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HANDBALL: Scherers langer Weg zu alter Stärke

Der BSV Stans trifft zum Jahresabschluss am Samstagabend zu Hause (19.30, Eichli) auf Möhlin. Der Nidwaldner B-Ligist ist im Aufwind und mit ihm sein Rückraumspieler Roger Scherer.
Stephan Santschi
Brandgefährlich im Abschluss: der 24-jährige Rückraumspieler Roger Scherer (am Ball), der bisher 44 Tore für den BSV Stans erzielt hat. (Bild: Philipp Schmidli (Stans, 24. September 2017))

Brandgefährlich im Abschluss: der 24-jährige Rückraumspieler Roger Scherer (am Ball), der bisher 44 Tore für den BSV Stans erzielt hat. (Bild: Philipp Schmidli (Stans, 24. September 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

In der Schulter reisst eine Sehne, eine Operation ist unumgänglich. Kurz nach dem Comeback geht im Training das Kreuzband kaputt. Innerhalb von rund zwei Jahren ist gerade mal Platz für vier Spiele, der Rest besteht aus Regeneration und Aufbauarbeit. Ein veritables Horrorszenario für einen Sportler. Roger Scherer, der 24-jährige Rückraumspieler, hat es genau so erlebt.

Seit Anfang Jahr ist Scherer wieder zurück, mit dem 1.-Ligisten SG Pilatus beendete er die Saison, ehe er im Sommer mit Trainer Andy Gubler zum eben erst in die NLB aufgestiegenen BSV Stans wechselte. «Ans Aufhören habe ich nie gedacht», betont er. Weil er unbedingt in seiner Karriere höher als in der 1. Liga spielen wollte und weil ihm dies beim einjährigen Gastspiel der SG Pilatus in der NLB aufgrund seines Verletzungspechs nicht möglich war. Heute Abend nun endet die Vorrunde mit dem Stanser Heimspiel gegen Möhlin (19.30 Uhr, Eichli), und Scherer darf bilanzieren: «Noch bin ich nicht da, wo ich einmal war, ab und zu spüre ich auch meine Schulter wieder. Doch für meinen Kopf ist die Auszeit kein Problem mehr.»

In Stans spielt er vor allem auf seiner Stammposition im linken Aufbau. Aus dem Spiel heraus ist er mit 44 Toren der beste Skorer seines Teams, nur Florian Henrich, der auch noch Penaltys wirft, trifft öfter ins Netz (55/22). Der Wirtschaftsstudent aus Baar spricht von einer schwierigen Situation – sowohl für ihn persönlich als auch für das ganze Team. Vor und während der Saison meldeten sich regelmässig Spieler ab – weil sie auf Reisen gingen, weil sie sich verletzten, ­ weil sie im Militär waren oder schlichtweg keine Lust mehr auf Handball hatten. «Dass auf diese Weise das Zusammenspiel nicht von Beginn weg funktioniert, ist klar.»

Schwester Sibylle skort in Zug

Mittlerweile haben die Nidwaldner aber die Defensive stabilisieren können, am letzten Wochenende gelang mit dem 29:28-Sieg gegen GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen sogar ein überraschender Erfolg. Der Angriff allerdings, der gefällt Scherer noch nicht, und damit nimmt er auch sich selber in die Kritik: «Ich muss effizienter werden, ich brauche zu viele Chancen.» Positiv ist: Die vor kurzem verpflichteten Rückraumspieler Fernando Skrebsky Dutra und Nikola Perovic bringen neuen Schwung in die Offensive und sorgen auch bei Scherer für Entlastung.

Dass er das Zeug zum Shooter hat, bewies Roger Scherer bereits in jungen Jahren, als er im Nachwuchs der SG Pilatus zu den hoffnungsvollsten Talenten zählte. Die Voraussetzungen hierzu sind ihm in die Wiege gelegt worden. Die Wurfstärke hat er von seiner Mutter Angelika, die ebenfalls Handball gespielt hat, die Körpergrösse von 1,95 Meter vererbte ihm sein Vater Xaver. Beim LK Zug in der SPL 1 gibt derweil seit Jahren seine Schwester Sibylle im Angriff den Takt vor – in den letzten vier Jahren wurde die 1,79-Meter grosse Athletin dreimal Torschützenkönigin, und auch in der aktuellen Spielzeit führt sie das Ranking wieder an. «In unserer Kindheit, als wir in der HSG Baar/Zug noch zusammen spielten, zählten wir schon zu den Grösseren. Es zeigte sich früh, dass wir in den Rückraum gehören», erzählt Roger Scherer.

Fokus liegt auf Ligaerhalt mit dem BSV Stans

Während sich seine Schwester auf höchster nationaler Stufe etabliert hat und zur Nationalspielerin gereift ist, absolvierte Roger eine Handvoll NLA-Spiele beim HC Kriens-Luzern in der Saison 2012/13. «Gegen Wacker Thun gelang mir mein einziges Tor», erinnert er sich. Den Traum vom Spitzenhandball verfolgt er nun nicht mehr mit letzter Konsequenz, zu einschneidend waren die körperlichen Probleme in der jüngeren Vergangenheit. Der Fokus liegt vorderhand auf dem Ligaerhalt mit dem BSV Stans.

Nach 12 Runden haben die Nidwaldner zwar den letzten Tabellenplatz an Steffisburg abtreten können, doch mit nur vier Punkten beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bereits vier Zähler. Punktezuwachs gegen Möhlin ist also durchaus willkommen. Scherer aber weiss, dass mit den Aargauern heute ein Spitzenteam in die Eichlihalle kommt, aktuell belegen sie den dritten Platz und stellen die beste Defensive der NLB. «Wichtig ist, dass wir unsere Schlafphase zu Beginn des Spiels überwinden. Wir müssen von Beginn weg parat sein.»

Hinweis

Männer, NLB. Samstag: Stans – Möhlin (19.30, Eichli).

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