HANDBALL: Sieg des HC Kriens dank Leistungssteigerung

Mit einer starken Teamleistung und einer beeindruckenden Reaktion holte sich der HC Kriens-Luzern gegen die Lakers Stäfa einen verdienten 30:23 (12:12)-Kantersieg. Die Zürcher ärgerten den HCK während satten 30 Minuten gehörig.

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Vukasin Stojanovic war mit sechs Toren der beste Krienser. (Archivbild Eveline Beerkircher)

Vukasin Stojanovic war mit sechs Toren der beste Krienser. (Archivbild Eveline Beerkircher)

Was in Halbzeit 1 in Stäfa los war, liess viele der Zuschauer in der Frohberghalle verwundert die Augen reiben. Der kecke, junge und ungestüme Underdog und Heimclub spielte mit dem arrivierten NLA-Team und «Playoff-Anwärter» aus der Innerschweiz Katz’ und Maus. Dabei war es vorallem aber der HCK, der mit einem vorerst zweifelhaften Auftritt Fragen offen- und das Katz-und-Maus-Spiel überhaupt erst zuliess.

Sowohl offensiv wie defensiv konnte der HCK nicht überzeugen. Die defensiven Mängel aber wären gegen diesen Gegner kaum gross ins Gewicht gefallen, wenn die Angriffsleistung eine einigermassen normale Effizienz erreicht hätte. Stattdessen aber sündigten die Krienser  in der Offensive sträflich, erlaubten Stäfas Keeper Tobias Wipf eine Abwehr-Quote  von Phasenweise 60 Prozent und kamen so 4:8 ins Hintertreffen

Coach Heiko Grimm griff zur grünen Timeout-Karte und rief seinem Team jene Werte in Erinnerung, die auf der bis dahin sehr rumpeligen Fahrt doch noch einige einigermassen erfolgsversprechende Wende der Ereignisse ermöglichen könnten. Die Klare Ansage verfehlte die Wirkung nicht: 5 Minuten später war der HC Kriens-Luzern wieder dran. Zwar war das Angriffsspiel noch immer wenig druckvoll. Aber schon das reichte, um Stäfa nun zu dominieren.

Das definitive Zeichen zur Wende war dann der Ausgleich kurz vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel stellte der HCK dann deutlich verbessert die Zeichen auf Sieg, rückte die Relationen zurecht und dominierte einen nun zunehmend überforderten Gastgeber.

Mit einem starken Andi Portmann im Tor (11 Paraden), der gegen seinen ehemaligen Club und als Nationalgoalie-Rückkehrer sichtlich motiviert war, stellte die HCK-Defensive den Gast nun vor immer grössere Probleme beim Abschluss. Der HCK hingegen gewann an Sicherheit und liess mit einem inspirierten zweiten Spielabschnitt die eher fade Vorstellung der Startphase vergessen.

Der HCK konnte so erst in der Schlussphase auch der Jugend Spielanteile geben. Immerhin aber zeigte das Team eine starke Reaktion und liess sich am Schluss mit dem 30:23-Sieg und einer starken Teamleistung zwei wertvolle Auswärtspunkte notieren. Zwei Punkte, die beispielsweise Wacker Thun am Schluss schmerzlich fehlen könnten. Denn dieses Wacker hatte noch letzten Samstag in Stäfa 25:27 verloren. Was die Krienser Leistung noch aufwertet.

Stark im Kollektiv des HCK waren Kreisläufer Dani Fellmann (5 Tore), Tom Hofstetter (4 Tore, 100% Effizienz) sowie Stojanovic als sicherer Siebenmeterschütze (5 von 5).

Für einen historischen Moment sorgte zudem HCK-Rekord-NLA-Spieler Roman Schelbert. In der 53. Minute bestrafte er Stäfas Hochrisiko-Taktik mit dem siebten Feldspieler und erzielte ein Tor mit einem Wurf übers ganze Feld. Wenn die Statistik stimmt, war es nach 311 NLA-Spielen (davon 244 für den HCK) sein erstes Feldtor in der NLA... Er wird sich wohl für das Gössi-Pausenspiel bei einem der nächsten Heimspiele aufdrängen, wenn der Jackpot mal ordentlich hoch wäre.

Lakers Stäfa – HC Kriens-Luzern 23:30 (12:12)

Frohberg Stäfa, SR Bernet/Wick.

Spielverlauf: 2:0, 2:1, 3:1, 3:3, 4:4, 8:4, 9:5, 9:8, 10:9, 12:10, 12:12; 12:14, 13:16, , 14:19, 15:23 (44.) 17:25, 18:27, 20:29, 23:30

Strafen: Lakers Stäfa 4x2 Minuten; Kriens-Luzern 6x2 Minuten.

Lakers Stäfa: Wipf/Schelling (ab 43.); Barth (2), Affentranger (1), Mächler, Bajramovic (2), Milicic (6/1), Brunner (1), Ehlers (2), Bleuler, Tim Jud (3/1), Kurbalja, Kägi, Maros (6)

HC Kriens-Luzern: Portmann/Schelbert (ab 50., 1); Fellmann (5), Mühlebach (2), Weingartner, Blättler, Stojanovic (6/5), Baviera (2), Lima (1), Stankovic (4), Baumgartner (1), Tominec (1), Schramm (3), Hofstetter (4).

Bemerkungen: Kriens ohne Spengler, Vögtli und Gwerder. Penalties: 58. Baviera verschiesst Siebenmeter (22:30)

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern