HANDBALL: Spono gibt den Tarif durch

Spono Nottwil ist klarer 26:17-Sieger im Zentralschweizer Derby. Der LK Zug kann nur zu Beginn mithalten. Die Zugerinnen scheitern viel zu oft an Sponos Goalies.

René Barmettler
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Die Zugerin Ariane Geissmann versucht die Spono-Spielerin Ivana Ljubas am Torschuss zu hindern. (Bild Pius Amrein)

Die Zugerin Ariane Geissmann versucht die Spono-Spielerin Ivana Ljubas am Torschuss zu hindern. (Bild Pius Amrein)

René Barmettler

Die Bosnierin Ivana Ljubas soll Spono Nottwil zum Meistertitel verhelfen (siehe gestrige Ausgabe). Die 30-jährige Profispielerin, die bei ihrer Premiere zehn Treffer gegen Winterthur zu Stande brachte, stand gestern Abend im Zentralschweizer Derby vor einer grösseren Herausforderung. Zu Beginn tat sie sich auch schwer. Erst schoss sie einen Penalty an den Pfosten (2. Minute). Sechs Minuten danach scheiterte sie allein vor dem Tor, im Gegenzug kassierte Nottwil das 3:3.

Zug schien an diesem Abend ein weiteres Mal eine Knacknuss zu werden. Doch das Feuerwerk des Gastes dauerte zu kurz. Unter der Regie von Ljubas fand das Heimteam immer besser ins Spiel. Bis zur Halbzeit zogen die Nottwilerinnen auf 14:8 davon. Und sie gerieten nie mehr in Gefahr. Abgeklärt spielten sie zu Ende, Ljubas trug schliesslich sechs Tore zum klaren Sieg bei. Trainer Urs Mühlethaler schwärmte indes nicht von ihren offensiven Qualitäten: «Sie leistete klasse Arbeit in der Verteidigung. Dank ihr haben wir nun eine stabile Deckung. Deshalb darf sie in der Offensive auch mal scheitern», sagte er mit einem Augenzwinkern. Sein Gegenüber Damian Gwerder konnte mit seinem Team nur halbwegs zufrieden sein. «Uns fehlte die Schusskraft im Rückraum. Wir konnten Spono zu selten in Verlegenheit bringen. In der Deckungsarbeit habe ich aber Positives gesehen.»

Mühlethaler bleibt in Nottwil

Aufgrund dieser Niederlage verbleibt der LK Zug auf Rang 3 und muss Nottwil etwas ziehen lassen. In der Qualifikation stehen noch sechs Partien an, dazu weitere sechs in der Finalrunde. Genügend Zeit also, um diesen Rückstand noch aufzuholen? Gwerder wiegelt ab: «Es sind drei Punkte, die sicher nicht einfach wettzumachen sind.»

Es herrscht in Nottwil nicht nur wegen des gestrigen klaren Sieges über Zug Aufbruchstimmung. Trainer Mühlethaler bestätigte unserer Zeitung, dass er zwei weitere Jahre die Nottwilerinnen betreuen wird. «Ich habe zwar noch nicht unterschrieben, aber ich gehöre noch zu dem Jahrgang, wo der Handschlag etwas gilt.» Der Weg, den er vor anderthalb Jahren begonnen habe, sei noch nicht zu Ende. «Es macht Spass, weil ich das Gefühl habe, etwas bewegen zu können.» Damit kann er nur den Gewinn des Meistertitels im Kopf haben. Doch er gibt zu bedenken: «Es gibt sicher noch zwei bis drei Baustellen.»

Die gestrige Leistung gibt aber vorerst Mut für die nähere Zukunft. Die Goalies Fabienne Huber/Laila Troxler hielten überragend. Zweitgenannte stoppte sogar sämtliche fünf Penaltys. Ausserdem zählt Spono nun auf die Dienste von Ljubas. Und Mühlethalers Ankündigung tönt für die Gegnerinnen schon fast wie eine Drohung: «Sie kann im Angriff noch viel mehr.»

Spono Nottwil - LK Zug 26:17 (14:8)

SPZ. – 500 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: Je 4-mal 2 Minuten. – Spono Nottwil: Huber, Troxler; Egli (1), Fatkic, Lisa Frey (7/1), Noëlle Frey (1), Furrer (5), Heini (1), Hodel (1), Ljubas (6/2), Matter (1), Ramseier, Willimann (3). – Zug: Betschart, Innes; Estermann (6), Ganz, Geissmann (4), Gwerder, Javet, Josefiak (1), Masset, Müller, Ravlic, Scherer (3/1), Traber (3), Van Polanen.

Rangliste (je 15 Spiele): 1. Brühl St. Gallen 28. 2. Spono Nottwil 25. 3. Zug 22. 4. Rotweiss Thun 17. 5. Yellow Winterthur 8. 6. Stans 7. 7. GC Amicitia Zürich 7. 8. ATV/KV Basel 6.