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Traum vom Titel: Dänische Handballer wollen endlich WM-Gold holen

Morgen Donnerstag beginnt in Deutschland und Dänemark die Weltmeisterschaft. Die Dänen wollen endlich ihren ersten WM-Titel holen.
Oliver Muchs (SID), Kopenhagen
1,96 m gross, 98 kg schwer, 31-jährig: Dänemarks Starspieler Mikkel Hansen. (Bild: Matthias Schrader/keystone (Rio de Janeiro, 19. August 201)

1,96 m gross, 98 kg schwer, 31-jährig: Dänemarks Starspieler Mikkel Hansen. (Bild: Matthias Schrader/keystone (Rio de Janeiro, 19. August 201)

Tränen statt Triumph: Dreimal griffen Dänemarks Handballer nach der WM-Krone, dreimal schlichen sie als Finalverlierer vom Parkett. Doch nun, bei der Heim-WM, soll alles anders werden. Getreu dem Motto «Wenn nicht jetzt, wann dann?» will der Co-Gastgeber mit Superstar Mikkel Hansen erstmals Weltmeister werden.

«Wir wollen unseren Fans endlich den Titel schenken und unseren WM-Fluch besiegen. Meine Spieler sind heiss», schrieb Trainer Nikolaj Jacobsen in einer Zeitungskolumne. Der Meistermacher des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen steht aber auch gehörig unter Druck. Die handballverrückten Dänen erwarten zumindest die Teilnahme an den Medaillenspielen am 27. Januar in der 15000 Zuschauer fassenden Arena in Herning. «Diese Herausforderung nehmen wir an. Für uns kann es nichts Grösseres geben», so Jacobsen.

Die Euphorie im Land des Olympiasiegers ist riesig. Über 300000 Karten wurden für die beiden Spielorte Kopenhagen und Herning bereits verkauft. Der Verband hat damit bereits ­einen Überschuss sicher.

In Dänemark kommt Handball vor Fussball

Für den sportlichen Erfolg sollen Hansen, Hans Lindberg und Co. sorgen. Zehn Spieler des zunächst nominierten 18er-Kaders verdienen ihr Geld in der deutschen Bundesliga. Das Torhüter-Duo Niklas Landin (THW Kiel) und Jannick Green (SC Magdeburg) gehört zu den besten der Welt. Der zweimalige Europameister zählt zudem zu den spielstärksten Mannschaften des Turniers.

Die Dänen hatten auch Glück bei der Auslosung. Zwar spielen sie mit den hoch gehandelten Norwegern in einer Gruppe, doch in der Hauptrunde wartet in Vize-Europameister Schweden eigentlich nur noch ein starker Gegner auf dem Weg in die Halbfinals. Der Heimvorteil kommt dazu. «Wir wollen die Euphorie nutzen. Sie wird uns helfen, auch schwierige Spiele zu entscheiden», sagte ein selbstbewusster Jacobsen.

In Dänemark ist der Handball noch vor dem Fussball die Sportart Nummer eins. Daher ist die Sehnsucht nach dem ersten WM-Gold gross. 1967, 2011 und 2013 wurde Dänemark jeweils Vize-Weltmeister. Bei der Heim-WM 1978, als Deutschland sensationell den Titel gewann, belegte man Rang vier. Dieser Rang wäre dieses Mal eine Enttäuschung.

Doch daran denken die dänischen Spieler nicht, sie geniessen die Vorfreude. «Zwei der grössten Handball-Nationen der Welt als Ausrichter zu haben, ist phänomenal. Das wird eine grossar­tige Sache», sagte Landin der «Handballwoche»: «Ich war 2014 schon bei der Heim-EM dabei. Das war ein unglaubliches Gefühl in der Halle.» Dieses könnte mit dem Gewinn des WM-Titels wohl noch einmal deutlich gesteigert werden.

WM 2019 in Deutschland und Dänemark. 10.–27. Januar. Gruppe A in Berlin: Brasilien, Deutschland, Frankreich, Korea, Russland, Serbien.

Gruppe B in München: Bahrain, Island, Japan, Kroatien, Mazedonien, Spanien.

Gruppe C in Herning und Kopenhagen: Chile, Dänemark, Norwegen, Österreich, Saudi-Arabien, Tunesien.

Gruppe D in Kopenhagen: Ägypten, Angola, Argentinien, Katar, Schweden, Ungarn.

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