HANDBALL: Wichtiger, verdienter und willkommener Sieg in Stäfa

Der HC Kriens-Luzern kommt in Stäfa zu einem nie gefährdeten, trotzdem aber alles andere als selbstverständlichen 32:26-Sieg. Die Zentralschweizer waren noch mit 10 Feldspielern angetreten, davon einige angeschlagen.

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HCK-Trainer Heiko Grimm durfte auch heute jubeln (Archivbild). (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

HCK-Trainer Heiko Grimm durfte auch heute jubeln (Archivbild). (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Einmal lag der HCK in Rückstand. Das war nach 5 Spielminuten beim 2:1 für die Zürcher. Schon kurze Zeit später aber war die Sache klar: der HCK drückte dem Spiel als Tabellenzweiter den Stempel auf und distanzierte den willigen, in seinen Möglichkeiten aber limitierten Gast klar. 5:10 hiess es schon nach 18 Minuten - eine Basis war gelegt.

Das war erstaunlich. Denn der HC Kriens-Luzern trat in Stäfa förmlich auf dem Zahnfleisch an. Die Langzeitverletzten fehlen an allen Ecken und Enden und fordern von den Spielern auf dem Matchblatt alles ab. Und ein bisschen mehr. So musste der HCK auch in Stäfa wieder auf Spieler zurückgreifen, die man gerne im Training noch etwas weiter an den Wettkampfrhythmus herangeführt hätte. Nur lässt das die Situation im Moment nicht zu.

Was die Mannschaft aber daraus machte, das war bewundernswert. Da wurde gekämpft, wurde gefightet, wurde zusammen auf ein grosses Ziel hingearbeitet: Den Abschluss der ersten Hälfte der Qualifikation auf Rang 2. Dazu brauchte es gegen einen wirbligen, unbequemen Gastgeber aber einen Vollerfolg. Den holte sich die Mannschaft letztlich verdient und klar. Auch, weil der einmal erarbeitete Vorsprung nicht mehr aus der Hand gegeben wurde. Erfreulich festzustellen, dass die aktuelle Ausgabe des HC Kriens-Luzern auch in dieser Beziehung die nötige Reife erlangt hat.

Aufgefallen sind in Stäfa aus dem HCK-Kollektiv Keeper Andi Portmann (14 Saces, 43% Quote) sowie Youngstaer Yves Mühlebach (5 Tore, neun Versuche). Ein erfreulicher Aktivposten war zudem Boris Stankjovic. Der routinierte Serbe war aktiv auf dem Platz, erzielte sechs Feld- und fünf Siebenmetertore - und war mit 11 Treffern auffälligster Spieler. Insgesamt aber glänzte das Team als Kollektiv, das nicht im Traum daran dachte, die lange Verletztenliste als Vorwand für einen faden Auftritt beim Tabellenletzten zu missbrauchen. Im Gegenteil: Das Team kämpfte für den Sieg, arbeitete hart - und wurde verdient dafür belohnt.

Fazit: So etwas wie der Charaktertest ist bestanden! Und jetzt gehts am Mittwoch noch im Cup gegen Horgen. Eine ebenso heikle Aufgabe an fast gleicher Stelle (einfach an der Pfnüsel- statt an der Goldküste des Zürichsees). Danach aber erwartet das Team eine Wettkampfpause bis 13. November. Und der HCK kann diese Pause mit dem Blick auf fast die ganze Konkurrenz «geniessen». Doch der Tabellenzweite wird die Regeneration der angeschlagenen Spieler mit Sicherheit ins Zentrum stellen.

pd/Benedikt Anderes

Lakers Stäfa - HC Kriens-Luzern 26:32 (12:17)
Frohberg Stäfa, 450 Zuschauer. SR Castineras/Zwahlen
Spielverlauf: 0:1, 2:1, 2:3, 4:5, 5:10, 8:11, 10:14, 12:17; 123:19, 14:20, 15:21, 18:23, 19:25, 20:26, 22:27, 24:29, 26:32.
Lakers Stäfa: Schelling/Aleksejev; Murina (1), Lepp, Ardielli, Stocker (2), Schlumpf, Jaeger (3/1), Guignet (1), Brunner (6), Gamrat, Milosevic (7/2), Bleuler (2), Barth (4).
HC Kriens-Luzern: Portmann/Ineichen; Mühlebach (5), Blättler (1), Spengler, Wipf (1), Stojanovic (3/1), Baviera (3), Stankovic (11/5), Baumgartner (3), Schramm (1), Hofstetter (4).
Bemerkungen: Kriens ohne Fellmann, Schelbert, Vögtli, Lehmann und Gewerder.