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HANDBALL: Spono Eagles entzaubern Meister Zug

Meister LK Zug ist entmachtet: Die Spono Eagles demütigen den Erz­rivalen in dessen Halle mit 32:24 und folgen Brühl St. Gallen in den Playoff-Final.
Feiern den Sieg und den Einzug in den Playoff-Final: die Spielerinnen von den Spono Eagles. (Bild Roger Zbinden)

Feiern den Sieg und den Einzug in den Playoff-Final: die Spielerinnen von den Spono Eagles. (Bild Roger Zbinden)

Stephan Santschi

«Zug entgleist!» Die Spielerinnen der Spono Eagles tanzten nach Spielschluss im Kreis und feierten den ersehnten Triumph gegen den LK Zug. Der 32:24-Auswärtssieg von gestern Abend war nicht irgendein Sieg, sondern derjenige, der dem Team einen Spieltag vor dem Ende der Finalrunde den Platz im Playoff-Final der SPL 1 sichert. Die Zuge­rinnen, die den Schweizer Frauenhandball in den letzten drei Jahren mit drei Meistertiteln und zwei Cupsiegen dominiert hatten, werden die Meisterschaft derweil auf Platz drei beenden. Gestern war der LKZ gegen die Luzernerinnen absolut chancenlos. «Wenn wir nicht einmal annähernd an unser Leistungspotenzial herankommen, dann reicht es nicht. Gut möglich, dass die hinterste und letzte Spielerin nicht mehr daran geglaubt hat, dass wir das Unmögliche noch möglich machen können», hielt Zug-Trainer Damian Gwerder fest.

Mühlethaler steigert Aufwand

Die Nottwilerinnen hingegen zeigten sich in einer starken Verfassung. Bereits nach fünf Minuten hatten sie mit dem Skore von 5:1 eine Differenz gelegt, welche die Zugerinnen nicht mehr bereinigen konnten. Rahel Furrer, die wie Andrea Willimann und Fabienne Huber am Ende der Saison aufhören wird, war in der Startphase die überragende Figur. Sie stand für die Leichtigkeit, mit der die Spono Eagles angriffen – nach 11 Minuten hatte sie bereits fünfmal ins gegnerische Netz getroffen. Generell fand der LKZ kein Mittel gegen die spielerische Varianz der Gäste.

Deren Trainer Urs Mühlethaler nahm es mit Genugtuung zur Kenntnis. Schliesslich hatte er in den letzten zwei Wochen reichlich in den Erfolg investiert. «Aktuell arbeite ich sechs Stunden pro Tag für den Verein und damit wie ein Profitrainer. Ich bereite mein Team auf alle möglichen taktischen Varianten des Gegners vor. Ausserdem trainierten wir intensiv an unserem Auftreten in der Crunch-Time.» Gemeint sind damit die letzten Minuten in einem Spiel, in denen die Eagles zuletzt so oft das Nervenflattern kriegten und dadurch komfortable Vorsprünge verspielten. «Heute hat es das nicht gebraucht. Weil wir uns auch durch die Manndeckung der Zugerinnen nicht aus dem Konzept bringen liessen.» Nottwil, das in der 40. Minute erstmals mit zehn Toren vorne lag (21:11), brachte den Sieg problemlos ins Trockene.

Gier nach weiteren Erfolgen fehlte

Die Vormachtstellung des LK Zug ist damit Vergangenheit, der Nimbus der Ungeschlagenheit in wichtigen Spielen ebenfalls. «Der Erfolg der letzten Jahre setzte sich aus vielen Mosaiksteinchen zusammen. Wir haben vier, fünf davon in dieser Saison nicht zusammengebracht», sagte Gwerder, ohne konkreter zu werden. Mit Blick auf die gesamte Saison hatte das Team zu stark mit Blessuren zu kämpfen, es mangelte ihm möglicherweise auch etwas an der Gier nach weiteren Erfolgen. Die Abwehr agierte zwar weiterhin hart, aber nicht mehr Furcht einflössend. Der Angriff verlor ebenso seine Magie wie die Goalies, die immer dann, wenn es eng wurde, das Richtige gemacht hatten.

Zug hat noch Chance auf Cupsieg

Überdies muss Zug Ende Saison noch drei Abgänge wegstecken: Lynn Schwander und Ariane Geissmann treten zurück, Annina Ganz wechselt zu Thun. «Das gehört zum Sport», relativierte Gwerder. «Wer glaubte, wir würden in den nächsten zehn Jahren Meister werden, ist im falschen Film. Nächste Saison werden wir nicht mehr Favorit sein. In einigen Jahren allerdings schon.»

Noch ist die Spielzeit für Zug indes nicht vorbei. Am 7. Mai steht in Sursee der Halbfinal im Schweizer Cup auf dem Programm. Gegner ist die aktuelle Nummer eins, der LC Brühl St. Gallen. Jenes Team also, das ab dem 14. Mai die Spono Eagles im Playoff-Final der SPL 1 in einer Best-of-3-Serie fordern wird.

Frauen, SPL 1, Finalrunde

26. Runde: LK Zug - Spono Eagles 24:32. RW Thun - Brühl St. Gallen 20:29 (9:12).

Rangliste (alle 26 Spiele): 1. Brühl St. Gallen 46. 2. Spono Eagles 42. 3. LK Zug 37. 4. Rotweiss Thun 22. – Brühl St. Gallen und Spono Eagles stehen im Playoff-Final (best of 3).

LK Zug - Spono Eagles 24:32 (10:16)

Stadthalle. – 600 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Zug; 2-mal 2 Minuten gegen Spono Eagles. – LK Zug: Innes/Betschart (12. bis 48.); Masset (1), Schwander (1), Estermann (1), Scherer (4), Ganz (2), Geissmann (5), Javet (2); Van Polanen (4), Müller (1), Traber (2), Gwerder (1/1). – Spono Eagles: Huber; Hodel (5), Furrer (10), Lisa Frey (4/2), Ljubas (3/1), Arnet (1), Noëlle Frey (3); Matter (1), Wyder (5), Egli, Willimann, Ramseier. – Bemerkung: Huber hält Penalty von Scherer (27./8:15).

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