Handball
Playoffs: Nun greift der LK Zug nach dem Double

Der LK Zug schlägt die Spono Eagles mit 33:29 und zieht in den Playoff-Final ein. Dort wartet der LC Brühl.

Stephan Santschi
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Sponos Judith Matter im Angriff gegen Zugs Leah Stutz und Zugs Ria Estermann.

Sponos Judith Matter im Angriff gegen Zugs Leah Stutz und Zugs Ria Estermann.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 01. Mai 2021)

Der letzte Moment gehörte zwar den Spono Eagles, die herausragende Judith Matter traf vom Penaltypunkt zum 33:29-Schlussresultat. Dann aber jubelten nur noch die Zugerinnen, freudetrunken stürmten sie den Platz, um den Einzug in den Playoff-Final zu feiern. Nach dem 29:23-Auswärtssieg bezwangen sie Nottwil am Samstag auch zu Hause, womit sie die Best-of-3-Serie des Halbfinals mit 2:0 für sich entschieden. «Wir sind alle begeistert, wir freuen uns mega», schwärmte Zugs Rückraumspielerin Charlotte Kähr. «Emotional ist das gerade sehr intensiv, ich bin unglaublich froh über den Ausgang des Spiels», triumphierte Trainer Christoph Sahli, um sogleich im Analysemodus festzuhalten: «Wir spielten nicht an unserem Leistungsmaximum, fanden aber in den wichtigen Momenten die richtigen Lösungen.»

Tief enttäuscht waren derweil die Spono Eagles. Ursprünglich als Favorit gehandelt, wogen die personellen Schicksalsschläge der letzten Wochen zu schwer. Zunächst verletzte sich Catherine Csebits im Cup-Halbfinal gegen Brühl II an beiden Kreuzbändern. Dann zog sich Teamleaderin Ivana Ljubas im ersten Playoff-Halbfinal gegen den LKZ eine schwere Knieblessur zu, und auch Goalie Kristina Ukaj wird wegen Hüftschmerzen nicht mehr auf den Platz zurückkehren. Am Samstag war überdies Flügelspielerin Neli Irman wegen Schulterproblemen sichtlich handicapiert. «Es lagen zu viele Steine im Weg, für die wir nichts können. Ich bin stolz auf mein Team, wir haben das Optimum herausgeholt», fand Sponos Interimscoach Mirco Stadelmann.

Zugs Topscorerin Charlotte Kähr wird geblockt.

Zugs Topscorerin Charlotte Kähr wird geblockt.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 01. Mai 2021)

Charlotte Kähr zeigt ihr grosses Können

Der zweite Halbfinal zwischen dem LK Zug und den Spono Eagles war dabei deutlich umstrittener als noch die erste Auflage am letzten Mittwoch in Nottwil. Zug drückte zwar erneut von Beginn weg aufs Tempo und führte nach 12 Minuten mit 9:6. Die Einwechslung von Goalie Soraya Schaller brachte die Gäste aber zurück ins Spiel, Ball um Ball parierte die erst 19-Jährige, zur Pause war das Skore wieder ausgeglichen (15:15). Wären die Nottwilerinnen in der Offensive noch etwas sorgfältiger zu Werke gegangen, hätten sie nach der ersten Halbzeit gar führen können, insgesamt waren sie bis dahin das etwas bessere Team.

Just nach dem Seitenwechsel drückte Zug aber wieder auf das Tempo und profitierte nun seinerseits von einer Personalrochade im Tor. Desirée Ligue brachte die gegnerischen Angreiferinnen mit ihren Reflexen zur Verzweiflung. Vorne spielte sich derweil eine Akteurin ins Rampenlicht, die den LKZ im Sommer in Richtung Bundesliga verlassen wird. Die 19-jährige Charlotte Kähr agierte im Abschluss unwiderstehlich, erzielte aus 14 Versuchen 12 Tore. Nach 41 Minuten führte der Gastgeber mit 23:18, näher als auf drei Treffer kam Nottwil nicht mehr heran. «Ich versuche mir keinen Druck zu machen und jedes Spiel zu geniessen», erklärte Kähr, die beim Buxtehuder SV einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. «Mit Ivana Ljubas ist sie die kompletteste Spielerin der Liga», lobte Trainer Sahli, «es ist beeindruckend, in welcher Form sie im Moment ist.»

Nächsten Samstag: Cupfinal zwischen Zug und Spono

Bevor der LK Zug im Meisterschaftsfinal gegen den LC Brühl nach dem Titel greift, steht am kommenden Samstag der Cupfinal auf dem Programm. Auch da kommt es zum Zentralschweizer Derby, heisst der Gegner wiederum Spono Eagles. Für die Nottwilerinnen wird es in dieser Saison der letzte Auftritt sein, für einige langjährige Leistungsträgerinnen sogar die Derniere der Karriere. Neben Ljubas, Irman und Ukaj werden auch Judith Matter und Laila Troxler zurücktreten. «Wir möchten Zug nochmals ärgern», sagt Stadelmann und er versichert: «Wir werden alles reinwerfen.»

Sponos Xenia Hodel verwertet den Penalty gegen Zugs Jennifer Abt.

Sponos Xenia Hodel verwertet den Penalty gegen Zugs Jennifer Abt.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 01. Mai 2021)

LK Zug - Spono Eagles 33:29 (15:15)
Sporthalle. – 50 Zuschauer. – SR Boshkoski/Stalder. – Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen LK Zug, 5-mal 2 Minuten plus rote Karte für Stähelin (55./3-mal 2 Minuten) gegen Spono Eagles.

LK Zug: Abt (6 Paraden)/Ligue (10)/Booijink (1); Cavallari (5 Tore), Estermann (7), Stutz (2/2), Kähr (12/1), Hess (3), Eugster (3), Heinzer; Tschamper (1/1), Baumann, Steinmann, Spieler.

Spono Eagles: Troxler/Schaller (11 Paraden); Irman (3 Tore), Hodel (6/3), Matter (9/1), Stähelin (6), Amrein (2), Kashani (1); Emmenegger (1), Decurtins (1), Schardt.

Bemerkungen: Zug ohne Scherer und Berchtold (verletzt), Spono ohne Ljubas, Csebits, Rakaric und Ukaj (verletzt). Schaller pariert Penalty von Stutz (19./9:9). Ligue pariert Penalty von Hodel (40./21:18). Booijink pariert Penalty von Hodel (58./31:27).

SPL 1. Playoff-Halbfinals (best of 3), 2. Runde: LK Zug (3. Finalrunde) - Spono Eagles (2.) 33:29; Schlussstand: 2:0. Kreuzlingen (4.) - LC Brühl (1.) 20:24; Schlussstand: 0:2. – Final (best of 5): LC Brühl - LK Zug.