HANDBALL: Stans erwacht aus Schockstarre

Beeindruckend: Trotz der Absenz von zwei Spielmacherinnen gewinnt Stans gegen GC Amicitia Zürich 23:20 und verschafft sich etwas Luft im Abstiegskampf.

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War mit acht Torerfolgen eine der prägenden Figuren 
im starken Stanser Ensemble: Rückraumspielerin Nadja Fellmann. (Bild Roger Gruetter)

War mit acht Torerfolgen eine der prägenden Figuren im starken Stanser Ensemble: Rückraumspielerin Nadja Fellmann. (Bild Roger Gruetter)

Stephan Santschi

Das Trainerduell der beiden Freunde Ralf Stojan (Stans) und Toni Kern (GC Amicitia) ging am Samstag in die dritte Runde. Erstmals in dieser Saison durfte sich dabei Stojan zum Sieg gratulieren lassen. 23:20 gewannen die Nidwaldnerinnen gegen die Zürcherinnen – ein Erfolg, der nicht unbedingt erwartet werden durfte. Zwar begegneten sie sich in dieser Saison bisher stets auf Augenhöhe und waren vor der Partie in der Tabelle der SPL 1 nur durch einen Punkt voneinander getrennt. Doch der kurzfristige Abgang der Topskorerin und Spielmacherin Mathilde Sörensen in die 2. Bundesliga nach Deutschland versetzte Stans vorübergehend in eine Schockstarre. Und als sich auch noch Sörensen-Ersatz Gina Perlangeli durch eine Unsportlichkeit drei Spielsperren einhandelte, hätte es niemanden überrascht, wenn das Team das Gleichgewicht verloren hätte.

Die Stanserin Topskorerin Nadia Fellmann setzt sich gegen die Abwehr von GC Amicitia Zürich durch. (Bild: Roger Grütter)
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Topskorerin Nadia Fellmann am Ball. (Bild: Roger Grütter)
Flavia Kuster von Stans (rechts) gegen Colleen Müller von GC Amicitia. (Bild: Roger Grütter)
War mit acht Torerfolgen eine der prägenden Figuren 
im starken Stanser Ensemble: Rückraumspielerin Nadja Fellmann. (Bild: Roger Grütter)
Samira Schardt von Stans. (Bild: Roger Grütter)
Barbara Schiffmann von Stans (links) gegen die Topskorerin von GC,  Chantal Wicki. (Bild: Roger Grütter)
Feiert eine gelungene Parade: Die Stanser Torhüterin Sara Knüsel. (Bild: Roger Grütter)
Samira Schardt von Stans beim Abschluss. (Bild: Roger Grütter)
Melanie Achermann von Stans beim Abschluss. (Bild: Roger Grütter)
Samira Schardt von Stans (links) gegen die Topskorerin von GC Chantal Wicki (Bild: Roger Grütter)
Die Stanserin Flavia Kuster (rechts) gegen Colleen Müller von GC, rechts Torhüterin Réka Pocze (Bild: Roger Grütter)
Die Stanser Topskorerin Nadia Fellmann (mitte) gegen Annic Dormann von GC. (Bild: Roger Grütter)
Marina Decurtins von Stans (links) gegen die Abwehr von GC Amicitia um Decurtins (mitte) und Ehrler. (Bild: Roger Grütter)
Nadia Fellmann von Stans wird geblockt von GC-Spielerin Annic Dormann (Bild: Roger Grütter)

Die Stanserin Topskorerin Nadia Fellmann setzt sich gegen die Abwehr von GC Amicitia Zürich durch. (Bild: Roger Grütter)

Kretz mit Bammel und Siegestor

Doch weit gefehlt: Gegen GC Amicitia kompensierte Stans das Ungemach mit einer äusserst geschlossenen und kämpferischen Darbietung. «Wir haben viel über die Situation geredet. Da ist viel Energie von der Mannschaft rübergekommen», erklärte Stojan die Trotzreaktion. Nominell übernahmen Jsabel Kretz und Cornelia Rickli die Position im mittleren Aufbau. «Das Team hat mir geholfen, die Spielzüge sagten wir miteinander an», sagte Kretz und betonte: «Der Teamgeist zeichnet uns aus, wir halten zusammen und bringen es so irgendwie fertig, die Rückschläge wegzustecken.» Die 22-jährige Kernserin, die 2013 von Drittligist Sarnen kam, verheimlichte nicht, dass die persönliche Belastung gross gewesen sei. «Ich hatte schon Bammel, ja. Vor einer Woche leistete ich mir zu viele Fehlpässe», berichtete Kretz, die davor am linken Flügel eingesetzt worden war.

Gegen GC Amicitia gelang ihr zwar ebenfalls längst nicht alles, doch war sie wie das ganze Team bei Ballbesitz um Sorgfalt bemüht. Und Kretz war es schliesslich vorbehalten, das entscheidende Tor zu erzielen. 38 Sekunden vor Schluss traf sie allein vor dem gegnerischen Keeper per Aufsetzer zum 22:20 und sorgte in der Eichlihalle für kollektiven Jubel. «Als ich sprang, fühlte es sich an, als befände ich mich während Stunden in der Luft. Ich wartete und hoffte, dass die Torhüterin das Bein hebt.» Was sie letztlich auch tat und Kretz damit den Weg zum erfolgreichen Wurf ebnete.

Zwei prägende Stanser Figuren

Der BSV Stans war damit der verdiente Sieger einer Partie, die alle Attribute eines Abnützungskampfes beinhaltete. Hin und her wog das Duell der beiden Abstiegskandidaten, Zürich hatte zu Beginn kleine Vorteile (5:8), Stans unmittelbar nach der Pause (15:13). Abzusetzen vermochte sich in einer von den Abwehrreihen dominierten Partie aber keine der beiden Equipen. Offensiv prägende Figuren bei den Einheimischen waren Nadja Fellmann und Barbara Schiffmann. Zwar verschossen die beiden Rückraumspielerinnen total drei Penaltys, sie erzielten gemeinsam aber auch 16 der 23 Stanser Tore.

Stojans taktische Finesse

Der siegsichernde Impuls kam letztlich aber von der Seitenlinie. Stojan überraschte den Gegner nach einem Time-out in den letzten zehn Minuten mit Flügelspielerin Flavia Kuster und Kreisläuferin Sandra Rosengreen im Rückraum. «Unser Trainer setzt die Spielerinnen im Training auf verschiedenen Positionen ein», erklärte Kretz, davon profitiere nun die Mannschaft. Stojan sprach am Ende von einem wichtigen, ja sogar richtungsweisenden Sieg. Und machte sich auf zum Abendessen mit seinem Trainerfreund Toni Kern. Erstmals in dieser Saison als Sieger.

Frauen, SPL 1

Stans - GC Amicitia Zürich 23:20 (11:11)

Eichli. – 306 Zuschauer. – SR Fallegger/Räz. – Strafen: Je 4-mal 2 Minuten. – Stans: Kaiser/Knüsel (9. bis 50.); Schiffmann (8/3), Furger, Kretz (2), Fellmann (8/3), Kuster, Achermann (3), Rosengreen (1); Rickli, Schardt (1).

Bemerkungen: Stans ohne Perlangeli (gesperrt). Knüsel pariert Penalty von Decurtins (23./10:9). Fischbacher pariert Penaltys von Schiffmann (34./13:12; 54./19:19). Fellmann wirft Penalty neben das Tor (52./18:19). Dormann wirft Penalty an den Pfosten (60./23:20).

Hinweis

Resultate und Rangliste auf Seite 26.