HANDBALL: Viele Fehler, wenig Kraftreserven

Die erste Halbzeit war ordentlich, die zweite einmal mehr miserabel: Kriens-Luzern unterliegt Leader Schaffhausen 21:32 (12:13). Und bekommt Schimpfe vom Chef.

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Der Krienser Luca Spengler (rechts) kann Schaffhausens Dimitrij Küttel nicht stoppen. (Bild: Michael Kessler (Schaffhausen, 5. März 2017))

Der Krienser Luca Spengler (rechts) kann Schaffhausens Dimitrij Küttel nicht stoppen. (Bild: Michael Kessler (Schaffhausen, 5. März 2017))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Beginnen wir, quasi im Sinne einer Deeskalation der Kanterniederlage, für einmal mit den Abwesenden: Mit Regisseur Hofstetter (wurde am Donnerstag am Knie operiert), mit seinem legitimierten Back-up Nyffenegger, mit Brücker und Ramseier, der scharfen Flügelzange, und mit Nachwuchsjuwel Vögtli fehlte ein Quintett, das fix zum Stamm gehört, verletzungshalber. Also: alles nicht so tragisch mit der zweiten Niederlage innert Wochenfrist mit elf Toren (!) Differenz? «Ich mag das nicht hören», poltert HCK-General Nick Christen, «das sind Ausreden mit sehr wenig Substanz. Tatsache ist, dass auch unser zweiter Anzug aus bestandenen NLA-Akteuren besteht. Ich bin mehr als enttäuscht, wie wir uns – Verletzungsunbill hin oder her – im Moment präsentieren.»
Die erste Halbzeit sei «vernünftig», sei «ordentlich» gewesen, bemerkte Christen. Der HCK hielt sich mit einem ansprechenden Pausen-Zwischenstand die Option offen, am Lack des Serienmeisters zu kratzen. Dann potenzierte sich der offensichtliche Raubbau der Kraftreserven mit einer Häufung von krassen individuellen Fehlern: «Wir sind auseinandergefallen», zürnte Christen, «wir haben fast keine Gegenwehr mehr geleistet. Was wir nach der Pause abgeliefert haben, ist weit, ganz weit von unseren Ansprüchen entfernt.» 17:14 stand’s nach 34, 21:14 nach 40 Minuten: Schaffhausen, längst nicht in der Form allerbester Tage, führte ein Herrenleben, demontierte einen Widersacher, der im rechten Rückraum praktisch inexistent war.

Das Schlüsselspiel gegen Bern

Christen, der im vierten Finalrunden-Spiel bereits die dritte Niederlage erdulden musste, bemängelte, dass in dieser heiklen Phase keine Spieler mit Führungsqualitäten auszumachen seien: «Dabei wäre es so wichtig, dass wir uns jetzt am eigenen Schopf aus der Misere ziehen.» Das wird nächsten Samstag dringend nötig sein: Verliert der HCK auch sein nächstes Heimspiel gegen Bern-Muri, droht sogar die «Mission Playoffs» in Gefahr zu geraten. «Ich erwarte jetzt eine deutliche Reaktion», fordert Christen, der allerdings schlechten Mutes ist, was das Comeback-Potenzial der eingangs erwähnten Akteure betrifft: «Das ändert nichts daran – ein Sieg gegen Bern ist Plicht. Wir brauchen eine kräftige Spritze für das angeschlagene Selbstvertrauen.» Denn: «Wer denkt, dass der Schalter so einfach umzukippen ist, wenn die Playoff-Würfel fallen, der», warnt der Chef, «versteht wenig von der Kompliziertheit des Mannschaftsportes.»
 
Kadetten Schaffhausen - HC Kriens-Luzern 32:21 (13:12)

BBC-Arena, 300 Zuschauer. SR Castineiras / Zwahlen.
Spielverlauf: 0:1, 2:1, 3:3, 5:3, 5:6, 7:7, 11:8, 12:12, 13:12; 13:13, 15:14, 21:14 (41.), 22:17, 24:18, 27:18, 30:20, 32:21.
Strafen: je 3x2 Minuten
Kadetten Schaffhausen: Bringolf/Marinovic/Kindle; Meister (3), Delhees (5), Zehnder (6), Küttel (3), Graubner, Pendic (2), Brännberger (3), Cszazar, Markovic (6), Koch (1), Muggli.
HC Kriens-Luzern: Portmann/Bar (.e.); Fellmann, Mühlebach (2), Wipf (1), Blättler (3), Spengler (6), Alili, Baviera (2), Stankovic (2), Radovanovic (2), Schramm (3).
Bemerkungen: Kriens ohne Hofstetter, Nyffenegger, Ramseier, Brücker und Vögtli. Penalties: Portmann hält Penalty von Pendic (11:9) inkl. Nachschuss