HANDBALL: Wenig Ertrag bei viel Risiko: HC Kriens-Luzern verliert gegen Pfadi

Am Schluss stehen die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern gleich doppelt mit leeren Händen da. Das Team verliert gegen Pfadi Winterthur das Spiel 26:29 - und im Fernduell mit St. Otmar um den Playoff-Platz den vierten Tabellenrang.

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Mit 8 Treffer bester Krienser: Peter Schramm. (Bild Pius Amrein)

Mit 8 Treffer bester Krienser: Peter Schramm. (Bild Pius Amrein)

Dass es eine sehr schwere Aufgabe werden würde gegen Pfadi Winterthur, das wusste man beim HC Kriens-Luzern schon vor Spielbeginn. Es gibt in der NLA nicht manches Team, das über ein so breites Kader verfügt wie die Winterthurer. Und trotzdem rechnete man sich beim HC Kriens-Luzern doch das eine oder andere Chancenprozent aus, zu Bigpoints zu kommen im Fernduell mit St. Otmar. Und spätestens in der Pause des verspätet angepfiffenen Spieles in Luzern wusste man, dass St. Otmar zu Hause Tabellenleader Kadetten bezwungen hatte und es folglich einen Vollerfolg brauchte gegen Pfadi, um zumindest den Gleichstand zu wahren und den Vorteil in der Zentralschweiz zu halten.

Thomas Hofstetter vom HC Kriens-Luzern wird zurückgehalten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
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Springt höher als der Gegner: HCK-Spieler Peter Schramm. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
HCK-Spieler Peter Schramm im Einsatz gegen die Abwehr von Pfadi Winterthur. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Philippe Reuter mit einem Abschlussversuch. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
HCK-Trainer Heiko Grimm gibt Anweisungen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Erzielte acht Treffer: Peter Schramm. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Thomas Hofstetter vom HC Kriens-Luzern wird zurückgehalten. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Nach einer zerfahrenen ersten Halbzeit war also eine Reaktion seitens der Gastgeber gefragt. Denn es war in erster Linie der HC Kriens-Luzern, der in Halbzeit 1 noch nicht so recht auf Touren gekommen war. Besonders das Umschalten vom Angriffs- in Deckungsverhalten war beim HCK ungenügend: Mehr als einmal suchten die Winterthurer den schnellen Weg nach einem Gegentor erfolgreich und verhinderten so, dass die Gäste aufholen konnten. Dieses wieselflinke Spieler stellte die HCK-Abwehr vor gröbere Probleme. Dazu unterliefen dem HCK zu viele unnötige Fehler. Fehler, die von den schnellen und cleveren Winterthurern gnadenlos bestraft wurden.

Als Reaktion versuchte der HCK nach dem Seitenwechsel, mit dem siebten Feldspieler das Heft in die Hand zu nehmen. Vor einem erstarkten Torhüter Andi Portmann deckte der HCK nun engagierter. Wenn er denn mal verteidigen konnte. Denn mindestens vier Mal lief der HCK dem Gast aus Winterthur ins offene Messer: Die risikobehaftete Strategie mit dem siebten Feldspieler ging schief, weil die abgebrühten Pfader die Situation nach einem Gegentor oder einem Fehler blitzschnell ausnutzten und ihrerseits vom Mittelkreis aus das Tor erzielten, weil beim HCK der Torhüter noch nicht wieder eingewechselt war.

Kernproblem war dabei, dass mit Philipp Reuter jener Spieler im gelben Überzieher als zusätzlicher Akteur auftrat, der als sehr aktiver Spieler auch an vielen Aktionen Richtung Tor beteiligt war - und deshalb nicht mehr frühzeitig genug dem Torhüter seinen Platz freigeben konnte. Statt sich also mit dem siebten Feldspieler ein Vorteil zu erarbeiten, wurde daraus ein Nachteil. Und Pfadi Winterthur erzwang die Entscheidung im Spiel mit Cleverness und Routine.

Der Aufwärtstrend, der bei einigen HCK-Akteuren spürbar war, zahlte sich nicht aus. Neben Andi Portmann war dies insbesondere Peter Schramm, der eine sehr aktive Rolle spielte und viel Verantwortung übernahm auf seiner Position. 8 Tore bei 14 Versuchen sind eine sehr anständige Bilanz. Letztlich aber unterliefen dem Team auf die 60 Minuten bezogen klar zu viele individuelle Fehler. Ein Beispiel dafür war Boris Stankovic, der eine insgesamt gute Leistung zeigte und auch gegen Vaskevicius als sicherer Penaltyschütze auftrat (4/4), aber in entscheidenden Phasen eben auch nicht fehlerfrei blieb. Dass diese Fehler ausgerechnet dann unterliefen, wenn das Spiel wieder hätte drehen können, mag bezeichnend sein für diesen Frust-Abend Auf 24:26 war der HCK herankommen, als Stankovic an Bringolf scheiterte und diesen damit ungewollte aufbaute. Oder Fellmanns Fehlwurf um erweiterten Gegenstoss 2 Minuten vor Schluss, als dieser ebenfalls am zuvor wenig überzeugenden Nationaltorhüter scheiterte. Oder Stojanovics Fehlwurf 9 Minuten vor Schluss...
Insgesamt hat der HC Kriens-Luzern damit eine Chance verpasst, gegen einen starken, aber auch nicht unbezwingbaren Gegner zu Punkten zu kommen. Jetzt wechselte das Momentum dieses Playoff-Krimis wieder zu St. Otmar, das zu Hause gegen den Meister zwei Bigpoints holte. Ob der HCK am Ostersamstag in Schaffhausen entsprechend mit einer «Sensation» antworten kann?

HC Kriens-Luzern - Pfadi Winterthur 26:29 (12:15)

Maihofhalle Luzern, 600 Zuschauer. SR Bär/Süess.

Spielverlauf:0:1, 2:2, 2:5, 5:5, 5:7, 6:10, 8:12, 10:14, 12:15; 15:18, 18:19, 18:21, 21:23, 23:25, 24:27, 25:28, 26:29.

HC Kriens-Luzern: Ineichen/Portmann (ab 17.); Fellmann (2), Mühlebach, Weingartner, Blättler, Spengler (1), Gwerder, Stojanovic (1), Baviera (1), Stankovic (7/4), Reuter (2), Schramm (8), Hofstetter (4).

Pfadi Winterthur: Vaskevicius/Bringolf (ab 31.); Maros (6), Corovic, Tynowski (3), Hess (8/3), Celestin, Sidorowicz (2), Gavranovic, Lier (2), Vernier (4), Jud (2), Scheuner, Freivogel, Svajlen (2).

Bemerkungen: Strafen: HC Kriens-Luzern ohne Schelbert, Lehmann und Vögtli (Bänderriss am Fuss, fällt für ca 5 Wochen aus). Penalties: 25. Portmann hält Penalty von Hess (9:13) 
J.P. Chenet Best Player: Peter Schramm (HC Kriens-Luzern) und Filip Maros (Pfadi Winterthur)

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern