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HANDBALL: Verwaltungsratspräsident des HC Kriens-Luzern: «Meisterpokal kostet 2 Millionen»

Es war zwar kein goldener Herbst für den HC Kriens-Luzern, aber ein ordentlicher. Wie geht es nach der «Ära Grimm» weiter? Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Würmli (62) verrät seine Vision.
Roland Bucher
Verabschiedete am Samstag HCK-Trainer Heiko Grimm (links): Hans-Peter Würmli (rechts). (Bild: Roger Grütter (Kriens, 16. Dezember 2017))

Verabschiedete am Samstag HCK-Trainer Heiko Grimm (links): Hans-Peter Würmli (rechts). (Bild: Roger Grütter (Kriens, 16. Dezember 2017))

Interview: Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Hans-Peter Würmli, sind Sie zufrieden mit der Qualifikationsphase, die Kriens nicht ganz den Erwartungen entsprechend auf Rang 5 abgeschlossen hat?

Im Nachhinein: ja! Aber es gab Momente, zum Beispiel nach den unmöglichen Niederlagen gegen Gossau oder Endingen, wo wir nicht mehr glücklich waren. Ich schätze es hoch ein, dass die Mannschaft das Steuer rechtzeitig herumgerissen hat. Die Durststrecke, provoziert auch durch die vielen verletzten Schlüsselspieler, hatte auch ihr Gutes: Junge Spieler mussten vermehrt Verantwortung übernehmen und haben das bewundernswert getan. Das macht Hoffnung.

Ist der HCK sportlich nach wie vor auf einem guten, auf dem richtigen Weg?

Absolut. Das Team hat, auch wenn nicht alles rund lief, gezeigt, wie viel Potenzial in ihm steckt. Unsere Zielrichtung stimmt, davon bin zu 100 Prozent überzeugt.

Es gibt Leute, die behaupten: Kriens vernachlässige das sportliche Tagesgeschäft und priorisiere das Hallenprojekt.

Wir haben, was die neue Halle, die Pilatus-Arena, anbetrifft, eine Strategie, und daran arbeiten wir hart. Eines schwöre ich aber: Wir vernachlässigen das Tagesgeschäft nicht um einen Millimeter. Wir haben mit Goran Perkovac einen absoluten Handball-Profi als neuen Trainer engagiert – das zeigt, dass wir sportlich weiterhin nach oben drängen wollen. Ich darf es an dieser Stelle durchaus wiederholen: Unser Ziel ist, zwar nicht heute, aber spätestens übermorgen, Schweizer Meister zu werden.

Ursprünglich hätte Kriens seine neue sportliche Heimat 2019 beziehen wollen, doch das scheint utopisch.

Realistisch ist 2021.

Nur Wunschdenken?

Der Architektur-Wettbewerb hat seinen Sieger vor ein paar Tagen gekürt, Mitte Februar wird der Gewinner kommuniziert. Dann werden wir natürlich auch noch in der politischen Schlaufe verharren müssen. Wenn wir gut, schlank arbeiten und die Planungszeit optimal nützen – dann werden wir es bis im Herbst 2021 schaffen.

Und dann …

… werde ich auf der Tribüne sitzen und stolz darauf sein, dass beim Eröffnungsspiel 4500 Zuschauer eine grosse Handballparty erleben. Das ist meine Vision: Handballsport, der die ganze Zentralschweiz begeistert. Ich bin überzeugt davon, und das ist auch die Vorgabe, dass wir mit qualitativ gutem Sport 2000 bis 2500 Zuschauer im Schnitt in die neue Halle locken können.

Wie nahe sind Sie als Verwaltungsratspräsident bei der Mannschaft, bei den Spielern?

Ich bin keiner, der nach jedem Spiel in die Mannschaftskabine stürmt und feiert oder poltert. Aber ich suche immer wieder das Gespräch mit unseren Spielern, ich will den Puls fühlen.

Und wie hoch schlägt der Puls?

Ich habe in diesem Herbst hie und da spüren müssen, dass nicht alles in Minne war.

Wieso?

Weil wir sportlich gedarbt haben.

Kleiner Themawechsel. Die Geste war nobel, Heiko Grimms Verlangen, früher als abgemacht in die Bundesliga zu wechseln, stattzugeben. Ist Kriens zu lieb?

Heiko hat unerhört viel für uns geleistet, es war nach viereinhalb Jahren quasi unser Abschiedsgeschenk. Wir haben gespürt, wie stark sein Feuer für die Bundesliga lodert.

Im Umkehrschluss: Es hat sich nicht mehr so sehr für Kriens entflammt.

(zögert). Nach einer so langen Zeit gibt es Abnützungserscheinungen, wird es immer schwieriger, den Spielern Impulse zu vermitteln. Es war schliesslich eine Win-win-Situation für ihn und für uns.

Der kleine Ärger: Es braucht für die Finalrunde und die Playoffs eine respektable Übergangslösung. Wer erhält den Zuschlag? Und wie lautet die Zielvorgabe für Teil zwei der Meisterschaft?

Es wird keine Übergangsphase sein, wir greifen mit den praktisch den ganzen Herbst verletzten Rückkehrern wie Hofstetter oder Radovanovic voll an. Plötzlich stehst du im Halbfinal – und man wächst über sich hinaus. Eines machen wir aber nicht: Wir üben auf das Team keinen Druck aus. Zur Besetzung des Trainerjobs: Es wird keine Überraschung geben. Nick Christen oder Goran Perkovac. Oder Nick Christen und Goran Perkovac.

Perkovac wird ab Sommer 2018 der neue starke Mann für die sportlichen Belange; einer mit hohen Ambitionen, einer, der sehr viel fordert, einer, der sich nicht scheut, das Kader nach Schwachstellen zu durchforsten.

Seine Aussage, dass es im aktuellen Kader fünf Wackelkandidaten gibt, war voreilig, vielleicht auch ein bisschen zu aggressiv, auch provokativ. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Und?

Am Montag schliessen wir eine der Baustellen ab und machen den neuen Kreisläufer publik. Es ist ein ausländischer Mann, der auch schon in der Schweiz gespielt hat.

Perkovac sagt, dass Kriens meistertauglich wird, wenn zusätzlich zum aktuellen Budget von 1,3 Millionen Franken 500'000 Franken generiert werden können. Ein Hirngespinst?

Nein, da sind wir uns absolut einig. Ein bisschen salopp formuliert: Ein Meisterpokal kostet 2 Millionen Franken. Wir wollen die Herkulesaufgabe, dieses Budget bis in zwei, drei Jahren zu stemmen, annehmen.

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