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HANDBALL: Stanserinnen bäumen sich auf

Die Frauen des BSV Stans landen einen 37:30-Überraschungssieg gegen das Spitzenteam aus Leimental. Die Nidwaldnerinnen unternehmen nach der missratenen ersten Saisonhälfte viel, um dem Abstieg aus der SPL 2 zu entgehen.
Stephan Santschi
Die neu verpflichtete Lara Ernst soll dem BSV Stans im Abstiegskampf wichtige Impulse verleihen. (Bild: Roger Grütter (Stans, 20. Januar 2018))

Die neu verpflichtete Lara Ernst soll dem BSV Stans im Abstiegskampf wichtige Impulse verleihen. (Bild: Roger Grütter (Stans, 20. Januar 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Die Szenerie provozierte Augenreiben. Waren das wirklich die gleichen Stanserinnen, die im Herbst 2017 von Niederlage zu Niederlage strauchelten? Die nach dem SPL-1-Abstieg auch in der SPL 2 auf den letzten Platz abgestürzt sind? Am letzten Samstag jedenfalls war von Verunsicherung und Resignation nichts zu spüren. Leimental, die Nummer zwei der Liga und feststehender Aufstiegsrundenteilnehmer mit der besten Offensive, wurde förmlich überrollt, nach elf Minuten führten die Nidwaldnerinnen bereits mit 8:2, nach 23 Minuten sogar mit 16:7. Verkehrte Welt also in der Eichlihalle, und daran sollte sich bis zum Schlusspfiff nichts mehr ändern.

Zwar zogen sie nach dem Seitenwechsel eine Schwächephase ein. Näher als auf drei Tore kamen die mit sieben Feldspielerinnen angreifenden Baselbieterinnen aber nicht mehr heran. Als Goalie Claudia Schoch nach ihrer Einwechslung aufdrehte, war Stans der erste Heimsieg seit über­ drei Monaten nicht mehr zu nehmen. Es war die Bestätigung der Leistung aus der Vorwoche, als man in Yverdon mit dem ­Skore von 28:18 nicht weniger überzeugend den ersten Auswärtserfolg der Saison realisiert hatte.

Vier Massnahmen für den Turnaround

«Unser primäres Ziel ist es, weniger technische Fehler zu machen. Darüber hinaus spielen wir aggressiver in der Abwehr und glauben an unser Spielsystem», zeigt sich Trainer Vicente «Ike» Cotrina Cabal mit dem neuen Auftreten seines Teams zufrieden.

Doch wie ist dieser frappante Wandel innert weniger Wochen zu erklären? Wie kam es zu dieser Frischzellenkur? Auszumachen sind vier Aspekte. «Wir haben die Spielerinnen bei der Ehre gepackt. Wir hatten SPL-1-Niveau, und es konnte doch nicht sein, dass wir uns derart gehen lassen», erzählt Philipp Bühlmann. Mit ihm hat der BSV Stans seit letztem Sommer wieder einen Präsidenten, der sich mit Herzblut für den Klub einsetzt. Gemeinsam mit Sepp Kuster, einem früheren langjährigen Vereinsvorsitzenden, schwor er das Team in Gesprächen auf den Kurswechsel ein. «Seit diesem Jahr trainieren wir pro Woche viermal und damit einmal mehr als davor», nennt Bühlmann einen zweiten Faktor für den Umschwung.

Nummer drei ist Norbert Kuster, der neu als Assistent fungiert und neben seiner motivierenden Art auch die Mundartsprache auf die Bank bringt – der Spanier Cotrina Cabal drückt sich auf Englisch aus. Und schliesslich wurde Stans in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv und verpflichtete die 23-jährige Lara Ernst aus Deutschland.

