Burri (11./2:4). Penalty von Bucher an die Latte (22./5:10). Schnyder hält Penalty von Born (41./16:19).

Frauen

SPL2: Yverdon & Crissier – Spono Eagles II 26:19 (15:7). Leimental – LK Zug II 28:28 (17:17). Brühl II – Stans 34:25 (20:14), Basel – Goldach-Rorschach 20:24 (11:9). – Rangliste: 1. Brühl St. Gallen II 2/4, 2. Leimental 2/3. 3. Yverdon & Crissier 2/3. 4. Goldach-Rorschach 2/2. 5. LK Zug II 2/2. 6. ATV/KV Basel 1/0. 7. Stans 1/0. 8. Spono Eagles II 2/0.

1. Liga, Gruppe 2: Malters – Zug 30:11 (17:4). – Rangliste: 1. Malters 2/3. 2. Hochdorf 1/2. 3. Muotathal/Mythen-Shooters 1/2. 4. Emmen 1/1. 5. Einsiedeln 1/0. 6. LK Zug 2/0.

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