Neuzuzug pendelt zwischen Schweiz und Deutschland

Gegen Leimental bestritt Ernst ihr zweites Spiel für die Stanserinnen. In beiden Halbzeiten wurde sie nach einer Viertel­stunde eingewechselt. Zwar gelang ihr noch längst nicht alles, nach ihrem Abgang vom fünftklassigen TV Lahr (Südbadenliga) muss sie sich erst an die Automatismen im neuen Umfeld gewöhnen. Doch sie war im linken Rückraum sofort um Initiative bemüht. «Ich habe genug Routine, um in kritischen Situationen Stimmung zu machen, eine Führungsrolle zu übernehmen und einfache Tore zu erzielen», erklärt Ernst. Und Trainer Cotrina Cabal merkt an: «Sie ist eine starke Shooterin. Neben dem Platz ist sie sehr aufgeschlossen und spricht mit allen.» Speziell: Derzeit pendelt Lara Ernst zwischen Deutschland und der Schweiz, weil sie weiterhin in Offenburg als Physiotherapeutin arbeitet. Unter der Woche trainiert sie bei Drittligist Freiburg, ehe sie am Freitag für das Abschlusstraining und das Spiel nach Stans fährt – mit einem Auto, welches ihr Präsident Bühlmann zur Verfügung stellt. In Stans steht sie vorerst bis Ende Saison unter Vertrag.

Gegen Leimental erzielte Ernst sechs Treffer und war dabei massgeblich am Überraschungssieg beteiligt. Erstaunlich waren auch die Auftritte von Gréta Grandjean und Jsabel Kretz, die im Gegensatz zur Vergangenheit viel Verantwortung übernahmen und je siebenmal ins gegnerische Netz trafen. Gewohnt angriffig zeigte sich derweil Nadja Fellmann mit insgesamt zehn Toren. Am eindrücklichsten aber war die Solidarität und die Zuversicht im Spiel jener Mannschaft, die vor zwei Monaten noch wie der sichere Absteiger wirkte. «Ich traf auf ein Team, das optimistisch und konstruktiv ist. Keiner zieht den anderen runter», sagt Ernst. Und Philipp Bühlmann betont: «Wir wollen unbedingt in der SPL 2 bleiben.»

Kellerduell am nächsten Samstag in Nottwil

Am nächsten Samstag im Auswärtsspiel gegen die Spono ­Eagles II können die Stanserinnen den nächsten Schritt aus dem Tabellenkeller machen. Im Falle eines Sieges würden sie zum Schluss der Hauptrunde die rote Laterne an die Luzernerinnen abtreten. Danach folgt die Abstiegsrunde mit sechs SPL-2-Teams (10 Spiele), an deren Ende der Letztklassierte in die 1. Liga absteigt.

Frauen, SPL 2

Frauen, SPL 2: ATV/KV Basel – Spono Eagles 28:14 (13:5). LK Zug – Brühl 30:28 (16:12), BSV Stans – Leimental 37:30 (19:12). Yverdon/Crissier – Goldach-Rorschach 25:23 (12:11). – Rangliste: 1. LK Zug II 13/22. 2. SG Yverdon/Crissier 13/19. 3. Leimental 13/17. 4. Brühl St. Gallen II 13/16. 5. Goldach-Rorschach 13/8. 6. ATV/KV Basel 13/8. 7. Spono Eagles II 13/8. 8. BSV Stans 13/6.

Stans – Leimental 37:30 (19:12)

Eichli. – 133 Zuschauer. – SR Celentano/Huber. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Stans, 1-mal 2 Minuten gegen Leimental. – Stans: Hofstetter/Schoch (ab 36.); Rossi, Schardt (3), Kretz (7), Fellmann (10), Grandjean (7), Lussi (2), Flavia Kuster; Berchtold, Ernst (6/1), Sina Kuster (2/2). – Bemerkungen: Köster pariert Penalties von Sina Kuster (7./5:1) und Fellmann (25./16:8). Schardt wirft Penalty an Pfosten (22./14:7), Ernst trifft im Nachschuss. Schoch pariert Penalty von Bütikofer (52./30:25).

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